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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 21. Februar 2019

Der neue Mazda 3 wir dem VW Golf das Leben schwermachen. Der Kompaktwagen lässt sich sportlich bewegen und bietet jede Menge Ausstattung.

In der japanischen Philosophie gibt es den Begriff \"Ma\". Damit ist ein leerer Raum gemeint, in dem der Mensch zu sich findet und danach positiv gestimmt ist. Das hatten die Interieur Designer im Sinn, als sie das Cockpit des neuen Kompaktwagen entworfen haben. Solche philosophisch angehauchten Ankündigungen ist man ja von Neuvorstellungen fernöstlicher Fahrzeuge gewöhnt. Meistens brauchte es viel Fantasie, um die Umsetzung zu erkennen. Beim neuen Mazda 3 schaut die Sache etwas anders aus. Der Innenraum präsentiert sich viel aufgeräumter als das bei den Vorgängern der Fall war.

Die leicht zum Fahrer geneigte Mittelkonsole ist entschlackt und der 8,8 Zoll Monitor in der Mittelkonsole ist deutlich schärfer und kontrastreicher als bisher. Das gilt übrigens auch für das serienmäßige Head Up Display, das anders als etwa beim noch aktuellen BMW 1er nicht auf eine kleine Plexiglasscheibe projiziert wird, sondern auf die Windschutzscheibe. Also kann man die mehrfarbigen Informationen auch bei hellem Sonnenlicht problemlos ablesen. Die fein gezeichneten sportlich klaren Rundinstrumente und die bequemen Sitze vervollständigen das angenehme Gesamtbild. In diesen Innen-Raum steigt man gerne ein.

Dank der langen Lenkradsäule findet man auch schnell eine gute Sitzposition und mit einem Druck auf den Starterknopf erwacht der Zweiliterbenziner zum Leben. Dass die Skyactiv -Motoren nicht zu den zu zurückhaltendsten Triebwerken gehören, vor allem, wenn sie noch nicht warmgelaufen sind, ist nichts Neues. Doch nach einigen Kilometern legt sich dieser Geräuschpegel und man kann sich ganz auf das Fahren konzentrieren. Das ist auch gut so, denn im neuen Mazda 3 steckt auch eine ganze Menge Mazda MX-5. Das merkt man an der direkten Lenkung und dem sportlich abgestimmten Fahrwerk, bei denen der wieselflinke Roadster Pate gestanden hat. Mit Erfolg: Der Mazda 3 folgt auch schnellen Richtungswechseln willig, untermalt von einem zarten vertrauenserweckenden Untersteuern, das nie hemmend wirkt. Die Kehrseite der Dynamik-Medaille bekommt man auf schlechtem Geläuf zu spüren. Das Fahrwerk lässt die Insassen nicht über den Straßenzustand im Unklaren und gibt jede Unebenheit eindeutig weiter.

Die neue Ausbaustufe der Skyactiv-Motoren ist mit einer 24 Volt Mildhybridisierung versehen. Ein riemengetriebener Starter-Generator, rekuperiert beim Bremsen, unterstützt den Verbrenner beim Beschleunigen und versorgt die elektrischen Verbraucher mit Energie. Das funktioniert genauso geschmeidig, wie die Zylinderabschaltung. Das Technikpaket resultiert in einem Norm-Durchschnittsverbrauch von 6,3 l/100 km (WLTP). Der Zweiliter-Motor mit seinen 90 kW / 122 PS ist per se kein Temperamentsbündel und braucht Drehzahlen, wenn man das 1.275 Kilogramm schwere Fahrzeug sportlich bewegen will. Das spiegelt sich auch in den Fahrtleistungen wieder: Nach 10,4 Sekunden sind 100 km/h erreicht und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 197 km/h.

Das Design der Fließheckvariante des neuen Mazda 3 fällt ins Auge. Die Front mit den schmalen Scheinwerfern ist gelungen, die abfallende Dachlinie verspricht schon optisch Sportlichkeit. Allerdings gehen diese Proportionen auch zu Lasten der Raumökonomie: Im Fond des 4,46 Meter langen Japaners sind die Platzverhältnisse nicht überragend. Ab einer Größe 1,85 Metern wird es um den Kopf herum eng und die Beinfreiheit könnte auch besser sein. Der Kofferraum hat ein Volumen von 351 bis 1.016 Litern, was nicht überragend ist. Zudem muss das Gepäck über eine hohe Ladekante durch eine enge Luke gewuchtet werden.

Der Grundpreis des neuen Mazda 3 beträgt 22.990 Euro. Klingt auf den ersten Blick nach einem ambitionierten Unterfangen, ist aber eine echte Kampfansage an das Establishment. Immerhin bietet der Nippon-Golf schon in der Basiskonfiguration eine ziemlich umfassende Ausstattung: Neben dem Head Up Display sind unter anderem 16 Zoll Alus, ein City-Notbremsassistent, ein adaptiver Tempomat und Voll-Led Scheinwerfer ab Werk verbaut. Dass der Spurwechselassistent serienmäßig ist, hilft wirklich, da die breiten C-Säulen die Sicht seitlich nach hinten behindern. Dieses Jahr kommt noch der langerwartete Mazda Skyactiv X-Motor. Das Benziner-Triebwerk hat eine Kompressoraufladung und initiiert die Verbrennung des Luft-Treibstoff-Gemisches, wie bei einem Diesel-Aggregat, über die Verdichtung. Das soll den Verbrauch drastisch senken.

Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Getriebe:Sechsgang-Handschaltung
Motor Bauart:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.998
Drehmoment:212 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 22.990 € (Stand: 2019-02-21)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-02-21

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