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Testbericht

27. Dezember 2009

Ob beim Wohnen oder im Auto - Familien mit Kin­dern brauchen Platz. Und der Nachwuchs kostet Geld. Es kann also nicht schaden, wenn das Familiengefährt möglichst günstig ist, das Urlaubsgepäck für vier oder den Wo­cheneinkauf samt Kinderwa­gen schluckt und - das macht die Sache kompliziert - ab und zu auch für den Ausflug mit den Großeltern oder ein, zwei Freunden taugt. Fünf Sitze sind dafür zu wenig, aber Au­tos mit dritter Sitzreihe sind unter 20.000 Euro dünn gesät.

Dacia Logan: Viel Platz für wenig Geld Doch es muss ja kein Van sein. Beispiel Dacia: Der geräumige Dacia Logan Kombi, selbst in der stärksten Version mit 105 PS lediglich 11.650 Euro teuer, bringt in seinem 700-Liter-Gepäckraum bei Bedarf zwei weitere Mitfahrer unter. Die zusätzliche Bank kostet nur 500 Euro und bietet auch er­wachsenen Insassen eine menschenwürdige Sitzhaltung - sofern sie ausreichend ge­lenkig sind, um den mühsamen Ein- und Ausstieg zu meistern, wozu die geteilte Bank der zweiten Reihe mit umgeklappter Lehne gegen die Vordersitze gefaltet werden muss. Natürlich sitzt man ganz hinten nicht so luftig wie in der Mitte, zumal die Füße nicht un­ter die vordere Sitzbank ge­schoben werden können. Auch der Gurt für den Mittelplatz in Reihe zwei stört, da er mittig am Dachende befestigt ist und deshalb genau zwischen den Köpfen der hintersten Insassen verläuft. Wenn Ladekapazität statt Sitz­plätze gefragt ist, lässt sich die Zusatzbank gegen die Fond­sitze falten und beeinträchtigt kaum das Gepäckvolumen. Ausbauen ist ebenfalls mög­lich, aber wegen der sperrigen Bank etwas mühsam. Der Citroen Berlingo kostet 8.000 Euro mehr Im Citroën Berlingo funktio­niert das mit den Einzelsitzen einfacher, allerdings ist der französische Hochdachkombi mit vergleichbarer Motorisie­rung viel teurer. In der Multi­space-Ausführung ab 18.250 Euro kommen zu den drei gleich breiten Fondsitzen beim Kauf des 1.900 Euro teuren Family-Pakets zwei weitere für den 650 Liter großen Gepäck­raum hinzu. Der hohe Aufpreis relativiert sich, da neben einer Klimaanlage auch so praktische Extras wie seitliche Son­nenrollos, Klapptische im Fond oder ein üppiger 13-Liter-Stau­container in der Mittelkonsole enthalten sind.

Der Dacia Logan bietet effektiv mehr Platz Anders als der Dacia Logan unter­scheidet sich der Citroen Berlingo für sieben in einigen wesentlichen Punkten vom Fünfsitzer-Modell. Zum einen ist der Ladeboden im hinteren Bereich erhöht, damit man auf den beiden Zusatzplätzen einiger­maßen sitzen kann. Darunter befinden sich mehrere Staufächer, die auch das Gepäckraumrollo aufnehmen können. Zum anderen ist die zweite Sitzreihe deutlich weiter vorn montiert als im Fünfsitzer-Berlingo. Das schränkt hier für Erwachsene die Kniefreiheit spürbar ein, selbst wenn die zwei hintersten Sitze nicht be­nötigt werden. Alle Einzelsitze können umgeklappt und aus­gebaut, aber nicht in Längs­richtung verschoben werden. Bei Nichtgebrauch ragen die Zusatzsitze auch zusammen­geklappt mit ihrer zerklüfteten Unterseite platzraubend in den Gepäckraum. Im Fond des Citroen Berlingo geht es also deutlich enger zu als im Dacia Logan, der Zustieg nach ganz hinten ist ebenso mühsam. Doch die Einzelbestuhlung und Schiebetüren machen den Ci­troën Berlingo zum besser nutzbaren Transporter. Funktionale Ausstattung im Citroen Berlingo Beim Ambiente kann der teurere Citroen Berlingo hingegen kaum Vorteile verbuchen, Funktionalität ohne Schnick­schnack steht bei beiden klar im Vordergrund. Robuste Materialien sind Trumpf, eine solide, klapperfreie Verarbeitung ist trotzdem inklusive. Einfach muss also nicht schlecht sein. Und keinen Ver­zicht bedeuten - zumindest beim Citroen Berlingo. Das fängt bei zahlreichen Extras wie Park­sensoren oder Tempomat an, die die Franzosen vorzugswei­se im Paket, aber immerhin optional bereithalten, und hört bei der Sicherheitsausstattung nicht auf, wie das serienmä­ßige ESP und die sechs Air­bags beweisen. Das kann man heute selbst von einem Hoch­dachkombi mit Nutzfahrzeug- Charakter erwarten - jedoch nicht voraussetzen, wie der Dacia Logan zeigt.

Kein ESP für den Dacia Logan Nur zwei Frontairbags an Bord und Seitenairbags als Option (280 Euro) mögen bei dem niedrigen Grundpreis noch akzeptabel sein. Aber dass gerade für ein Familienauto weder Kopfair­bags noch ESP zu haben sind? Im Grenzbereich bleibt der Dacia Logan zwar weitgehend gut­mütig und leicht beherrschbar, doch auf Lastwechsel reagiert er bereits ohne volle Zuladung mit spürbarem Eindrehen. Eine unterdurchschnittliche Brems­leistung und ein mäßiges Abblendlicht passen da ins Bild. Der Citroen Berlingo zieht sich hier achtbar aus der Affäre. Seine Bremsen packen ordentlich zu, das ESP greift frühzeitig und konsequent ein. Dynamische Ambitionen unterbinden je­doch auch die gefühllose, stößige Lenkung, das träge Handling und nicht zuletzt das üppige Gewicht von mehr als 1,5 Tonnen. Der Citroen Berlingo kommt nur langsam auf Touren Das sind fast 250 Kilo mehr als beim Dacia Logan, an denen der 1,6-Liter-Benziner des Citroen Berlingo schwer zu schlep­pen hat. Ohne häufige Gang­wechsel kommt der 109 PS starke Hochdachkombi kaum in Schwung, wobei das unprä­zise Fünfganggetriebe mit sei­nen langen Schaltwegen wenig Freude macht. Der Vierzylinder lässt sich seine Arbeit im Test mit durchschnittlich 9,6 L/100 km vergüten, bleibt jedoch akustisch dezent, so dass sich auf der Autobahn die Windge­räusche in den Vordergrund drängen. Im Dezember wird der Motor durch den nach Eu­ro 5 schadstoffarmen VTi 120 abgelöst, der aus ebenfalls 1,6 Liter Hubraum etwas mehr Leistung (120 PS) und Dreh­moment (160 Nm) entwickelt sowie im Normzyklus knapp einen Liter weniger verbraucht. Aufpreis: 350 Euro. Mangelhafte Sicherheitsausstattung wirft den Dacia Logan zurück Beim Dacia Logan bleibt alles beim Alten, und das reicht, um spür­bar sparsamer (8,5 Liter) und flotter unterwegs zu sein. Ab­seits aller Transportaufgaben vermittelt der Dacia Logan ( der Dacia Logan MCV 1.6 MPI LPG im Fahrbericht ) mit seiner angenehm direkten Lenkung und der zwar knochigen, aber ausreichend exakten Schaltung durchaus so etwas wie Fahr­spaß. Komfortansprüche wer­den hingegen nur in beschei­denem Maß erfüllt. Sein 105-PS-Benziner bleibt selbst bei gleichmäßigem Tempo kaum überhörbar; unbequeme Sitze und die vergleichsweise steif ansprechende Federung verlei­den längere Autobahntouren. Unter den unprätentiösen Nutzfahrzeug-Ablegern kann sich der Dacia Logan damit erstaun­lich gut gegen den Citroen Berlingo behaupten - vor allem, wenn öfters alle sieben Sitze genutzt werden. Der 8.000 Euro gerin­gere Basispreis des Dacia Logan ist für Familien ein wichtiges Ar­gument, die mangelhafte Sicherheitsausstattung spricht allerdings gegen ihn.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-12-27

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