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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 25. September 2015
Skoda mischt mit dem Fabia R5 die Rallye-Klasse WRC2 auf: Jan Kopecký und Pavel Dresler holten in der 280-PS-Rakete die tschechische Meisterschaft. Im Gelände zeigt der Offroad-Bolide, was er kann.

Der Fabia R5 ist ein Erfolgsmodell. Der Rallye-Flitzer räumt bei Wettrennen rings um den Erdball ab: Ob in Asia-Pacific-Region oder in Europa - der Fabia R5 gehört zu den schnellsten Autos der WRC2 und die Piloten in den weiß-grünen Overalls sind Stammgäste auf den Siegerpodesten. Liest sich alles ganz toll, nur wenn man festgezurrt in einer Sitzschale klebt und mit vollem Karacho auf ein schmales Asphalt-Eck zudonnert, wünscht man diese Lobeshymnen zum Teufel. Doch der Fabia R5 lässt den Piloten nicht im Stich. Das Lenkrad volles Rohr einschlagen und gleichzeitig den senkrecht nach oben stehenden Handbremshebel ziehen - und schon dreht sich der Fabia R5 wie auf einem Bierdeckel.

Die Freude über die gelungene Aktion währt nur kurz. Der tschechische Rallye-Meister Jan Kopecký (Spitzname: "Honza") reißt die Gänge durch das sequentielle Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit interessiert bei einem Rallye Fahrzeug nur am Rande, aber die 280-PS-Rakete geht ab, wie die berühmte Feuerwehr. Mit einem maximalen Drehmoment von 420 Newtonmetern ist der Antritt auch unwiderstehlich. Nicht das Geradeausbolzen ist die Kernkompetenz des 1.230 Kilogramm schweren Vehikels, sondern das Kurvenräubern über Stock und Stein, Asphalt und Schlamm.

Egal ob Schlaglöcher oder Schotter, der Fabia R5 wird mit jedem Untergrund fertig. Da kommt schon wieder so eine mörderische Ecke. Neeeeeiiiiiiin! Doch! Im Voll-Drift feuert der Fabia R5 um die Kurve. Der 280-PS-Vierzylinder-Turbo röhrt zu diesem Stunt aus Leibeskräften. Die Verbrennungs-Sinfonie liefert die passende Begleitmusik zu der unmöglichen rechts-links-rechts-Kombination, die dem Fabia den Weg versperrt. Doch auch dieses Geschlängel meistert der Skoda souverän. Damit der Natur-Slalom auch möglichst geschmeidig gelingt, hat der Fabia R5 alle wichtigen Zutaten an Bord: Je ein mechanisches Sperrdifferential an der Vorder- und Hinterachse garantiert in Kombination mit dem Allradantrieb dafür, dass der Fabia R5 förmlich auf der Straße klebt.

Der mächtige Heckflügel, der das Geschoss auf den Untergrund presst, ist nicht nur Staffage, sondern Notwendigkeit. Mächtig und satt steht der Renn-Fabia da, mächtige Nüstern in der Front fächeln dem Motor und den Bremsen die dringend benötigte Kühlluft zu. Die schwarzen Walzen stecken unter frech ausgestellten Radläufen. Die grünweiße Kriegsbemalung unterstreicht den angriffslustigen Auftritt. Auch wenn die Optik an die Serien-Version des Fabia erinnert, hat der Rallye-Bolide nicht mehr viel mit dem braven Bruder gemein. Die Karosserieteile sind aus Carbon oder anderen Leichtbaumaterialien.

Wer ein solches Spaßmobil sein eigenen nennen will, kein Problem. Das macht dann rund 180.000 Euro. Im konkurrenzfähigen Renntrimm kommen dann noch ein paar Tausender drauf. "Der Fabia R5 ist auch für den Kundensport vorgesehen. Bisher haben wir 13 Fahrzeuge verkauft", erklärt Skoda-Motorsport-Direktor Michal Hrabánek. Der neue WRC2-König ist eine Weiterentwicklung des Vorgänger-Rallye-Flitzers Fabia S2000. Für die Entwicklung nahmen sich die Skoda-Ingenieure viel Zeit. Erst am 1. April dieses Jahres gab die FIA grünes Licht für die Rennkarriere des Fabia R5. Viele Teile, wie das McPherson-Fahrwerk, stammen noch vom Fabia S2000 und wurden für das neue Auto optimiert. "Wir haben unter der Hülle des S2000 viel getestet", erzählt Hrabánek.

Der größte technische Unterschied ist das Triebwerk. Sorgte beim S2000 noch ein Reihenvierzylinder-Saugmotor mit zwei Liter Hubraum für Vortrieb, wütet jetzt ein 1.6-Liter-Turbo-Triebwerk unter der Motorhaube. Die Basis ist der EA-888-VW-Benziner. Um die gewünschte Verringerung des Hubraums zu erreichen, veränderten die Ingenieure die Kurbelwelle und somit die Hublänge der Kolben. "Allerdings durfte das nicht mehr als 2.500 Euro kosten. Sonst hätte die FIA ihr Veto eingelegt", sagt Hrabánek. Die Operation ist gelungen. Der Fabia R5 eilt von Erfolg zu Erfolg.
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Quelle: press-inform, 2015-09-25

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