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Testbericht

2. April 2015
Eigentlich gibt es kaum einen besseren Ort, um den Komfort des neuen Audi Q7 zu beurteilen, als die Schotterpisten Namibias. Im Komfort-Modus schluckt die neue Ein-Kammer-Luftfederung sehr viel weg, nur wenige harte Schläge werden ungefiltert an die Passagiere weitergegeben. Schon nach wenigen Kilometern steht fest: In Sachen Federungskomfort fährt der Q7 in einer ganz anderen Liga als sein Vorgänger. Den Rest filtern dann noch die bequemen Sitze ab, deren Verstellung nun komplett über den Knopf unten am Sitz erfolgt – auch ohne den zentralen Dreh-Drücksteller. Das ist besser gelöst als bei älteren Audi-Modellen.

Audi Q7-Bedienung im gewohnten Layout
Insgesamt bleibt es aber beim gewohnten Layout mit Dreh-Drücksteller und hoch sowie gut sichtbar im Cockpit integriertem Bildschirm. Das Touchpad, auf dem man etwa die Buchstaben der Straßennamen für die Navigation virtuell aufschreiben kann, ist nun vor dem Dreh-Drücksteller platziert. Es ist größer und übernimmt mehr Funktionen. An die wenigen Veränderungen bei der Bedienung gewöhnt man sich schnell. Der Dreh-Drücksteller ist allerdings so platziert, dass man seine Hand am Gelenk am gepolsterten Automatikwählhebel ablegen kann. Der Abstand dürfte nicht in allen Fällen ideal sein, da Hände unterschiedlich groß sind.Über die Audi-Phonebox in der Mittelkonsole verbindet der Q7 Handys kabellos mit der Außenantenne, wovon die Empfangsqualität deutlich profitiert. Smartphones, die induktives Laden unterstützen, werden aufgeladen, während sie in der Ablageschale unter der Mittelarmlehne liegen. Klappt tatsächlich.

Abspeckkur macht Audi Q7 agiler
Erneut beeindruckt Audi mit einem feinen und sauber verarbeiteten Innenraum. Im Fond finden auch große Passagiere einen absolut langstreckentauglichen Sitzplatz vor. Die kleinen Kunststoffwählhebel etwa zur Bedienung der Abstandsregeltempomaten sind weit weniger wertvoll und handschmeichlerisch gestaltet wie die edlen Regler der Klimaautomatik. Aber zugegeben: Hier suchen wir schon das Haar in der Suppe.Obwohl auf grobstolligen Reifen unterwegs, überzeugt die Lenkung durch einen gelungenen Kompromiss aus Komfort und direkter Rückmeldung. Die Auswirkungen der optional erhältlichen Allradlenkung können allerdings auf Schotterpisten nicht seriös beurteilt werden. Was aber auffällt: Der Q7 wirkt handlicher und agiler. Die Diät hat dem großen Audi SUV offenbar gut getan. Er speckte um bis zu 325 Kilogramm ab, was in Kombination mit einem um 50 mm tieferen Schwerpunkt der Fahrfreude auf Landstraßen genauso zu Gute kommen dürfte wie bei der Suche nach Großstadt-Parklücken. Endgültig lässt sich die Agilität des Q7 aber erst mit normaler Straßenbereifung auf Asphalt beurteilen.Zum Marktstart wird es zwei Sechszylinder für den neuen Audi Q7 geben. Der 3.0 TDI leistet 272PS und bringt es auf 600 Newtonmeter Drehmoment. 440 Newtonmeter sind es beim 3.0 TFSI-Benziner, der allerdings 333PS leistet. In Deutschland folgt im dritten Quartal ein leistungsgedrosseltes Effizienzmodell mit 218PS. Das sportliche Top-Modell SQ7 debütiert auf der IAA im September.

Neuauflage hat ihren Preis
Zur Testfahrt stand der 333-PS-starke TFSI zur Verfügung, dessen Kraft vom harmonischen Wandler-Automaten mit seinen acht Stufen passend verwaltet wird. Laut Werksangabe beschleunigt er in 6,1 Sekunden von null auf Tempo 100.Fazit: Beim Audi Q7 hat sich viel spürbar verbessert. Herausragend ist die Gewichtsreduzierung, die laut Hersteller zu einem um bis zu 28 Prozent (TFSI) niedrigeren Spritverbrauch führt, und die neue Fahrwerkskonstruktion mit Fünflenker-Achsen, niedrigerem Schwerpunkt und Ein-Kammer-Luftfederung, die den Q7 ebenso agiler wie komfortabler macht. Das Ganze hat aber seinen Preis: Mindestens 60.900 Euro werden fällig. Wer das Geld hat, kann ihn ab sofort bestellen.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-04-02

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