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Testbericht

11. Juni 2012

Singles fahren sportliche Kompakte, Familien fahren geräumige Kombis. So weit, so einfach. Wer ein variables, aber möglichst individuelles Auto will, muss schon etwas länger suchen. Genau für diese Kunden haben Volvo und Citroën, die seit jeher für voluminöse Vielschlucker bekannt sind, neuerdings eigene Modelle im Programm - etwa den sportlich knapp geschnittenen V60 oder den DS5, der mit auffälligem Design auf Kundenfang geht. Zwei Typen, die beide ganz locker vier Erwachsene plus Gepäck einladen, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten.

Volvo V60 repräsentiert den klassischen Kombi Rein äußerlich trifft hier Haute Couture auf nordische Eleganz. Der Volvo V60 repräsentiert eine Spielart des klassischen Kombis, der zugunsten einer dynamischeren Linie mit heckwärts abgesenktem Dach daherkommt. Dazu noch eine behutsame Tieferlegung (15 Millimeter) und 18-Zoll-Räder im Turbinenschaufel-Design - fertig ist die fesche Sportvariante des Schweden-Tourers. Innen empfängt den Fahrer ein aufgeräumtes Armaturenbrett mit gut ablesbaren analogen Rundinstrumenten und einem übersichtlichen Bedienfeld in der Mittelkonsole. Die einzige Extravaganz, die sich der V60 in der Ausstattungslinie R-Design leistet, ist der blaue Farbakzent in den Rundinstrumenten. Dazu kommen gelungene Detaillösungen wie die auf Knopfdruck umklappbaren hinteren Kopfstützen (150 Euro) oder die zweistufige Sitzerhöhung für Kinder auf den äußeren Plätzen der Rückbank (im Familienpaket, 250 Euro). Citroën DS5 wirkt wie eine Mischung aus Kompaktwagen und Van Der Citroën DS5 hingegen will nicht praktisch, sondern anders sein. Mit flacher Frontscheibe und schrägem Heck wirkt er von außen wie eine Mischung aus großem Kompakten und kleinem Van und mag sich nicht so recht in eine Modellschublade einordnen lassen. Zusatzfenster zwischen A-Säule und Vordertüren, Lichtkanten in der Seitenlinie und Alu-Applikationen an Schwellern und Kotflügeln sorgen dafür, dass sich der Citroën DS5 optisch deutlich von seinen weniger extrovertierten Markengenossen absetzt und bereits im Stand sehr dynamisch wirkt. Im Inneren gehen die Extravaganzen weiter: Zwei kleine Dachfenster lassen Licht ins Cockpit, dazwischen hängt eine Konsole mit Schaltern und aufklappbaren Ablagen - willkommen bei Air Citroën! Kräftig konturierte Leder-Sportsitze bieten guten Seitenhalt für Pilot und Copilot, die dreigeteilte Instrumenteneinheit greift das Luftfahrt-Thema ebenfalls auf. Allerdings ist die Darstellung der Sekundärfunktionen per Balkendiagramm zumindest gewöhnungsbedürftig und nicht immer schnell zu erfassen. Ein Extra, das man eher im Volvo vermutet hätte, ist das Head-up-Display für Geschwindigkeit und Navigationspfeile.

Citroën DS5 kommt mit sportlicher Fahrwerksabstimmung Obwohl es sein Name nahelegt, teilt sich der Citroën DS5 die Plattform nicht mit dem C5, sondern mit dem Crossover-Modell 3008 der Schwestermarke Peugeot. Dies bedeutet auch: Trotz schicker Hülle und berühmtem Namen muss der Franzose auf die markentypische Hydropneumatik verzichten. Ein schmerzlicher Verlust, wie sich schon bald herausstellt. Denn die Produktverantwortlichen bei Citroën entschieden sich zudem für eine sportliche Fahrwerksabstimmung - möglicherweise, um der dynamischen Karosserieform gerecht zu werden. Allerdings schossen sie dabei über das Ziel hinaus: Der Citroën DS5 ist zu hart geraten, holpert und poltert völlig konträr zur Markentradition über Fahrbahnunebenheiten und lässt viele Straßen schlechter erscheinen, als sie tatsächlich sind. Das Volvo-Fahrwerk ist hingegen harmonischer abgestimmt. Auch wenn der Volvo V60 seine sportlichen Ambitionen in Form einer gewissen Straffheit nicht verleugnen kann, federt er - trotz Tieferlegung und 18-Zöllern - wesentlich geschmeidiger als der Citroën. Der bringt mit seiner guten Dämpfung und geringen Aufbaubewegungen zwar gute Voraussetzungen für eine positive Handlingwertung mit, diese bleibt ihm aber aufgrund seiner sehr indirekten Lenkung verwehrt. Während sich der Volvo V60 mit wenig Aufwand präzise um die Ecken zirkeln lässt, ist im Citroën DS5 weitaus mehr Arbeit am groß geratenen Volant nötig. Dessen abgeflachte Unterseite erschwert zudem das Umgreifen.

Rundumsicht ist im Volvo besser Apropos erschweren: Trotz zusätzlicher Dreiecksfenster an der geteilten A-Säule ist die Sicht nach schräg vorne im Citroën DS5 eingeschränkt. Je nach Kurvenradius ist beim Abbiegen besondere Vorsicht gefragt. Ähnliches gilt für die Heck-Aussicht: Dachspoiler und Mikro-Wischer verschlechtern hier den Überblick, es bleibt nur ein schmaler Ausguck. Glücklicherweise gehört die Einparkhilfe ab der Ausstattungslinie So Chic zum Serienumfang, im von uns gefahrenen Sport Chic ist sogar eine Rückfahrkamera an Bord. Im Volvo ist die Rundumsicht aufgrund seines konventionelleren Designs besser, allerdings leidet auch bei ihm die Übersichtlichkeit nach schräg hinten unter den kleinen hinteren Seitenfenstern. Keine Leiden verursacht hingegen die Kombination aus Dieselmotor und Sechsgang-Wandlerautomatik. Dies gilt für beide Kandidaten, die mit rund 160 PS bereits kräftig motorisiert sind und sich gemessen an ihrem Gewicht durchaus flink bewegen lassen. Im direkten Vergleich vermittelt der Volvo-Fünfzylinder mit seinem höheren Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen subjektiv mehr Fahrspaß und beschleunigt etwas besser als der Citroën-Vierzylinder. Verbrauch und Kaufpreis liegen eng beieinander Trotzdem ist er kein Schluckspecht: Beim Verbrauch liegen beide Kandidaten etwa gleichauf. In der getesteten Ausstattung (Citroën: Sport Chic, Volvo: R-Design) liegen beide Modelle beim Kaufpreis nur einige Hundert Euro auseinander. Doch während beim günstigeren Citroën DS5 zahlreiche Funktions- und Luxus-Extras wie Bixenon-Licht, elektrisch verstellbare Sitze oder das Navigationssystem bereits an Bord sind, müssen Volvo-Kunden diese und andere Goodies separat ordern und bezahlen. Den Preisunterschied spüren auch treue Fans der Schweden - Individualität hin oder her.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-06-11

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