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Testbericht

18. Mai 2014
Der Sommer war nie weg, immer nur einen Tastendruck entfernt. Mit Ganzjahrescabrios wie dem neuen Audi A3, dem Opel Cascada oder dem VW Golf ist Sommer nur eine Frage der Einstellung. Dach auf, wir fahren der Sonne entgegen und finden den besten offenen Kompakten.

Audi A3 gibt den Perfektionisten Windstärke sieben peitscht das offene Meer zu vier bis fünf Meter hohen Wellen auf. An Land schwanken Bäume, nicht aber das Verdeck des Audi A3. Audi kalkulierte nämlich mit Gegenwind für das neue Cabrio: Selbst wenn es mit 50km/h fährt und ihm dabei ein Wind mit gleicher Geschwindigkeit entgegenstürmt, verklappt sich das Verdeck in 18 Sekunden hinter den Rücksitzen. Als erste offene Variante des modularen Querbaukastens basiert der A3 nun auf der Stufenheck-Limousine, wovon die Proportionen mehr profitieren als die Passagiere. Obwohl 18,3 Zentimeter gewachsen, bleibt er ein 2 2-Sitzer. Auf der Rückbank mit der steilen Lehne genügt Erwachsenen der Platz nur für kurze Strecken. Viel bequemer sitzen Pilot und Co. auf den optionalen Sportsesseln. Dazu richtet sich das Cabrio so wertvoll und makellos ein wie alle Audi A3, überzeugt mit moderner Bedienung und dem gut nutzbaren Kofferraum, der nur 45 Liter einbüßt, wenn die Verdeckwanne herunterklappt, damit sich das Softtop hineinfalten kann. Samt Antrieb wiegt es nur 50 Kilo, weil das Gestänge zum Teil aus Magnesium besteht. Überhaupt ist der 4,42 Meter lange A3 mit 1,5 Tonnen ein leichtes Cabrio, hoch- und höherfeste sowie formgehärtete Stähle senken das Gewicht, sichern hohe Verwindungsfestigkeit selbst auf sehr schlechten Straßen. Auf denen bietet der Audi A3 trotz seines Sportfahrwerks und auch ohne Adaptivdämpfer hohen Komfort. Leer wie beladen spricht die Federung auf Unebenheiten fein an, steckt selbst herbe Schläge gut weg und unterdrückt stärkere Karosseriebewegungen. Zum hohen Komfortniveau passt das aufwendig gedämmte Akustikverdeck ebenso wie der kultivierte Antrieb. Der 1,8-Liter-Turbobenziner mit kombinierter Saug- und Direkteinspritzung legt homogen los, zieht vehement und dreht quirlig – freundlich unterstützt vom präzisen und passend abgestuften Sechsganggetriebe. Doch im Vorwärtsdrang wirkt er mit seinen 180PS nicht so gierig wie der Golf GTI, ist es dafür auch beim Verbrauch nicht. Das gilt gleichermaßen beim Fahrverhalten, das höchste Sicherheit präferiert und sich mit der etwas rückmeldungsschüchternen Lenkung beim Thema Handling zurückhält. Beim Preis auf Zurückhaltung zu hoffen, wäre beim Audi A3 dagegen naiv. Der Opel ist ausstattungsbereinigt 9.000 Euro günstiger.

Opel Cascada spricht Cruiser an Für 28.245 Euro gibt es mit dem Cascada 1.6 SIDI schon rein quantitativ eine Menge Auto. Er wiegt fast fünf Zentner mehr als der Golf, erstreckt sich auf 4,70 Meter. Die wesentlich üppigeren Abmessungen setzt er jedoch in ein im Vergleich zum Audi A3 nur unwesentlich besseres Raumangebot um. Auf der hart gepolsterten Rückbank gibt es etwas mehr Kopf- und Beinfreiheit für zwei, im Kofferraum bei geschlossenem Dach 60 Liter mehr Volumen. Fahrer und Beifahrer sitzen langstreckenbequem auf hoch positionierten Sitzen, kommen so dem massiven Frontscheibenrahmen nahe. Überhaupt: Die Massivität, die Schwere, sie charakterisiert den Opel – im Positiven in der Verarbeitung, die trotz sperriger Scharniere und einfachem Kunststoff solide wirkt. Doch das Gewicht drückt aufs Temperament des Motors, der mit dem kleinsten Hubraum und der geringsten Leistung, im Vergleich zu Audi A3 und dem Golf, antritt. Mit leichten Vibrationen und ohne rechte Drehfreude beschleunigt der Direkteinspritzer den Opel, beim Durchzug hilft die kurze Übersetzung der hakeligen Sechserbox. Besonders effizient ist der Viersitzer so nicht unterwegs, zapft sich auf 100 km 10,1 Liter teures Super Plus aus dem Tank. Mit 18-Zoll-Optionsrädern witscht er bei den Fahrdynamiktests am schnellsten über die ebene Teststrecke. Auf verstruwwelten Landstraßen stört dann die träge, gefühllose Lenkung, wirkt der fahrsichere Opel schwerfälliger. Lieber ruhiger, dann stören die Karosseriebewegungen und das matschige Bremspedal nicht so. Beim Cruisen wiegt sich der Cascada sacht über lange Wellen, rempelt aber herb über kurze. Auch bei Bedienung oder Rundumsicht bleibt er hinter den Rivalen, Audi A3 und Golf, zurück. Doch als unhektisches, günstiges Cabrio ist er eine echte Größe.

VW Golf GTI ist der Renner Vor 35 Jahren startete der offene Golf. Und vielleicht ist sein Erfolgsgeheimnis, dass es ihn seit 1979 nur in drei Generationen (I, III, VI) gab und das Cabrio von den 26 Jahren, in denen es gebaut wurde (2003 bis 2011 war Pause), 16 Jahre auf einer abgelösten Golf-Generation basierte. Das gilt auch für das aktuelle Modell, was sich am Mangel an Fahrassistenzsystemen zeigt. Das allein kostet den VW übrigens den Sieg hinter dem Audi A3. Wie gut die Golf-VI-Basis noch immer ist, beweist die hervorragende Raumausnutzung. Fahrer und Beifahrer reisen mit viel Platz und tief integriert auf perfekt konturierten Sportsitzen. Im Fond reicht der Raum locker für zwei Erwachsene. Das Raumwunder des kürzesten Autos im Vergleich zu Audi A3 und Cascada endet erst beim Kofferraum – doch seine 250 Liter lassen sich gut nutzen und bleiben vom Verdeck unbehelligt. Es klappt bis Tempo 30 in neun Sekunden in eine Kuhle hinter den Rücksitzen, was nicht so fesch aussieht wie bei den anderen, aber keine Nachteile hat. Ganz sicher auch kein Nachteil für das Cabrio ist es, hier als GTI anzutreten. Ihn treibt der alte, 210PS starke Zweiliter-Turbo an, das aber mit wuchtiger Entschlossenheit. Seine feinen Manieren legt er nach der Phase satten Durchziehens ab, stürmt und krawallt dann Richtung 7.000 Touren. Und weil das hier ein GTI ist, begeistert er mit enormem Temperament, dem präzisen, kurzwegigen Sechsganggetriebe, gutem Komfort (Adaptivdämpfer) und vor allem beim Handling. Rauflustig wirft er sich in Kurven, durchtobt sie präzise und direkt von der Lenkung geführt, neutral, sicher und sehr, sehr schnell. Endlich zieht er sich mithilfe der elektronisch simulierten Quersperre XDS auf die Gerade hinaus, um sie niederzustrecken. Zugegeben, er ist nicht gerade günstig und bremst nicht so vehement wie der Audi A3. Aber mit ihm wird der Sommer stürmisch.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-05-18

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