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Testbericht

29. Dezember 2009

Unter den Honoratioren der oberen Mittelklasse bleibt dem Citroën C6 nur der undankbare Part des Barden Troubadix: Er darf nicht mit­spielen. Dabei wäre der ver­kannte Schöngeist auch mal gerne ein Großer wie Majestix oder Miraculix.

Ein neuer V6-Turbodiesel soll den Citroen C6 noch souveräner machen Doch mit be­scheidenen 19 151 Exem­plaren seit dem Start 2005 - davon gerade mal 3341 in Deutschland - ist er eher ein Appendix. Macht nix. Als Gallier hat er schließlich genügend Größe und Charak­terstärke, um nicht klein beizu­geben. Im Gegenteil: Ein neuer, flüsterleiser V6-Turbodiesel soll die elegante Limousine noch souveräner machen. Da­zu wurde der bisherige 2,7-Liter-HDi auf klassenübliche drei Liter vergrößert, und die Einspritzung per Common Rail der dritten Generation erfolgt nun mit höherem Druck (2000 statt 1600 bar) sowie über acht statt sechs Piezo-Düsen noch präziser. Neben weiteren Details ver­sprechen diese Maßnahmen mehr Kraft und Leistung bei weniger Verbrauch und Emis­sionen, dank Vor- und Nach­einspritzung zudem eine weiter verbesserte Laufkultur. Die Insassen des Citroen C6 gleiten auf einer Drehmomentwoge dahin Mit Erfolg: Während der von zwei Turboladern beatmete Sechs­zylinder nach dem Kaltstart und in der Stadt noch leise vor sich hin summt, bleibt er auf Landstraßen und Autobahnen praktisch lautlos. Schließlich rotiert die Kurbel­welle bei 130 km/h gerade mal mit 2000 Umdrehungen, bei Tempo 160 sind es nur 600 mehr. Das Innengeräusch be­trägt dabei diskrete 71 dB(A), der Pulsschlag vermutlich noch weniger. Denn die sanft, aber etwas träge schaltende Sechsgangautomatik sorgt mit der stets passenden Überset­zung dafür, dass die Insassen auf einer Drehmomentwoge dahingleiten. Weil das von Zulieferer Aisin stammende Getriebe weniger als das von ZF verkraftet, er­reicht das mit Jaguar und Land Rover entwickelte Triebwerk jedoch nicht die Bestwerte der Briten (500 bis 600 Nm). Dafür stehen seine 450 Nm über den weiten Bereich von 1600 bis 3600/min zur Verfügung. Der Citroen C6 kommt mit einem Plus an Leistung bei reduziertem Verbauch Selbst eine Anfahrschwäche wie beim Vorgänger ist nicht mehr spürbar. Abgerundet wird die überzeugende Vorstel­lung von einem Plus an Leistung (241 statt 204 PS) und Temperament bei reduziertem Verbrauch. Mit 9,5 L/100 km und Euro 5-Einstufung muss sich die mindestens 1,9 Tonnen schwere Limousine nicht hin­ter dem deutschen Premium-Trio verstecken, im Ausstat­tungs-, Raum- und Federungs-komfort kann es der Citroën C6 sogar teilweise überflügeln. Denn schon im Grundmodell sind meist kostspielige Extras wie Bi-Xenon-Scheinwerfer, Navigationssystem, 18-Zoll- Alufelgen oder elektrisch ver­stellbare Ledersitze ebenso serienmäßig wie die marken-typische Hydropneumatik mit Niveauausgleich bei Beladung.

Der Citroen C6 bietet ein einzigartiges Komfort-Erlebnis Beim V6-Motor kommt eine elektronisch geregelte Dämp­fung hinzu, doch die straffere Fahrwerksabstimmung per S-Taste macht den C6 nicht wirk­lich dynamischer, sondern ein­fach nur härter. Dabei zeichnet ihn gegenüber der gesamten Konkurrenz vor allem jenes ganz spezielle Schwebegefühl aus, das die Insassen mit sanftem Wogen über lange Wellen trägt. Auf kurzen Querfugen oder Kanal­deckeln werden sie zwar bis­weilen unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, doch das Komfort-Erlebnis bleibt einzigartig. Der großzügig geschnittene Innenraum wirkt nicht ganz so besonders, allerdings auch nicht so verspielt wie bei früheren Citroën. Defizite gibt es zwar bei Bedienung, Kofferraum und Zuladung, nicht aber bei der umfang­reichen Sicherheitsausstattung bis hin zu den höchst effek­tiven Bremsen. Frei nach Mira­culix: Citroën kann zwar nicht zaubern, aber bezaubern.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-12-29

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