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Testbericht

Sebastian Viehmann, 7. Juni 2009
Nicht nur PKW-Bauer setzen auf Eco-Modelle à la Bluemotion. Auch bei Kleinlastern zählt jeder gesparte Liter Treibstoff. Ford hat seine Transit-Reihe grün aufgefrischt – mit eingebautem Tempolimit.

In der Wirtschaftskrise liegt in vielen Ländern nicht nur der PKW-Markt am Boden. Die Nutzfahrzeugbranche leidet zum Teil noch stärker unter Auftragsflaute und Firmensterben. Dennoch gibt es bei Transportern eine immer größere Variantenvielfalt. "Die Nutzfahrzeugsparte ist für Ford kein Nebenschauplatz, sondern steht gleichberechtigt neben unseren Pkw-Modellreihen“, sagt Fords Verkaufschef Jürgen Stackmann: "Schließlich gibt es relativ wenig Flottenbetreiber, die entweder nur Pkw oder nur Nutzfahrzeuge fahren."

Im vergangenen Jahr setzte Ford in Europa sowie in Russland und der Türkei 315.000 Nutzfahrzeuge ab, immerhin fast ein Fünftel des Gesamtverkaufs der Marke. Die Konkurrenz freilich ist groß - neben VW zählen dazu vor allem der PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) und Fiat. Die beiden Autogiganten kooperieren schon lange in der Nutzfahrzeugbranche und haben ein riesiges Angebot auf die Räder gestellt. Bei Ford ist seit vier Jahrzehnten und 5,5 Millionen gebauten Exemplaren der Transit das Rückgrat der Nutzfahrzeugflotte. Nun gibt es neue Versionen des Lastesels mit der Pflaume am Grill. Der Transit Connect und die PKW-Variante Tourneo bekommen frisch geschnürte Ausstattungspakete. Und beim Transit ECOnetic setzen die Kölner ganz auf Sparsamkeit. Zudem gibt es den Transporter seit März auch mit einem neu entwickelten Allradantrieb, kombiniert mit dem 2,4-Liter-Dieselmotor (103 kW/140 PS). Das System ist für alle Karosserievarianten und Radstände lieferbar. Auch als Basisfahrzeug für Wohnmobile ist der Allrad-Transit zu haben.

Das Modell Transit ECOnetic wird all jene Kurierfahrer ärgern, die mit angeblich so eiliger Fracht an Bord gern die Autobahn mit der Nordschleife und ein Nutzfahrzeug mit einem Sportwagen verwechseln. Der Spar-Transit wird jedenfalls niemanden mit 160 Sachen im Genick hängen: Die Geschwindigkeit des Transporters ist auf 110 km/h begrenzt. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 2,2-Liter Dieselmotor mit 85 kW/115 PS. Das Sechsganggetriebe hat eine Schaltpunktanzeige, um den Piloten zu einer Sprit sparenden Fahrweise zu ermuntern. Der ECOnetic rollt auf Leichtlaufreifen, hat zwecks besserer Aerodynamik voll verkleidete Räder und erzielt laut Ford einen Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern Diesel pro 100 Kilometer. Als erstes Ford-Nutzfahrzeug erfüllt der Spar-Transit die Euro-5 Abgasnorm – vorausgesetzt, man ordert den optionalen Dieselpartikelfilter. Der ECOnetic ist ab August bestellbar, wiegt leer 1,66 Tonnen und hat eine Zuladung von 1,17 Tonnen. Er kostet 23.700 Euro (Nettopreis) und hat ESP mit einem Berganfahr-Assistenten serienmäßig an Bord.

Ford arbeitet zudem an der elektrischen Nutzfahrzeug-Zukunft. In England und einigen anderen Märkten – nicht aber in Deutschland – gibt es bereits den Transit BEV (Battery Electric Vehicle), der in Kooperation mit dem Unternehmen Smith Electric Vehicles gebaut wird. 2010 soll der Elektro-Transit auch in den USA auf den Markt kommen. Auf dem Genfer Salon hatte Ford den Tourneo als reines Elektrofahrzeug vorgestellt. Die Konzeptstudie hat ein 24 kWh starkes Lithium-Ionen-Batteriepaket, das einen 50 kW-Induktionsmotor speist. Die Reichweite pro Batteriefüllung soll etwa 160 Kilometer betragen. Über die Serienproduktion sei allerdings noch nicht entschieden, heißt es bei Ford.

Bei den Nutzfahrzeugen der alten Schule hat sich ebenfalls etwas getan: Ford hat den Ranger überarbeitet. Der Pick-up mit zuschaltbarem Allradantrieb hat eine neue Frontpartie und ist in drei Kabinenvarianten lieferbar. Die Preise beginnen bei 23.800 Euro (Einzelkabine, 143 PS-Diesel) und reichen bis 36.592 Euro (Doppelkabine mit Wildtrack-Ausstattung, 156 PS-Diesel mit Automatik).
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Quelle: press-inform, 2009-06-07

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