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Testbericht

Stefan Grundhoff, 11. März 2019
Die Monterey Autoweek rund um die Luxusenklave von Pebble Beach an der kalifornischen Pazifikküste hat im US-Bundesstaat Florida einen kaum weniger bekannten Bruder. Der Concours d\\\'Elegance von Amelia Island ist kleiner, exklusiver und läutet nicht nur in den USA die internationale Klassiksaison ein. Autos, Versteigerungen und Events sind schlicht spektakulär.

Wer in diesem Jahr am zweiten Märzwochenende auf dem First Coast Highway, der A1A unterwegs ist, muss etwas mehr Zeit mitbringen, denn auf der südlichsten Insel der Sea Islands ist die Hölle los. 51 Wochen im Jahr gibt es hier kaum mehr als wohl betuchte Rentner, die vom luxuriösen Winterrefugium in eines der grün gesäumten Wohnareale zum Golfen, Tennis oder einem abendlichen Grillempfang unterwegs sind. Ihre Karossen sind teuer, luxuriös und edel; doch wenn der Concours d\\\'Elegance auf Amelia Island einzieht, ist der 20 Kilometer lange Landstrich an der floridianischen Atlantikküste kaum wiederzuerkennen. Dicht an dicht wechseln sich spektakuläre Sportwagen mit Klassikern aus vergangenen Jahrzehnten ab. Wer einmal auf der A1A auf und ab fährt, kann klassische Ferraris wie F40, 365 BB oder 275 ebenso bestaunen wie historische Cadillac-Modelle, Jaguar E-Types, Mercedes 300 SL, coole Corvettes aus den 60ern oder einzigartige Custom Cars und verschrobene Hot Rods.

Bei den exklusiven Versteigerungen von RM Sothebys, Goodings, Russo Steele oder Bonhams wechseln grandiose Luxuskarossen im Minutentakt ihre Besitzer. Summen im sechsstelligen Bereich sind an der Tagesordnung und die exklusivsten Modelle von Isotta Fraschini, Lancia, Auburn, Lotus, Porsche, Aston Martin oder Hispano Suiza werden mitunter für Millionen versteigert. Da wechseln elegante Sportwagen wie ein Ferrari 365 GC/4 ebenso den Besitzer wie ein Messerschmitt Kabinenroller KR 200, der längst mehr als 60.000 Euro bringt oder ein reisetaugliches Bedford CA Dornmobile. Man sieht sich, trifft sich und spricht über den schneereichen Winter in Europa, die neuen Restaurants in Aspen und am frühen Morgen geht es nicht zum Brötchen holen, sondern auf einen kurzen Abstecher zu Waterwheel Cigar auf die erste Zigarre des Tages. Amelia Island ist anders - auch anders als Pebble Beach. Man ist entspannt, muss nicht arbeiten und genießt das Wochenende - sieben Tage die Woche und rund um den Concours noch etwas elitärer als sonst.

Man schaut auf einen Abstecher bei Cars Coffee vorbei, wo Autofans aus der ganzen Region ebenso stolz wie lässig ihre Alltagsmodelle präsentieren. Der Kaffee schmeckt lausig, doch das holen die strahlenden Boliden auf dem Golfplatz rund um den zentralen Veranstaltungsort des Hotel Ritz Carlton wieder raus. In Markenfamilien präsentieren sich fein säuberlich in Szene gesetzt edle Porsche 911, schicke Mercedes SL / S-Klassen, Sonderserien von Corvette und Lincoln oder neueste Supersportwagen von McLaren und Co.. Angesichts dieses Angebots fallen einem ein gelber VW 181, historische Käfer-Modelle, ein Nissan R 390 GT 1 oder Exoten wie ein Qvale Mangusta stechend ins Auge. Mit einem historischen Ford Mustang, einem hölzernen Chrysler Town Country oder selbst einen DeTomaso Pantera GTS kann man hier kaum auffallen.

Volkswagen verabschiedet sich auf dem Amelia Island Concours offiziell von seinem legendären VW Beetle, der erst einmal keinen Nachfolger bekommt. In den USA überaus erfolgreich und Imageträger zugleich ist es für den rundlichen Mexikaner zu Ende. Wie bewegt diese Historie war, zeigen beim Concours Raritäten wie das viertürige VW Käfer Taxi von 1954 aus Berlin oder die spektakulären Rometsch-Karosserien von Coupé und Cabrio, die jeden Karmann Ghia alt aussehen lassen. Keine große Überraschung, dass das Rometsch Beeskow Coupe von Autosammler Traugott Grundmann aus Hessisch-Oldendorf beim Concours d\\\'Elegance den ersten Preis abräumte. \"Das ist ein Auto, dass Beeskow für seine Frau designte und zeigt, wie elegant eine Beetle-Basis sein kann\", freut sich Volkswagen-Chefdesigner Klaus Bischoff als einer der Juroren. \"Für uns muss ein Auto gefahren werden\", lacht Traugott Grundmann, \"das ist anders als bei vielen hier auf dem Concours, die mit einer Zahnbürste in den kleinsten Ecken putzen.\" Die Juroren selbst sind dabei fast genauso bekannt die die Fahrzeuge, die sie bewerten. Derek Bell, Wayne Carini, Hurley Haywood, Jochen Mass oder McKeel Hagerty sind in der Automobilszene selbst Legenden.

Mercedes zeigt mit zwei benachbarten Flügeltürern, was durch eine Restaurierung möglich ist. Während der Mercedes 300 SL Flügeltürer mit der Produktionsnummer 43 als unrestaurierter Scheunenfund in der Grundierungsfarbe strahlt, der im nicht einmal 50 Kilometer entfernten Jacksonville entdeckt wurde, präsentiert sich die Produktionsnummer 44 nach fast vierjähriger Komplettrestaurierung im blauen Bestzustand. Ein Schaulaufen der ganz besonderen Art ist es für Rennfahrerlegende Jacky Ickx, von dem zahllose Rennwagen auf Amelia Island zu bestaunen sind. Dass man Jacky beim Fachsimpeln an seinen Autos selbst packen kann, zeigt, wie entspannt die Atmosphäre in Amelia Island ist.
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Quelle: Autoplenum, 2019-03-11

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