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Testbericht

1. September 2014
Es heißt Abschied nehmen und vielleicht auch einsehen, dass man nicht mehr zur primären Zielgruppe des Citroën C1 gehört. Denn einen Schacht für Musik-CDs sucht man bei der Audioanlage des neuen kleinen Citroën vergebens. Weit unter dem Radio, vor den zwei Cupholdern, finden sich vielmehr ein USB- und ein AUX-Anschluss zur Koppelung externer Musicplayer, die für die jüngeren Autofahrer als Hauptzielgruppe längst Alltag sind.

Citroën C1 mit 69PS
Diese "Connecting Box" kostet in den günstigeren Versionen extra, ist aber in der gefahrenen Airscape Feel Edition ebenso serienmäßig an Bord wie Bluetooth-Freisprechtelefonie, die dazugehörige Lenkradfernbedienung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Funk-Zentralverriegelung und der kleine Drehzahlmesser neben dem großen, schlecht entspiegelten Tachometer.13.200 Euro kostet dieser Citroën C1, der zum kleinen Farbklecks wird durch auffälliges Rot auf den Außenspiegeln und dem großen Faltdach, das weit öffnend Licht in den Innenraum lässt. Letzterer ist ordentlich verarbeitet und wirkt zumindest vorn allenfalls in der Breite kleinstwagenhaft. Platz genug für lange Beine ist hier auf jeden Fall, die Sitze mit integrierten Kopfstützen dürften den Rücken allerdings ein wenig entschlossener stützen.Doch mit kaum 3,50 Meter Länge sieht der Citroën C1 sein Revier ja in der Stadt und auf kürzeren Strecken. Da reichen die 69PS seines kleinen Dreizylinders, der gegenüber dem Vormodell in vielen Punkten überarbeitet und zu größerer Sparsamkeit erzogen wurde, im Grunde aus.

1,2-Liter-Version für nur 500 Euro Aufpreis
Eigentlich. Doch der kehlig hochdrehende Einliter wird schon bald nach dem Anfahren ein wenig lethargisch, und Beschleunigungselastizität kennt er nur vom Hörensagen. Sobald die Andeutung einer Steigung in Sicht kommt, heißt es beim Citroën C1 runter in einen kleineren Gang (was wegen der guten Schaltung kein Problem ist) und den Motor drehen lassen, was der mit fröhlichem Krähen auch gern tut. Wer in den Bergen wohnt, ist sicher gut beraten, den alternativ angebotenen 1,2-Liter mit 82PS zu ordern, zumal der nur 500 Euro Aufpreis kostet und nominell wie der Einliter mit 4,3 Litern Super auf 100 Kilometer zufrieden ist. Unser Testverbrauch lag allerdings fast zwei Liter über diesem Wert.Vier Dreipunktgurte und vier Kopfstützen signalisieren Viersitzigkeit – doch das gilt nur, wenn die Mitfahrer auf der Rückbank im Grundschulalter sind. Viel Kopffreiheit gibt es im Citroën C1 nämlich nicht. Zudem fällt der Einstieg durch die Fondtüren (450 Euro Aufpreis) mühsam aus, da sie sehr schmal geraten sind und nicht sonderlich weit öffnen. Etwas liliputmäßig ist auch der über eine hohe Ladekante erreichbare Kofferraum mit 196 Litern Volumen. Aber ein Raumwunder darf man auf 3,46 Metern Länge auch nicht erwarten. Eher einen netten Kleinen, der in fast jede Parklücke passt und nicht ohne Charme ist.

Citroën C1 punktet mit überarbeitetem Fahrwerk
Den zeigt der neue Citroën C1 trotz des müden Motors und der bei höherem Tempo anschwellenden Fahrgeräusche durchaus, denn er ist pfiffig gemacht, leicht zu bedienen und mit ordentlichen Ablagen praktisch eingerichtet. Das überarbeitete Fahrwerk mit der um vier Kilogramm leichteren Hinterachse, veränderter Feder-Dämpfer-Abstimmung, neuem Vorderachs-Layout sowie angepasstem Stabilisator bietet guten, nicht zu schaukeligen Federungskomfort und ist auch kein Spielverderber, wenn es mal hurtig um die Ecken geht. Hier fordert nur die leichtgängige, wenig gefühlsechte Lenkung Eingewöhnung, denn viel von dem, was zwischen Reifen und Straße passiert, berichtet sie nicht.Auch bissigere Bremsen würde man dem Citroën C1 wünschen, denn mehr als 40 Meter Anhalteweg aus 100km/h sind heutzutage kein Ruhmesblatt. Breitere Reifen könnten da helfen, doch die fehlen in der Optionsliste. Diese bietet ansonsten Vielfalt: vom digitalen Radioempfang über Rückfahrkamera und Klimaautomatik bis hin zur Mobiltelefon-Anbindung samt Spiegelung der Bedienoberfläche auf einem großen Touchscreen. So lässt sich auch die im Telefon gespeicherte Musik verwalten und hören. Es wird wirklich eng für die gute alte Compact Disc.
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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-09-01

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