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Testbericht

28. November 2014
Fünfzylinder? Ja, denn die Volvo-Preisliste hält auch für 2015 eine Volte parat, die dem flüchtigen Leser nicht unbedingt auffällt: Bei der Frontantriebsversion des Volvo XC60 D4 mit 181PS, Modelljahr 2015, kommt der neue Zweiliter-Vierzylinder zum Einsatz, in der Allrad-Variante wird der alte 2,4-Liter-Fünfzylinder, jetzt ebenso mit 181PS, verwendet. Der Fünfzylinder ist ja an und für sich nicht schlecht, 18PS mehr hat er nun im Vergleich zu früher und rückt somit näher an den BMW X3 20d xDrive, der mit dem neuen Diesel der Baureihe B47 auf 190PS kommt. Derart kräftige Selbstzünder harmonieren gut mit geschmeidigen Wandlerautomaten, weshalb beide Testkandidaten mit dieser Option anrollen. Im Falle des BMW ist es die moderne ZF-Achtgangbox, der Volvo XC60 muss noch mit der Sechsstufen-Geartronic von Aisin-Warner auskommen. Doch auch hier ist eine Achtgangversion im Anmarsch, die ja bereits in anderen Volvo-Modellen eingesetzt wird.

Der Volvo XC60 ist teurer
Rund 2.000 Euro Aufpreis kosten die Wandlergetriebe, wiewohl das Geld bei X3- und XC60-Interessenten gern etwas lockerer sitzen darf: Der Volvo ist in diesem Fall sogar der teurere der beiden, er kommt in der hier vorgefahrenen Momentum-Ausstattung auf genau 45.350 Euro. Für den BMW X3 müssen 43.250 Euro überwiesen werden, ihn gibt es für 2.200 Euro extra mit dem xLine-Paket, das jedoch außer 18-Zoll-Rädern und beschrifteten Einstiegsleisten wenig Habhaftes enthält und daher verzichtbar ist.Bei dem vielen Geld ist es natürlich gut, dass die Autos mit ihren Turbo-Selbstzündern sehr ordentlich motorisiert sind. Das Gefühl von Leistungsmangel kommt im Vergleichstest allenfalls bei sehr verwöhnten Naturen auf – und wenn, dann im Volvo eher als im BMW X3. Der Fünfzylinder fühlt sich subjektiv 25PS schwächer an als der BMW-Vierzylinder, und die Werte auf der Stoppuhr bestätigen diesen Eindruck. Fast zwei Sekunden verliert er beim Spurt auf 100km/h, 15km/h weniger beträgt die Höchstgeschwindigkeit.

BMW X3 verbraucht rund einen Liter weniger Treibstoff
Das liest sich jetzt erst mal nicht wirklich dramatisch, doch insgesamt hinterlässt der BMW-X3-Motor den spritzigeren Eindruck. Dass er freilich etwas vernehmlicher und ruppiger selbstzündet, muss man ihm nachsehen. Auch weil er stets rund einen Liter weniger Treibstoff verbrennt.Das XC60-Triebwerk kann dagegen nur seine etwas geschmeidigere Laufkultur und das typische Fünfzylinder-Timbre ins Feld führen. Zumal ebenso sein Getriebe nicht so unauffällig und feinfühlig agiert wie die bekannt gute Achtgangautomatik im BMW X3. Die Schaltwippen, die sich bei beiden Testkandidaten hinterm Lenkrad wichtigmachen, kann man übrigens getrost ignorieren, außer vielleicht beim Bergabfahren mit dem Wohnanhänger.

Volvo XC60 bietet weniger Anhängelast
Apropos Anhänger: Der BMW X3 darf mit 2.400 kg deutlich schwerere Lasten ziehen als der Volvo XC60. Zudem gibt es für 1.200 Euro Aufpreis ab Werk eine Anhängerkupplung mit schwenkbarem Kugelkopf. Für den Volvo ist lediglich eine beim Händler montierte Lösung mit abnehmbarem Kopf für 675 Euro ohne Einbau verfügbar. Was natürlich nicht heißt, dass der XC60 das weniger praxistaugliche Familienfahrzeug ist. Er hat insgesamt nicht so viel Stauraum und das etwas weniger luftige Interieur, kann jedoch mit der höheren Zuladung glänzen (101 kg mehr). Zu den Paradedisziplinen des Volvo XC60 zählt ebenso der etwas ausgefeiltere Fahrkomfort. Die Federelemente des BMW X3 sprechen im Vergleichstest zwar besser auf feine Unebenheiten an, verdauen jedoch kräftigere Anregungen – zumal mit viel Zuladung – nicht so locker wie jene des Volvo. Wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, dass beide Testwagen mit Adaptivdämpfern ausgerüstet waren (Aufpreis jeweils knapp über 1.000 Euro).

BMW X3 ist fahraktiver
Das typische Volvo-Wohlgefühl stellt sich auch dank der exzellenten Sitze ein, die allerdings zusammen mit dem angenehm weichen Leder 1.650 Euro Aufpreis kosten. Noch etwas besser, weil mit mehr Halt, sind die Sessel im BMW X3, die inklusive der elektrischen Verstellung ebenso 1.650 Euro teuer sind. Das Leder für die Polster geht dann noch mal extra.Dennoch sind sie eine sinnvolle Investition, auch weil der BMW X3 das viel fahrspaßigere Auto in diesem Vergleich ist. Er biegt leichtfüßiger ab, hat die bessere Lenkung und ist selbst bei extremer Fahrweise neutral und fahrstabil. Dazu trägt auch der xDrive-Antrieb bei, der das Drehmoment bevorzugt im Verhältnis 40 zu 60 zwischen Vorder- und Hinterachse portioniert. Das Haldex-Allradsystem des Volvo agiert eher frontlastig, was zu einem weniger transparenten und trägeren, leicht untersteuernden Kurvenverhalten führt.Das wird sicher all jene Volvo-XC60-Interessenten nicht schrecken, denen es eher auf die typischen Markenstärken wie gutes Raumangebot und hohe Sicherheitsstandards ankommt. Der BMW X3 ist dagegen ein echter BMW, fahraktiv und effizient. Wer zählt da noch Zylinder?
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-11-28

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