Testbericht

20. Dezember 2012

Sie suchen einen sportlichen Wagen, der etwas hermacht? Ein Porsche Cayman ist ihnen zu hart und zu sportlich? Der Porsche 911 bietet zu wenig Platz und der Porsche Cayenne ist ihnen zu wuchtig? Da hätten wir einen Tipp für sie: Testen Sie doch einmal den Porsche Panamera und vielleicht sogar als Diesel. Denn dann bekommen sie auch noch ein gutes Verbrauchs-Gewissen “kostenlos” mitgeliefert.

Mit dem Panamera gleiten oder sprinten?
Für die einen gibt es nur einen Porsche, es muss DER Porsche 911 sein. Für die anderen bietet Porsche sportliche Alternativen und jetzt sogar als Selbstzünder. Der Porsche Panamera sorgt für Aufmerksamkeit.

Seine 4.970 mm Länge und 1.931 mm Breite zeigen schon von außen: Das ist kein 2+2 Sitzer, sondern ein echter GT für richtig viel Platz auf allen vier Sitzen. Das hervorragende Gestühl und die separat einstellbare Klimaanlage sorgen dafür, dass sich die Fond-Passagiere wohl fühlen können. Hinten sitzen wie ein König – und das in einem Sportwagen.

Diesel und Sportwagen, passt dies zusammen? Auf jeden Fall. Schließlich hat BMW mit einem 3er-Diesel das 24h-Rennen gewonnen und Audi in Le Mans gezeigt, dass ein Diesel sehr wohl in einen Supersportwagen passt.

“Erste Sahne” Triebwerk
Die Daten sind beim Panamera Diesel beeindruckend. Für den Sprint auf 100 km/h werden gerade mal 6,8 Sekunden benötigt. Die 6-Zylinder aus dem 3-Liter-Triebwerk stemmen satte 550 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und erst bei 242 km/h ist “Ende-Gelände”. Porsche verspricht einen außerstädtischen Verbrauch von 5,5 l/100 km, falls die rollwiderstandsoptimierten 19-Zoll-All-Season-Reifen (Option) aufgezogen sind. Ist das nicht etwas zu optimistisch? Schließlich wird hier ein “Dickschiff” von 1.880 Kilogramm bewegt. Wir werden, wie immer, diese Daten genauestens verifizieren.

Panamera fahren ist einfach
In der Mittelkonsole ballen sich 30 Knöpfe und Schalter, fünf Taster gibt es im “Over-Head-Panel” und gleich vier Hebel und zwei Schaltpaddel am Lenkrad. Porsche Panamera fahren ist trotz alledem einfach. Schlüssel links einstecken, Bremspedal drücken, starten, Fahrhebel auf D und das war’s.

Der Panamera fährt sich weich. OK, das ist die Einstellung für Langstrecken-Gleiter. Nein, wir wollen es sportlich. Sporttaste gedrückt und schon fühlen wir uns, wie man sich in einem Porsche fühlen muss. Der Porsche Panamera ist ein echter GT, gleitet bei leichtem Gasfuß dahin – presst die Insassen bei Kickdown in die Sitze. Das adaptive Dämpferregelung Porsche Active Suspension Management (PASM, 1.547 Euro) ist meiner Meinung nach Pflicht für den Panamera Diesel. Ansonsten kommt kein Sportwagen-Feeling auf. Auf das Adaptive Luftfederung inkl. PASM (3.498,60 Euro) könnte ich verzichten.

Das Sport Chrono Paket Plus (797,30 Euro) ist mal wieder Pflicht. Sporttaste gedrückt (PASM wird automatisch auf Sport geschaltet) und das Achtgang-Tiptronic S-Getriebe schaltet etwas später. Im SportPlus-Modus wird dann noch etwas später geschaltet. Aber nicht wie beim Porsche Cayman R oder beim Porsche 997 GTS erst kurz vor oder bereits im roten Bereich.

Der erste Eindruck
Der Porsche Panamera ist ein großes und geräumiges Fahrzeug. Endlich haben auch die “Rückbänkler” viel Spaß an der Autofahrt. Sogar das Klima kann jeder einzelne Passagier für sich bestimmen. Der Porsche Panamera Diesel hängt gut am Gas und auch 245 km/h haben wir, gemäß Tacho, locker geschafft.

Den Long-Run-Turn hat der Porsche Panamera natürlich souverän abgespult – wie es sich für einen richtigen Gran Turismo gehört. Aber wie steht es mit dem Verbrauch? 5,5 Liter sind selbst für einen Diesel ein ambitionierter Wert, der kaum erreicht werden kann – oder doch?

Rollen lassen mit Zwischenspurts
Der Porsche Panamera kann sich richtig ins Zeug legen. Wenn er will, überspringt er auch die 250 km/h-”Schallgrenze”. Seine Stärke liegt aber im lässigen Cruisen. Dieseltypisch wirken 550 Newtonmeter Nenndrehmoment – 50 Nm mehr als beim Panamera S mit V8-Motor. Wer es aber richtig krachen lassen will, der muss dann aber doch in den manuellen Modus schalten. Meiner Meinung nach ist der SportPlus-Modus nicht scharf genug abgestimmt.

Kraftstoffverbrauch
Die Start-Stopp-Funktion arbeitet einwandfrei und schaltet, wenn das Triebwerk warm genug ist, auch im Winter den Motor aus. Im Stadt-Betrieb (Hamburg) konnten wir einen Verbrauch von 7,2 Liter realisieren. In der neuen Super-Sparrunde sogar die vorgegebenen 5,5 Liter herausfahren. Wir haben dieses Feature in den Test eingebaut , um die Labor-Daten zu beweisen oder zu widerlegen. Noch beeindruckender fand ich aber den Wert, den ich kurz vor dem Kassler-Kreuz herausgefahren habe: 143 Kilometer, Schnitt 111 km/h und ein sensationeller Verbrauch von nur 5,6 Liter auf 100 Kilometer. Eine Distanz von Donauwörth über Emsbüren bis Hamburg = 1.000 Kilometer war problemlos möglich, ohne als “Trödler” auf der Autobahn aufzufallen. Sogar einige Zwischenspurts waren drin. Erst in Hamburg kam die Aufforderung eine Tankstelle anzufahren.

Modus Strecke [km] Geschw. [km/h] Verbrauch [l/100km]
Autoplenum-Vergleichsrunde 56 76 5,8
Super-Spar 30 60 5,5
Landstraße, flott 45 65 7,0
Landstraße, sparsam 85 68 5,8
BAB sparsam 143 111 5,6
BAB normal 252 115 6,5
BAB schnell 151 141 7,8
Stadt 31 28 7,2
ADAC FSZ 122 53 9,8

Testverbrauch nach 2.481 Kilometern 7,2 l/100 km

Der Porsche Panamera Diesel hat ein hartes Testprogramm zu absolvieren. Auf der Motorvision Trackstrecke muss er beweisen, dass er nicht nur DieselPower hat, sondern ein echter Sportwagen ist. Kann der Porsche Panamera Diesel überzeugen?

Sportlich bedeutet eigentlich leicht
Und damit kann der Porsche Panamera nicht punkten. Mit zwei Tonnen “Lebendgewicht” rangiert der Porsche Panamera eigentlich eher in der Rubrik LKW. Umso mehr überrascht der Panamera mit seiner Wendigkeit.

Natürlich schieben die zwei Tonnen heftig über die beiden Außenräder, aber selbst ich, der eher vorsichtig agiert, hatte nach einigen Runden so viel Vertrauen in das ESP, dass ich es relativ entspannt habe “krachen lassen”. Der Panamera macht genau das was man von ihm erwartet. Er strahlt Souveränität aus. Weder liegt er wie Brett, noch lenkt er direkt ein. Aber mit „Sport Plus“ kann man flott fahren und hat das Gefühl richtig schnell zu sein. Das liegt vorwiegend an den Reifen, die des hohen Gewichtes wegen, recht früh anfangen zu Quietschen.

Das Getriebe schaltet bei „SportPlus“ spät genug um sicherzustellen, dass immer das maximale Drehmoment anliegt. Allerdings nervt es im „Manuellen“ Modus mit einer Schaltverzögerung die spürbar ist. Der Vorteil gegenüber dem PDK erschließt sich mir nicht. Das PDK schaltet besser und ruckfrei. Der achte Gang ist auch nicht so lang übersetzt wie ich es erwartet hätte. Aber für das entspannte Dahingleiten eine optimale Lösung.

Fazit
Der Porsche Panamera Diesel hat keine Schwächen gezeigt. Er ist ein echter Porsche und ein echter GT. Unglaublich, dass man mit so einem Schiff unter 6 Litern Diesel fahren kann – wenn man will. Noch mehr hat mich persönlich begeistert, wie man einen 2-Tonnen-GT in den Grenzbereich fahren kann – ohne schwitzige Finger zu bekommen. Ein größeres Kompliment kann man den Porsche-Ingenieuren nicht machen. Für den stolzen Preis von über 110.000 bekommt man einen extrem hochwertigen Grand Turismo, der schnell und sparsam ist.

Foto © 2012 Redaktionsbüro Kebschull

Tiptronic S mit speziellem Schaltprogramm
Der Panamera Diesel ist ausschließlich mit dem achtstufigen Porsche-Automatikgetriebe, der Tiptronic S, lieferbar. Das Steuerprogramm wurde speziell für den Dieselmotor abgestimmt: Aufgrund des schmalen Drehzahlbandes sind die Schaltpunkte völlig anders ausgelegt als beim Panamera S Hybrid, der als einziger weiterer Gran Turismo mit der Achtgang-Automatik ausgerüstet ist.

In der Praxis entspricht das Schaltverhalten des Panamera Diesel weitgehend dem eines Gran Turismo mit PDK-Getriebe. Die Diesel-Tiptronic S verfügt über eine Anpassung der Schaltpunkte an Fahrweise und Streckenprofil. Wie bei Porsche üblich, kann alternativ ein manueller Gangwechsel über Wippschalter am Lenkrad, oder durch Antippen des Wählhebels erfolgen.

Um das hohe Drehmoment des V6 mit möglichst geringen Verlusten zu übertragen, verfügt der Wandler über eine Überbrückungskupplung. Zur Kraftstoffeinsparung verfügt die Tiptronic S über eine Stand-Abkopplung, die mit der Auto-Start-Stop-Funktion synchronisiert ist und automatisch in die Neutralstellung schaltet, wenn bei stehendem Fahrzeug, laufendem Motor und ebener Fahrbahn die Fußbremse betätigt wird.

Mehr Dynamik über die Sporttaste
Wie alle anderen Panamera bietet auch das neue Diesel-Modell dem Fahrer die Möglichkeit, über die Sporttaste zwischen einer Standard-Abstimmung und einem Sport-Modus zu wählen. Bei aktiviertem Sport-Modus reagiert der Motor spontaner, die Gaspedalkennlinie ist steiler ausgelegt. Automatikgetriebe sowie gegebenenfalls Luftfederung und Porsche Active Suspension Management (PASM) werden zudem entsprechend sportlicher abgestimmt. Außerdem wird die Auto-Start-Stop-Funktion deaktiviert.

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