29.02.2012, press-inform
FERRARI 2012
Der neue Ferrari F12 Berlinetta
Eine Grazie von Maranellos Gnaden und ein Rennwagen für die Straße: Erstes ergibt sich aus traditionell italienischer Schneiderzunft: Pininfarina heißt der Meister schöner Linien. Zweites aus den sexy Maßen 4,62 x 1,94 x 1,27. Italiens Topmodel ist fraglos das neue von Ferrari, mit langer Haube und knackigem Abgang. In allen Dimensionen hat der neue F12 Berlinetta um ein paar Zentimeter zugelegt, na und? Es steht ihm so gut, wie es fahrdynamisch höchst wertvoll ist. Der hintere Überhang und der Radstand wurden zudem im Vergleich zum Vorgängermodell 599 GTB gekürzt. Die zwei Sitzschemel, und damit der für die Fahrdynamik so wichtige Fahrzeugschwerpunkt, rückten weiter gen Erde. Das von Scaglietti stammende Alu-Chassis spart nicht nur Gewicht (-70 kg gegenüber dem 599 GTB). Leistungsübersteuern lässt sich in zwei Zahlen und einen Doppelpunkt ausdrücken: 46:54 als gewollt hecklastige Gewichtsverteilung. Dass die schöne Karosse zudem 20 % verwindungssteifer ausfällt, macht dynamisch ebenso Sinn.
Über den Sinn von Verbrauchsvorteilen (Ferrari sagt 30 % weniger im Vergleich zum 599 GTB, im Drittelmix: 15 l/100 km) lässt sich diskutieren, oder man gibt dem 6,2-Liter-V12 einfach das, was seine 740 Pferde – der F12 ist der stärkste Seriensportler aus Maranello – brauchen: vollen Auslauf. Dann jubelt das hyperagile Zwölfzylinderaggregat hoch bis 8.700 Umdrehungen und produziert quasi im Vorbeilaufen auch noch ein Drehmoment-High von fast 700 Newtonmetern. Das reicht der V12 nicht auf alle vier Räder wie im FF, sondern via F1-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Manier auf die Hinterachse. Das Katapult ist damit auch ohne Allradantrieb perfekt: Die F12 Berlinetta gummiert in 3,1 Sekunden 100 und in 8,5 die 200 km/h. Erst bei 340 km/h liefern sich Wind und Ferrari (CW-Wert: <0,3) einen Patt. Das hat seinen Preis. Investierte man bisher 250.000 Euro in Ferraris Topmodell, addiert sich nun der Gegenwert von einigen Zehntausend Liter Super Plus hinzu – soviel zu Ferraris neuem Sparansatz. (Lothar Erfert)









