Testbericht

17. Mai 2016
Valencia (Spanien), 17. Mai 2016 - Das Wort "Höherpositionierung" wird bei Peugeot derzeit bei jedem neuen Modell und jedem Facelift in den Mund genommen. Die Marke mit dem Löwen will ins Premiumsegment vordringen und das kleine SUV namens 2008 macht da keine Ausnahme. Der 4,16 Meter lange Wagen, der seit 2013 rund 585.000 Käufer finden konnte, wurde nun überarbeitet. Ob es geklappt hat mit dem Schritt in Richtung Premium und Höherpositionierung? Wir haben das City-SUV getestet. Mit "Charakter und Eleganz"? In Sachen Optik hat Peugeot beim 2008 nur sehr behutsam das Messer angesetzt. Neben neuen Scheinwerfern, einem neuen und steiler stehenden Grill und einem Unterfahrschutz liftete der Hersteller Kotflügelverbreiterungen aus unlackiertem Plastik an die Karosserie. Am Heck sind die Neuerungen noch unauffälliger: Die Grafik der Rückleuchten wurde geschärft. Fällt das Facelift auf? Nun ja, zumindest dann, wenn Sie zu der neuen Farbe "Ultimate Rot" greifen. Peugeot spricht übrigens von einem Fahrzeug mit "Charakter und Eleganz, ohne es zu übertreiben". Elegant ist das Äußere auf jeden Fall, doch wer mehr Charakter möchte, sollte vielleicht zum konkurrierenden Nissan Juke greifen. Neue Ausstattungslinie: Die GT Line Ein Peugeot 2008 wird nach Herstelleraussage selbst bei den Kunden, und nicht nur bei den stets gut ausgestatteten Pressetestwagen, mit reichlich Optionen versehen. 55 Prozent der Käufer greifen zur höchsten Ausstattungslinie "Allure". Darunter rangieren die zwei Varianten "Access" und "Active". Wegen der "Höherpositionierung" (Sie werden sich erinnern) bietet Peugeot ab sofort auch noch die GT Line an, die sportliche Akzente setzt. Für 1.100 Euro Aufpreis versehen die Franzosen den 2008 dann mit allerlei roten und schwarzen Farbtupfern (Spiegelgehäuse, Dachrehling, Kühlergrill und Schriftzüge), ziehen 17-Zöller auf und klemmen eine Dekorauspuffblende an die Heckschürze. Und auch im Innenraum wird mit vielen roten Elementen und Aluminiumbauteilen auf Sportlichkeit gesetzt.
Diesel oder Benziner? Manuell oder automatisch? Motorenseitig stehen 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 82, 110 und 130 PS sowie 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 99 und 120 PS zur Verfügung. Hier hat man die Qual der Wahl, denn alle Aggregate sind laufruhig und verhelfen dem 2008 zu einer ausreichend flotten Gangart. Letztlich gibt es deshalb zwei Fragen, die Sie sich vor der Motorenwahl stellen sollten: Fahren Sie so viel mit dem kleinen Stadt-SUV, das sich ein Diesel lohnt? Und: Welches Getriebe bevorzugen Sie? Die Einstiegsaggregate werden nämlich mit einer manuellen Fünfgang-Schaltung ausgestattet. Es handelt sich dabei um ein gut abgestimmtes Getriebe, keine Frage, aber eben auch um eines mit sehr undefinierten Schaltgassen und langen Wegen. Wer das deutlich bessere Sechsgang-Getriebe möchte, muss jeweils zum Topmotor greifen. Darüber hinaus ist die zügig und sanft schaltende Sechsgang-Automatik zu empfehlen, die Peugeot nur in Verbindung mit dem 110-PS-Benziner anbietet. Beim Verbrauch lagen die Benziner im Test bei rund sieben Liter im Durchschnitt. Die beiden Diesel begnügten sich mit etwa zwei Liter weniger Kraftstoff auf 100 Kilometer. Stets ohne Allradantrieb Dass der 2008 eher für den On- als für den Offroadbetrieb gebaut wurde, merkt man spätestens daran, dass Peugeot das Modell lediglich mit Frontantrieb anbietet (den Skoda Yeti, den Nissan Juke oder auch den Suzuki Vitara gibt hingegen immer auch in einer Allradvariante). Anstelle eines Allrads offeriert der Hersteller ein Traktionssystem namens "Grip Control". Es soll mit verschiedenen Modi (Sand, Matsch, Schnee, Straße und ESP-Off) elektronisch dem Traktionsverlust der Vorderräder vorbeugen. Am Strand von Valencia probieren wir den Sand-Modus aus und siehe da: Man kommt deutlich besser durch den weichen Untergrund als im Straßenprogramm. Trotzdem: Ein echter Ersatz für einen Vierradantrieb ist dieses System selbstverständlich nicht. Es gibt mehr Selbstbewusstsein, ja, aber die Physik hat eben ihre Grenzen. Premium auf der Straße? Das Onroad-Fahrverhalten des 2008 fällt dafür deutlich erfreulicher aus: Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und lässt den Wagen selbst bei schnell genommenen Kurven auf den umliegenden Bergstraßen der Region nur sehr gering schaukeln. Der Federungskomfort ist ebenfalls auf dem Kleinwagen-Niveau der Konkurrenz und die Abrollgeräusche halten sich weiterhin im Rahmen. Für uns kratzt der kleine Löwe damit fahrerisch tatsächlich am unteren Ende des Premiumsegments. Auch im Inneren gibt es nur noch wenige Punkte, die gegen eine Premium-Adelung sprechen - aber es gibt Sie. Die Verarbeitung ist zwar fast perfekt und man integriert sich als Passagier gut und schnell in das Innenraumkonzept, doch das winzige Lenkrad und zum Teil fragwürdige Materialien (Klavierlack und eine Oberfläche, die an silberfarbenes Schleifpapier erinnert) trüben das sonst so tolle Bild aus bequemen Sitzen, dem futuristisch anmutenden Cockpit und dem reichhaltigen Infotainment-Angebot mit den wichtigsten Assistenzsystemen ein wenig ein.
Kofferraumvolumen und Preis Kommen wir zum Schluss zu dem Kapitel mit den Zahlen: Ab 15.500 Euro bietet Peugeot einen schicken Konkurrenten zum Suzuki Vitara (ab 17.990 Euro), zum Skoda Yeti (ab 19.990 Euro) und zum Nissan Juke (ab 15.550 Euro). Noch mehr Zahlen gefällig? Das Kofferraumvolumen des 2008 reicht von 350 bis 1.194 Liter. 354 Liter fasst der Juke, 375 Liter der Vitara und 405 Liter der Yeti. Gut, dass "Premium" und "Höherpositionierung" meist nicht wirklich etwas mit der Größe des Gepäckraums zu tun haben.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Benzin-Reihenmotor
Hubraum:1.199
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:3
Leistung:96 kW (130 PS) bei UPM
Drehmoment:230 Nm bei 1.750 UPM
Preis
Neupreis: 21.650 € (Stand: Mai 2016)
Fazit
Mit wenigen Designänderungen am 2008 hat Peugeot ein kleines, schickes und frisch aussehendes SUV auf die Beine gestellt, an dem es nicht viel zu bemängeln gibt. Die Motoren und Getriebe (ausgenommen die Fünfgang-Schaltung) machen durch die Bank weg einen ausgereiften Eindruck und sind gut auf die anderen technischen Komponenten des Wagens abgestimmt. Schade ist eigentlich nur, dass es den 2008 nicht mit der Option auf Allrad zu kaufen gibt. Wer allerdings einen hochbeinigen Begleiter mit nur 4,16 Meter Außenlänge für die Stadt sucht, der alle wichtigen Technikfeatures an Bord hat und mit einem im Konkurrenzvergleich sehr wertigen Innenraum aufwarten kann, der ist bei der Zahl 2008 an der richtigen Hausnummer gelandet.+ laufruhiger und kraftvoller Dreizylinder-Benziner, schicker und wertiger Innenraum mit toller Sitzposition, angemessener Preis, akzeptabler Verbrauch, einfache Bedienung, bullige neue Front- nach hinten etwas unübersichtlich, zum Teil fragwürdige Designlösungen im Innenraum, kein Allrad, sehr kleines Lenkrad
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2016-05-17

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