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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 3. Dezember 2015
Am ersten Januar ist wieder einmal Stichtag: Dann werden viele Autos auch vor dem Gesetz offiziell zu Oldtimern und dürfen nach dem 30. Geburtstag die Nummernschilder mit dem begehrten "H" tragen.

Was ist alles 1986 passiert? Deutschland spielte eine Fußball-WM in Mexiko, erreichte trotz einer kampfbetonten aber technisch limitierten Spielweise das Finale und unterlag Argentinien mit 2:3. Der Spieler des Turniers war Diego Maradona, der nicht nur wegen seines atemberaubenden Solos gegen England, sondern auch mit seinem Hand-Tor, das er mit der "Hand Gottes" betitelte, in die WM-Geschichte ein. Turnier? Da war ja auch noch das Tennis Turnier von Wimbledon, wo Titelverteidiger Boris Becker (gegen Ivan Lendl) und Martina Navratilova (gegen Hana Mandlíkova) gewannen.

Doch 1986 war nicht alles eitel Sonnenschein: Im ukrainischen Tschernobyl ereignete sich eine Atomkatastrophe (GAU = Größter anzunehmender Unfall), die Raumfähre Discovery explodierte kurz nach dem Start und der schwedische Ministerpräsident Olof Palme wurde von einem Attentäter erschossen. Bereits vor 30 Jahren gab es eine Diskussion über das Asylrecht und das Auto feierte seinen 100jährigen Geburtstag.

BMW bringt im Herbst des Jahres den neuen 7er (E32) auf den Markt und rüttelt damit nachdrücklich am Thron der Mercedes S-Klasse. Das von BMW Chefdesigner Claus Luthe und Ercole Spada kreierte elegante Design mit Doppelscheinwerfern, mit einer ausdrucksstarken Niere und L-Rückleuchten, lässt nicht nur den Platzhirschen aus Stuttgart-Untertürkheim alt aussehen, sondern prägt auch das BMW-Design der kommenden Jahre. Dazu kommen noch famose Reihensechszylinder-Motoren, wie beim 735i, der mit 220 PS in der Luxusklasse für Furore sorgt.

Ein anderes feines Mobil ist der Jaguar XJ 40. Allerdings akzeptiert die Fan-Gemeinde der britischen Edelkarossen dieses Fahrzeug bis heute nicht als echten Klassiker. Zu kantig sind manche Design-Elemente und zu klobig die Scheinwerfer. Der Innenraum bietet auch nicht durchgängig die gewohnte Jaguar-Qualität und -Anmutung.

Wer sich jetzt einen Opel Omega A gönnt, darf ebenfalls in wenigen Tagen das H-Kennzeichen an das Fahrzeug schrauben. Über das Design des Rekord-E-Nachfolgers lässt sich sicher streiten, aber der Omega verwöhnt seine Fahrer mit einem Heckantrieb und einem grandiosen cW-Wert von 0,28. Der Rüsselsheimer begeistert bei seinem ersten Auftritt die Fachpresse derart, dass er im folgenden Jahr zum "Auto des Jahres" gewählt wird. Allerdings lohnt sich beim Kauf ein Blick in den Motorraum. Bei den ersten Modellen sind die vorderen Längsträger und der Bereich unter der Batterie anfällig für Rost.

Auf dem Genfer Autosalon feierte der Renault 21 seine Premiere. Zunächst als Stufenheck-Version, der Kombi folgt im Juni 1986. Der Nachfolger des Renault 18 beeindruckt die Käufer mit einer Vielzahl von Motoren und einer fortschrittlichen Ausstattung. So sind bei den teueren Versionen eine Servolenkung, elektrische Fensterheber und eine Infrarot-Zentralverriegelung vorhanden. Gegen Aufpreis sind ABS und eine Klimaanlage erhältlich. Die durchaus annehmbaren Fahrleistungen rühren auch von der Karosserie her, die etwas mehr als eine Tonne auf die Waage bringt. Trotz des Leichtbaus erreicht die französische Mittelklasse-Limousine bei den Crashtests Bestnoten. Wer noch ein Jahr warten kann, darf sich auf den prächtigen Turbo freuen, der 1987 auf den Markt kam.

Aus ganz anderem Holz geschnitzt, ist der Audi 80 (B3), der vor 30 Jahren ebenfalls das Licht der automobilen Welt erblickt. Der Mittelklasse-Wagen aus Ingolstadt hat bereits im Sommer 1986 eine vollverzinkte Karosserie und wird zu Beginn nur als viertürige Limousine angeboten. Zu den Feinheiten des zunächst bis zu 113 PS starken Fahrzeugs zählte ein Katalysator. Die Dieselmotoren fristen damals noch ein Schattendasein: Beim Start gibt es Selbstzünder mit 54 PS.

Das Beste kommt zum Schluss: Der Überflieger des Jahres 1986 ist der Porsche 959. Das schnellste Serienauto der Welt schafft nicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 317 km/h, sondern ist auch ein feines Stück Technik. Die 450 PS sind auch für normalsterbliche Autofahrer zu beherrschen. Grund dafür ist der elektronisch gesteuerte variable Allradantrieb. Eine Registeraufladung sorgt dafür, dass die Beschleunigung auch sämig abläuft. Wer damals die 420.000 Mark auf den Tisch legen konnte, reibt sich heute die Hände. Der Zuffenhausener Renner wird mittlerweile für 1.5 Millionen Euro gehandelt. Wer die in der Portokasse übrig hat, sollte zugreifen, billiger wird es nicht mehr.
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Quelle: Autoplenum, 2015-12-03

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