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Testbericht

21. September 2018

FahreigenschaftenInnenraumFazitEgal ob nun im Hause Audi oder bei BMW – lange ging es im bezahlbaren SUV-Angebot doch ziemlich eintönig zu. Zu sehr ähneln sich X1 und X3 oder Q3 und Q5 – optisch wie technisch. Doch inzwischen ist wieder mehr Leben in der Bude: Der äußerlich unverwechselbare Audi Q2 kam schon 2016 auf den Markt, nun betritt mit dem BMW X2 ein weiterer Spielkamerad die Bühne, der besonders in der M-Sport-X-Variante ziemlich extrovertiert auftritt.So wartet der kleine und flache Bruder des X1 nicht nur mit einer emblemverzierten C-Säule auf, sondern er vermischt auch typische Insignien der X-Modelle mit Elementen der BMW M GmbH. Der Testwagen kombiniert etwa robust anmutende Kunststoffeinsätze mit dem M-Sportfahrwerk samt Tieferlegung, verfügt über eine direkter agierende Sportlenkung und rollt auf 19 Zoll großen Rädern.

Fahreigenschaften: Kurvengieriger X2, komfortabler Q2
Das klingt vielversprechend, und tatsächlich ist bei BMW derzeit wohl kaum ein SUV kurvengieriger. Seine Lenkung arbeitet sehr präzise und direkt, liefert viel Rückmeldung, ohne in Nervosität zu verfallen. Schnelle Wechselkurven über Land meistert der X2 entsprechend zackig, ohne Gewanke und lange neutral. Zugleich liegt er auf der Autobahn satt und spurstabil und überzeugt auf dem Testgelände mit guten Werten. Obwohl 17 Zentimeter länger als der Q2, wetzt der X2 mit beachtlichem Tempo um die Hütchen, düpiert den Audi, der mit warm gefahrenen Bremsen zudem nicht ganz so kräftig verzögert (62,0 zu 60,5 m aus einer Geschwindigkeit von 130 km/h).Die sportliche Abstimmung bringt freilich auch Nachteile mit sich. Über Kanaldeckel oder weniger gepflegte Strecken rumpelt der BMW X2 herber, als manch einem lieb ist. Hier schlägt sich der getestete Audi Q2 Sport mit S line Sportpaket und verstellbaren Adaptivdämpfern (800 Euro) besser. Insbesondere im Komfortmodus verarbeitet der kleinste Audi-SUV Straßenschäden oder flott überfahrene Querfugen gelassener, fängt viel ab, neigt sich in Kurven aber auch entsprechend stärker zur Seite.Selbst im Sportmodus wirkt der dann satter liegende Audi noch ausreichend komfortabel, doch zum ebenbürtigen Sportler reift er so nicht. Dazu mangelt es der Lenkung an Präzision und Rückmeldung, zudem untersteuert er erstaunlich früh, und die Passagiere sitzen spürbar höher.Führt die Strecke einfach geradeaus, liegt indes der 83 Kilogramm leichtere Audi Q2 2.0 TDI Quattro klar vorn. Sein 150 PS starker Selbstzünder arbeitet nicht nur leise, er schiebt auch kräftiger an. Auf 130 km/h sprintet er beispielsweise in 15 Sekunden, während der ebenso starke BMW X2 xDrive18d dafür 1,1 Sekunden mehr benötigt. Zugleich punktet der Q2 mit seinem serienmäßigen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das die Gänge wie gewohnt flott und ruckarm sortiert, während sich der BMW-Pilot im Testwagen mit einem hakeligen Schaltgetriebe arrangieren muss. Für den X2 xDrive 18d ist derzeit kein Automatikgetriebe verfügbar.Immerhin beeindruckt der BMW-Zweiliter mit enormer Laufruhe und erfüllt mittels SCR- und Speicherkat bereits die Euro-6d-Temp-Norm. Kaum Unterschiede ergeben dagegen die Verbrauchsmessungen. Beide Vierzylinder belassen es bei einem Testverbrauch um sieben Liter auf 100 Kilometer. Auf der speziellen, 275 Kilometer langen Eco-Runde sind auch Werte unter sechs Litern möglich.

Innenraum: Der BMW ist feiner, der Audi kleiner
Dabei sind die Innenräume der kleinen Premium-SUV jeweils luftig genug, um vier große Passagiere ohne Verrenkungen ganz gut unterzubringen. Auch das schicke Interieurdesign gefällt, wobei der BMW X2 als M Sport X etwas feiner auftritt. Hochwertige Armaturenbretter und ansprechende Mittelkonsolen finden sich hier wie dort, doch mit weichen Stoffeinsätzen in den Türen kann nur der BMW dienen, während Audi hier lieber auf billiges Hartplastik setzt. Sehr gelungen sind im BMW X2 auch die seitenhaltstarken Sportsitze mit Alcantara-Bezug und gelb gefärbten Nähten. Der Audi Q2 trumpft im Gegenzug mit einem virtuellen Cockpit auf, dessen Anzeigen sich vielfach verstellen lassen. Doch ganz ehrlich: Meist blendet man hier nur die Navi-Karte ein, alles andere ist Spielerei.Der neuere BMW gibt sich da konservativer, rollt mit klassischen Analoginstrumenten an. Ein Nachteil ist das aber nicht, denn sie sind erstklassig ablesbar. Als top erweist sich erneut seine Bedienphilosophie mittels Dreh-Drück-Steller. Das funktioniert so gut und intuitiv, dass die ebenso mögliche Touchscreen-Bedienung schnell in Vergessenheit gerät. Nicht ganz so einfach, da auf mehr und teils verstreute Tasten verteilt, gelingt die Bedienung im Audi. Ansonsten ist das Angebot an Extras bei beiden SUV breit gefächert, umfasst mitlenkende LED-Scheinwerfer ebenso wie Stauassistenten oder aufwendige Infotainment- und Navi-Systeme mit fest verbauten SIM-Karten.In puncto Laderaum und Variabilität ist der längere X2 besser aufgestellt, zwischen 470 bis 1.355 Liter Gepäck lassen sich hier verstauen. Zusätzlich gibt es unter einem soliden, faltbaren Ladeboden Platz für größere Taschen, und die gut ausgeformte Rückbank ist serienmäßig dreigeteilt. Optional lässt sich zudem die Beifahrerlehne nach vorn umklappen. Selbst ein Gepäckraum-Trennnetz zur Absicherung der Insassen (190 Euro) findet sich in der Optionsliste. Der Audi nimmt mit 355 bis 1.000 Litern deutlich weniger Gepäck mit, wobei hier 50 Liter dem Allradantrieb geschuldet sind. Eine dreigeteilte Lehne kostet 250 Euro, und unter dem Ladeboden ist lediglich Platz für den optionalen Subwoofer.

Am Ende wird es knapp
Bis hierhin hat der BMW einen kleinen Vorsprung erarbeitet, doch der reicht nicht bis ins Finale. Dafür ist der in Regensburg produzierte SUV einfach viel zu teuer. Denn während Audi für den Q2 2.0 TDI Sport mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe 35.150 Euro verlangt, steht der X2 xDrive18d M Sport X mit 44.900 Euro in der Liste – wer eine Automatik will, muss den Fronttriebler sDrive 18d (zusammen 45.000 Euro) wählen. Selbst wenn man ihm seine reichhaltigere Serienausstattung mit LED-Scheinwerfern und automatischer Heckklappenbetätigung zugutehält, ist er mindestens 7.000 Euro teurer.Das kostet den BMW gewaltig Punkte, und so fährt der Audi doch noch auf den ersten Platz vor. Erfrischend talentierte Spitzbuben sind aber letztlich beide.

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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2018-09-21

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