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Testbericht

24. November 2017
Können Sie die vier gleich richtig zuordnen? Angesichts ihrer ausdrucksvollen Schnauzen und Lichtsignaturen sollte es doch einfach sein. Links vorn und leicht zu erkennen: das Signet von Renault. Der neue Koleos tritt an – zu seinem allerersten Vergleichstest gegen die Rivalen. Gegenüber der nur wenige Monate ältere Peugeot 5008. In der zweiten Reihe stehen der Skoda Kodiaq und in Mazda-typischem Magmarot, der noch ganz frische CX-5. Unter den Hauben: die starken Vierzylinder-Diesel. Bis auf den 5008 verteilen die SUV ihre Kräfte zudem auf alle vier Räder.

Rundum stark: der CX-5
Fangen wir diesmal beim kleinsten Wagen in diesem Quartett an. 4,55 Meter ist der im Mai neu aufgelegte CX-5 lang und damit rund zehn Zentimeter kürzer als seine Konkurrenten. Warum er hier trotzdem dabei ist? Weil es für ihn kein Nachteil ist. Zunächst einmal ist selbst das Sports-Line-Modell mit einem Preis von 37.990 Euro bezahlbar, aber schon grandios gut ausstaffiert. Kurz die Highlights: LED-Matrix-Scheinwerfer, nahezu alle, meist aktiv eingreifende Fahrerassistenzsysteme, Bose-Soundsystem, Head-up-Display – alles inklusive. Ebenso die Navigation samt Touchscreen und Dreh-Drück-Steller. So gewährleistet Mazda im Vergleich zu den Franzosen eine vergleichsweise einfache Bedienung.Zudem ist die Karosserie nur äußerlich knapp geschnitten. Vorne wie hinten gibt sich der Japaner im Inneren spürbar luftiger als die SUV aus Frankreich. Der Laderaum fällt mit 506 bis 1.620 Litern gar nicht mal viel kleiner aus. Clever: Mittels Fernentriegelung klappen hier die dreifach geteilten Rückbankelemente einzeln nach vorne. Die Sitze selbst sind eher bequem als seitenhaltstark, dafür mit weißem Leder überzogen (im Paket für 2.100 Euro).Drittens wiegt der im Vergleich zum Vorgänger nun besser verarbeitete Mazda relativ wenig (1.729 Kilo). Entsprechend schiebt sein drehmomentstarker Selbstzünder (420 Nm) sehr druckvoll und zudem gleichmäßig an. 100 km/h sind nach 8,8 Sekunden erreicht. Minimal schneller sprintet nur der 190 PS starke Kodiaq. Im Gegensatz zu dessen 2.0 TDI ist vom kultivierten 2,2 Liter großen Mazda-Diesel kaum ein Ton zu hören. Generell geht es im neuen CX-5 spürbar leiser zu, selbst bei hohen Geschwindigkeiten. Gleichfalls unauffällig: der Testverbrauch von 7,7 l/ 100 km.Wenig verändert hat sich das freudig-agile Fahrverhalten. Die Lenkung direkt, das Fahrwerk straff, aber ausreichend komfortabel – so lässt sich der Japaner sehr leichtfüßig bewegen. Einzig das bei zackigen Lastwechseln etwas nervöse Heck könnte Kunden missfallen. Aber keine Sorge, zur Not helfen einem das sanft eingreifende ESP und (endlich) kraftvoll zupackende Bremsen aus der Misere.

Kühn und modisch: der 5008
Kaum weniger Fahrspaß bereitet der ebenfalls straff abgestimmte Peugeot. Als Einziger ohne Allradantrieb, minimal leichter als der CX-5 und gerüstet mit einer spitz ansprechenden Lenkung, lässt er sich erstaunlich flott und mit wenig Seitenneigung durch Kurven zwirbeln.Das hierfür mitverantwortliche Kleinlenkrad samt ungewöhnlich weit hinten platzierten Instrumenten muss man allerdings in Kauf nehmen. Arrangieren sollte man sich zudem mit einem Fahrwerk, das vernehmlich poltert und gern mal einen Knuff austeilt. Immerhin verbessert sich der Fahr- und Geräuschkomfort bei höheren Geschwindigkeiten. Mitschuld am Komfortthema schreiben wir der GT-Ausführung zu, die dem 41.800 Euro teuren Testwagen neben einem feinen Interieur und reichlich Features auch 19-Zoll-Räder mit flacher 235/50er-Bereifung beschert.Rundum überzeugend: die Antriebskombination. Der 180 PS starke Diesel sorgt angesichts seiner 400 Nm Zugkraft zwar gelegentlich für ein leichtes Ziehen in der Lenkung, arbeitet aber leise und harmoniert gut mit der Wandlerautomatik, die ihre Gänge gekonnt sortiert. Zudem verbrennt der BlueHDi seinen Dieselkraftstoff sehr effizient. Die Verbrauchswerte, im Schnitt 7,4 und minimal 5,5 l/100 km, können sich sehen lassen. Ein SCR-Kat soll für niedrige Stickoxidwerte sorgen. Der zugehörige AdBlue-Tank fasst 17 Liter.Überraschend gut fallen die Transporterqualitäten des 5008 aus. Der Kofferraum packt mindestens 780 Liter ein, dazu verfügt der Franzose über die niedrigste Ladekante (68 cm) und die höchste Zuladung (558 kg). Als Einziger wartet der SUV zudem mit drei verstellbaren Einzelsitzen auf. Leider sind sie recht knapp geschnitten, und die Kopffreiheit fällt (dank Panoramadach) eher mau aus.Viel bequemer haben es Fahrer und Beifahrer. Eingebettet in großzügig dimensionierte beheizte Ledersitze, die sogar über das AGR-Gütesiegel verfügen, blicken sie auf ein aufwendiges Cockpit mit Steppnähten, Echtholz und reichlich Alu-Schmuck. Als Highlight gelten hier die putzigen Kippschalter, mit denen sich bestimmte Menüs direkt auf den Monitor holen lassen. Eine einfache Bedienung sieht freilich anders aus.

Edel und teuer: der Koleos
Tja – womit anfangen beim neuen Koleos, über den es so viel zu berichten gibt? Am besten mit einigen Zahlen, die im Verhältnis zueinander schon viel aussagen. So ist der ansehnliche Renault mit einer Länge von 4,67 Metern zwar länger als CX-5 oder 5008, nimmt aber regulär am wenigsten Gepäck mit (498 Liter). Zugleich ist er mit einem Preis von 44.500 Euro der teuerste Wagen hier, dabei auch der schwerste, wartet mit der geringsten Zuladung und dem niedrigsten Drehmomentwert auf (380 Nm). Dass er müde beschleunigt und viel verbraucht (8,9 l/100 km), kann man seinem wohlerzogenen Zweiliter-Diesel da schon gar nicht mehr übel nehmen. SCR-Kat? Nicht bei Renault. Dafür aber eine stufenlose Automatik, die einen zum Glück vor CVT-typischen Drehzahl-Arien verschont. Lieber lässt sie den Diesel bei niedrigen Touren laufen und passt die Übersetzung frühzeitig an. Wer es nicht weiß, könnte fast meinen, es handele sich um eine klassische Wandlerautomatik.Sonderlich agil ist der in Korea gebaute Bruder des Nissan X-Trail nicht. Nein, passend zum kultivierten Antriebskonzept nimmt der soft abgestimmte Koleos Kurven mit deutlicher Seitenneigung, untersteuert früh und trägt seine Insassen über lange Wellen sanft hinweg. Die Passagiere sitzen derweil gemütlich in ihren weichen, passend ausgeformten Ledersesseln, genießen die gehobene Materialqualität und das opulente Raumangebot auf allen Plätzen. Steuert man den SUV über mäßig asphaltierte Strecken, ist es allerdings vorbei mit der Gemütlichkeit. Dann rumpelt es, als hätte der Koleos ein hartes Sportfahrwerk.Hinsichtlich der Variabilität kann der Renault ebenfalls nicht überzeugen. So ist seine Rückbank weder längs- noch neigungsverstellbar, eine Durchlade nicht zu haben, ebenso wenig ein vorklappbarer Beifahrersitz. Kritik verdient auch das dünne Angebot an aktiven Fahrerassistenzsystemen. Weniger bietet kaum ein SUV dieses Formats.Moderner fällt das aus anderen Renault bekannte Cockpit aus. Neben farbenfrohen Instrumenten dominiert hier der große hochkant eingesetzte Touchscreen des stets serienmäßigen Infotainment-Systems. Es versteht sich bestens mit Smartphone und Web, erfordert in der Bedienung aber anfänglich etwas Geduld.

Begeisternd gut: der Kodiaq
Kann ein Skoda begeistern? Wir finden schon. Ja, ist er kein Designobjekt wie der CX-5 und nicht so luxuriös wie der Renault. Aber dieser 190 PS starke Allradler macht einfach vieles richtig. Das fängt schon beim erstklassigen Raumangebot an, das er seiner konservativen Kastenform verdankt. Vorne wie hinten fallen seine Innenmaße in Breite (über 1,5 Meter!) und Höhe (über ein Meter) viel üppiger als bei CX-5 und 5008 aus. Von der Beinfreiheit für die Fondpassagiere, die sich auf einer um 18 Zentimeter geteilt verschiebbaren, bestens ausgeformten Rückbank räkeln dürfen, ganz zu schweigen. Auf den seitenhaltstarken Vordersitzen verreist es sich kaum besser.Gleichfalls top sind all jene Details, über die wir schon so viel geschrieben haben, die das Alltagsleben aber erleichtern. Angefangen bei den klar gezeichneten Instrumenten über die schnell verständliche Bedien- systematik von Navi und Klimaanlage bis hin zu nützlichen Extras. Beispiele? Reichlich. Zwei Handschuhfächer, Ablagen mit cleveren Gummieinsätzen, die Taschenlampe im Kofferraum, Gepäcknetze, Regenschirme, ein aufstellbarer Ladeboden oder die ausfaltbaren Becherhalter in den Ausklapptischchen im Fond. Selbst WLAN kann der sehr solide verarbeitete SUV aufbieten. Dabei sei angemerkt, und das ist das Einzige, was man dem Tschechen anlasten kann: Viele diese Annehmlichkeiten wollen bezahlt sein. Selbst in das 40.090 Euro teure Topmodell müsste man rund 3.000 Euro investieren, um das hohe Ausstattungsniveau von CX-5 und Koleos zu erreichen.Sicher haben Sie den grünen Daumen rechts oben schon registriert oder es längst vermutet. Ja, der Skoda gewinnt. Denn auch Antrieb und Fahrwerk überzeugen. Gerüstet mit adaptiven Dämpfern (940 Euro), wiegt er seine Insassen sehr geschmeidig über Straßen aller Art, während das Doppelkupplungs- getriebe unaufgeregt die Gänge wechselt und der leise, aber etwas rauer laufende Zweiliter-Diesel homogene Schubkraft liefert. Auch der Verbrauch geht mit 7,8 Litern Diesel in Ordnung. Wie beim 5008 hilft ein SCR-Kat (13,7 Liter AdBlue) bei der NOX-Reduktion.Klingt zu friedvoll? Okay. Dann schauen Sie sich doch einmal die Messwerte an. So groß und schwer er auch ist, behäbig ist der Kodiaq nicht. Zusammen mit dem Mazda spurtet er am schnellsten, lässt sich im Slalom zackig um die Hütchen treiben und bremst erstklassig.Tja. So gut CX-5 und 5008 für sich genommen auch sind: Bei Lichte betrachtet ist der Kodiaq der Beste.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2017-11-24

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