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Testbericht

2. August 2012

Nein, der Dacia Dokker ist keine Billig-Version des Renault Kangoo. Da schütteln sie bei Dacia vehement den Kopf. Ihr Kastenwagen nutze nur Teile des Konzern-Bruders, basiere aber auf der Plattform des Logan – jenem kantigen Stufenheck-Viertürer, der 2005 den Markt für günstige Neuwagen aufgemischt hat. Und der ist mit dem Renault Clio verwandt. Dennoch stellt sich die Frage nach dem besseren Kauf; schließlich gehört Dacia zum Renault-Konzern. Da liegt der Gedanke der Zweitverwertung nahe. Doch die rumänische Tochter nabelt sich immer weiter von der Mutter ab, vervollständigt das Angebot an kleinen und günstigen, aber sehr cleveren Modellen. Jüngstes Beispiel und fünfte Baureihe ist eben jener Dacia Dokker, eine noch geräumigere Alternative zum Logan Kombi. Der Name will als Reverenz an die englischen Hafenarbeiter (dock worker) verstanden sein. Klischeehaft könnte man Letztere als robust bezeichnen, als derb und zupackend. Dafür steht auch der neue Dacia.

Dacia Dokker schluckt Euro-Paletten Dass er streng nutzwertorientiert ist, verrät schon die Kastenform des Dacia Dokker. Bei voller Bestuhlung beträgt das Kofferraum-Volumen 800 Liter; faltet man die Rückbank gegen die Vordersitze, so werden es sogar bis zu 3.000 Liter. Schon ab der Basisversion ist die rechte Schiebetür hinten serienmäßig, beidseits ab der Ausstattungslinie Ambience. Dann lassen sich auch die Lehnen der hinteren Sitze im Verhältnis 60:40 geteilt umlegen. Worauf man bei Dacia besonders stolz verweist: Bei umgeklappter Rückbank schluckt der Dacia Dokker Euro-Paletten in Längsrichtung. Und er darf bis zu 603 Kilogramm zuladen. Flügeltüren im Verhältnis 1:2 erlauben den Zugang zum Heckabteil selbst in engen Parklücken; sie lassen sich in zwei Stellungen arretieren. Was degegen negativ auffällt: Der Einlegeboden im Kofferraum des Dacia Dokker ist so rutschig, dass selbst bei gemäßigter Kurvenfahrt ungesichertes Ladegut haltlos durch die Gegend schlittert. Und das Abdeckrollo muss äußerst zärtlich bedient werden, sonst fällt es aus der Verankerung. An diesen Beispielen sieht man ebenso schnell wie am doch sehr einfach gehaltenen Innenraum, wo gespart wurde – und warum sich der gehörige Aufpreis zu einem Renault Kangoo lohnen kann.

1,5-Liter-Direkteinspritzer ausreichend kräftig und kultiviert Derzeit steht nur die Kalkulation der Basisvariante mit dem 83 PS starken 1,6-Liter-Benziner fest: 8.990 Euro. Am häufigsten dürfte allerdings der 75-PS-Diesel nachgefragt werden, was den Preis bereits deutlich in den fünfstelligen Bereich heben wird. Bei einer ersten Ausfahrt zeigte sich der 1,5-Liter-Direkteinspritzer dank früh anliegendem maximalen Drehmoment ausreichend kräftig und kultiviert. Ohnehin ist der Komfort des Kastenwagens erstaunlich. Die Hinterachse mit Einzelradaufhängung aus dem Kangoo federt sogar derbe Unebenheiten ordentlich weg, gerät erst bei schnell aufeinanderfolgenden kurzen Bodenwellen aus dem Tritt. Auch gegen Störgeräusche wie Dröhnen ist der Dacia Dokker passabel gedämmt und damit tatsächlich als Langstreckenwagen geeignet. Die Klimaanlage lässt sich erst ab der mittleren Ausstattungslinie Ambiance bestellen, das Navigationssystem gar erst ab der höchsten namens Lauréate. Es ist dennoch eine Überlegung wert, denn es kostet samt sieben Zoll großem Touchscreen, Bluetooth-, USB- sowie Klinken-Schnittstelle nur 430 Euro und funktionierte während unserer ersten Fahrt zuverlässig.

Drei Jahre Garantie bis 100.000 Kilometer für den Dacia Dokker Für alle Varianten des Dacia Dokker sind dagegen Servolenkung, ABS und ESP serienmäßig, ebenso Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie auf der Rückbank drei Isofix-Befestigungssysteme für Kindersitze. Was außerdem für den Dokker spricht: Dacia gewährt drei Jahre lang Garantie, und zwar bis maximal 100.000 Kilometer. Für Handwerker und Kleinunternehmer gibt es eine zweisitzige Lieferwagen-Variante namens Dacia Dokker Van sowie für Behinderte eine rollstuhlgerechte Version. Größte Zielgruppe dürften allerdings Familien mit kleinem Budget sein, die statt eines Gebrauchten lieber einen Neuwagen möchten – sich aber beispielsweise keinen Renault Kangoo (ab 15.190 Euro) leisten wollen. Mag der Dacia Dokker auch keine Billig-Version des französischen Kastenwagens sein – eine günstigere Alternative ist er auf jeden Fall.

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Testwertung
2.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-08-02

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