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Testbericht

16. April 2010

Mit Kampfpreisen hat sich Dacia in den vergangenen sechs Jahren einen Namen auf dem Pkw-Markt gemacht. 1,2 Millionen Dacias wurden seitdem verkauft, der größte Markt in Europa ist Deutschland. Zu den Preisbrechern, die sich besonders im Zuge der 2009er Abwrackprämie verkauften wie geschnitten Brot, stößt ab Mitte 2010 ein neuer Verwandter. Der Dacia Duster soll im SUV-Segment das leisten, was Logan und Sandero bereits bei den Kompakt-Pkw vorgemacht haben: die Konkurrenz mit viel Platz für wenig Geld in Bedrängnis bringen.

Fahrbericht: Der Dacia Duster ist kein Dickschiff Der stämmige, gleichermaßen kompakte Auftritt des neuen SUV passt in die Zeit. Mit 4,3 Meter Länge und 1,8 Meter Breite ist der Dacia Duster kein ausgesprochenes Dickschiff, tritt mit den bauchig ausgestellten Radhäusern und den kurzen Überhängen aber durchaus muskulös auf. Eher dezent geht es unter der Motorhaube zu, wo - auch das spart Entwicklungskosten - alte Bekannte Dienst schieben. Die Renault-Motoren, ein Benziner mit 1,6 Liter und ein Diesel mit 1,5 Liter Hubraum, sind bereits aus den anderen Dacia-Modellen bekannt. Im Duster leistet der Benziner 105 PS, der Diesel ist mit 86 oder 107 PS zu haben, wenn man auf Allradantrieb verzichtet. Der Diesel-4x4 erreicht 110 PS und ist damit gleichzeitig der kräftigste Duster. Dacia Duster: Erste Runde im Benziner Die erste Runde für unseren Fahrbericht drehen wir mit dem Benziner. Der Vierzylinder gibt sich betont unauffällig. Im Stadtverkehr kommt er gut zurecht, auf großer Fahrt ist dann allerdings Zurückhaltung angesagt. Aus dem Drehzahlkeller kommt wenig verwertbare Kraft, entweder bringt man Geduld mit oder quetscht den Benziner im niedrigeren Gang entsprechend aus. Vorteil für den nicht besonders drehfreudigen Ottomotor: der Dacia Duster ist ein Leichtgewicht, bringt gerade einmal 1,2 Tonnen auf die Waage. Das genügt für ausreichend flottes Vorankommen. Dacia Duster mit pflegeleichtem Interieur Dem Innenraum des Dacia Duster ist der Wille zum sparen durchaus anzusehen. Mehr blankes Blech als anderswo, genarbter Hartkunststoff an den Verkleidungen, einfacher Dachhimmel. Die Basisversion mit Fensterkurbeln und frei von Zierrat sieht wirklich nach Basis aus. Direkt unsympathisch ist das allerdings nicht, pflegeleicht obendrein. Die Sitze des SUV sind bequemer als man auf den ersten Blick vermuten möchte. Vor allem aber gibt es erstaunlich viel Platz. Nicht nur vorne, auch auf der Rückbank ist Bein- wie Schulterfreiheit reichlich vorhanden. Vier Erwachsene können mit dem Dacia Duster problemlos und durchaus bequem auf große Fahrt gehen, zumal der Kofferraum ebenfalls erfreulich üppig ausfällt. Bei flotterer Kurvenfahrt neigt sich der Dacia Duster kräftig, ein Tribut an das weich und komfortabel abgestimmte Fahrwerk. Das Getriebe lässt - wie die Lenkung auch - ein bisschen Zielgenauigkeit vermissen und dürfte gerne etwas kürzere Wege haben. Auffällig sind außerdem die deutlichen Fahr- und Abrollgeräusche bei höherem Tempo. Wirklich leise gestaltet sich der Dacia Duster auf unserer Testfahrt für diesen Fahrbericht nicht.

Der Dieselmotor im Dacia Duster geht besser Etwas beherzter als der Benziner geht der Dieselmotor im Dacia Duster zur Sache. Die Frontantriebsvariante mit 86 PS lässt sich wegen des höheren Drehmoments entspannter fahren als der Benziner und genügt für den Alltag. Klare Empfehlung ist jedoch aus vielerleich Hinsicht der stärkste Diesel mit Allradantrieb. Zum einen ist die Mehrleistung und das zusätzliche Drehmoment auf jeden Fall willkommen. Zum anderen ist der dci110 die einzige Variante, die (ein Novum bei Dacia) mit dem Schleuderschutz ESP ausgerüstet werden kann - 300 Euro Aufpreis kostet das. Die sollten es Allradfahrern auf jeden Fall wert sein, denn gleichzeitig hält damit eine elektronische Traktionskontrolle Einzug. Gespannfahrer sollten ebenfalls zu dieser Variante greifen: Die Allradmodelle dürfen mit 1,5 Tonnen 300 Kilo mehr an den Haken nehmen als die 4x2-Modelle, dem 110-PS-Diesel ist auch eher als dem gemütlichen Benziner zuzutrauen, dass er in allen Lebenslagen mit solchen Lasten zurecht kommt. Dacia Duster mit Allradantrieb von Nissan Das Allradsystem stammt von Konzernpartner Nissan und wird auch wie bei Qashqai und Co. bedient: Mit einem Drehregler kann auf reinen Frontantrieb oder Automatik-Allrad geschaltet werden, dann wird die Hinterachse je nach Fahrsituation von einer elektronisch gesteuerten Lamellenkupplung mit Kraft versorgt. Im 4x4-Lock-Modus, der jedoch nur unterhalb von 40 km/h aktiv bleibt, ist die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse gesperrt. Eine Besonderheit der Allradmodelle ist das Schaltgetriebe. Hier setzt Dacia auf eine Sechsgang-Schaltbox mit besonders kurz (4,5:1) übersetztem ersten Gang. Ganz so günstig wie der plakative Einstandspreis von 11.900 Euro vermuten lässt, ist der Dacia Duster dann zwar nicht mehr - mindestens 17.200 Euro muss man für den Allrad-Diesel investieren. Im Vergleich zur SUV-Konkurrenz ist das dennoch ziemlich günstig. Die Allrad-Modelle gehen jedoch frühestens im Juni in den Verkauf, zum Verkaufsstart Mitte April gibt es nur die Fronttriebler. Insgesamt fällt der erste Eindruck vom neuen Dacia Duster für diesem Faqhrbericht durchaus positiv aus. Beeindruckend ist das gute Raumangebot und der hohe Federungskomfort. Bei den Fahrleistungen darf man bei keiner Motorisierung Wunder erwarten, der stärkere Diesel geht aber durchaus munter mit dem leichten Auto um. Generell ist der Dacia Duster im Gegensatz zu vielen anderen SUV tatsächlich dafür gedacht, auch einmal unbefestigtes Terrain unter die Räder zu nehmen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-04-16

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