Testbericht

Marcel Sommer, 7. April 2015
Mit dem neuen Corsa fährt Opel einen großen Schritt auf seine jungen Kunden zu. Ein modernes Äußeres und das aufgeräumte Innere überzeugen.

"Jeder Popel fährt ein Opel", hieß es scherzhaft noch vor wenigen Jahren. Doch genau die, die in ihrem jugendlichen Alter damals über diesen Satz geschmunzelt haben, bilden heute die Zielgruppe der Marke mit dem Blitz in der neu gestalteten Front. Vor allem das Erfolgsmodell Corsa bietet sich durch sein frisches Äußeres und das an Schaltern deutlich dezimierte Interieur für die junge Kundschaft an. Sogar für die sportlich ambitionierten Corsa-Kunden steht mit dem 115 PS starken Topmodell das richtige Stadtfahrzeug parat. Einzig die Tatsache, dass sie mit dem Kauf des in der höchsten Ausstattungsvariante 18.540 Euro teuren Opel Corsas nun endgültig zur Familie der fahrenden Popel gehören, könnte sie vom Kauf abhalten.

Dass eine moderne und äußerst gefällige Außenhaut nicht nur Vorteile hat, zeigt sich nach ein paar regenreichen Tagen und der einen oder anderen Schmutzfahrt. Denn so schnell, wie sich auf der kleinen, designverschuldeten Kante auf der Motorhaube der Dreck fängt, so schnell kann niemand das Putztuch schwingen. Und auch die schick designten Fußmatten im Fond sind zum einen der perfekte Schmutzmagnet. Zum anderen lassen sie sich nur durch eine angelernte Handbewegung so aus dem Fußraum heraushebeln, dass nicht die Hälfte des ganzen Winter- und Frühlingsdrecks zurück ins Wageninnere fällt. Doch das waren sie eigentlich auch schon, die kleinen aber dennoch schnell aufstoßenden Nachteile des neuen Kleinwagens aus dem Hause Opel.

Vor allem die Abschaffung der Schalterflut in der Mittelkonsole, wie sie sich in andern Modellen noch immer vorfinden lässt, ist sehr erfreulich. Abgesehen von dem Schalter für die Lenkrad- und Sitzheizung kann nahezu alles Weitere über das berührungsempfindliche Infotainment oder am Lenkrad verwaltet werden. Lediglich und zum Glück findet sich die Klimaeinstellung noch immer unterhalb des großen Bildschirms. Erst einmal Platz genommen fällt Nicht-Corsa-Kennern sofort die großzügige Kopffreiheit auf - Corsafahrer kennen und schätzen sie schon seit langem. Bis zu zwei Meter große Fahrer dürften keinerlei Probleme mit ihrem Haaransatz bekommen. Und auch im Fond lässt es sich bequem reisen, vorausgesetzt der Vordermann gehört nicht zu den Größten. Der Kofferraum fasst mit 285 Litern drei Getränkekisten - lässt sich durch das Umklappen der zweigeteilten Rückbank aber auf 1.120 Liter erweitern. Der Einkauf für die Geburtstagparty findet in dieser Konfiguration ohne Probleme ausreichend Raum.

Da die Großstadt zu den bevorzugten Lebensräumen eines Opel Corsa gehört, ist er mit seiner Länge von 4,02 Metern und einer Breite von 1,94 Metern gerade noch kompakt genug dimensioniert. Wer sich dennoch beim Einparken unter die Arme greifen lassen möchte, für den bildet die Rückfahrkamera eine erste Hilfe. Der automatische Parkassistent, der das Auto ganz von selbst in die Parklücke rangiert, kostet selbst beim Topmodell Aufpreis. Im Preis mitinbegriffen ist hingegen der 1,0 Liter große Dreizylinder-Benzinmotor, der den 1.163 Kilogramm schweren Corsa auf bis zu 195 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Auf Grund der für solch einen Stadtfloh recht hoch ausgefallenen Höchstgeschwindigkeit, ist auch die Dämpfung nicht nur auf den streckenweise recht ruppigen Stadtasphalt ausgelegt, sprich: auf schlechtem Untergrund werden die bis zu fünf Insassen ordentlich durchgeschüttelt. Dafür liegt der knapp zehn Sekunden auf Tempo 100 benötigende Corsa auch bei hohem Tempo sicher und satt auf der Straße.

Ebenfalls durchgeschüttelt werden die Passagiere, wenn der Fahrer die harten Gangwechsel innerhalb des manuellen Sechsganggetriebes ohne Zwischengas durchführt. Zwischengas beim Kleinwagen? Ja. Im dritten Gang gemütlich bei 1.500 Umdrehungen durch die Tempo 30-Zone schleichen und vor der nahenden Kreuzung mal eben in den zweiten Gang runterschalten? Kein Problem, wenn der Gasfuß während des Auskuppelns mal kurz sein Pedal gen Bodenblech und somit den Drehzahlmesser für einen kurzen Moment über die 2.000er-Marke drückt. Ob der mit 5,0 Litern angegebene Normverbrauch darunter leidet, sei einmal dahingestellt. In der Praxis pendelt sich der Verbrauch unabhängig davon bei rund sechseinhalb Litern ein. Doch 115 PS wollen normalerweise nicht immer nur vernünftig und spritsparend eingesetzt werden. So auch beim Corsa. Solange der Drehzahlmesser oberhalb der 3.000er-Markierung platziert wird, ist mit dem kleinen Opel richtig viel zu Spaß zu haben. In solch sportlichen Phasen wäre eine direktere Lenkung zwar wünschenswert, doch das gehört in die Kategorie Kompromissbereitschaft beim Kauf eines dynamischen Cityflitzers.
Technische Daten
Antrieb:Vorderrad
Getriebe:Sechsgang-Schaltgetriebe
Motor Bauart:Dreizylinder-Benzin
Hubraum:999
Preis
Neupreis: 18.540 € (Stand: 2015-04-08)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2015-04-07

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