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Testbericht

Marcel Sommer, 20. Dezember 2015
Der Hyundai i30 Kombi mit 110 PS bietet von allem etwas. Wer genau nachrechnet, wird allerdings zum stärkeren Bruder greifen.

Ein Auto mit Platz für Kind und Kegel ist vom Prinzip her für die einen genau richtig, für die anderen Langeweile in Blech gepresst. Beim Hyundai i30 Kombi blue 1.6 CRDi ist das nicht anders. Sportlich ambitionierte Fahrer mit wenig Platzbedarf werden ihn meiden, auch wenn er sich von außen dank seiner neuen Front sportiver gibt als er es ist. Familienväter und -Mütter, deren Hauptaugenmerk auf einem großen Ladevolumen liegt, kommen bei ihm zumindest ins Grübeln. Und auch Pendler, Außendienstler und Co. lassen sich gern von einem mit 3,9 Litern Dieselverbrauch auf 100 Kilometern recht sparsamen Wagen gern locken. Auf den zweiten Blick sieht das noch ähnlich aus. Die Außenhaut ist ohne Zweifel schick und zeitgemäß. Im Innenraum herrscht ein juveniles Flair mit guter Verarbeitung. Das Raumangebot in der ersten Reihe gereicht hochgewachsenen Fahrern zur Freude, da der Scheitelansatz weit genug entfernt vom Dachhimmel verbleibt. Hinter solch großen Fahrern erfreuen sich zudem nicht nur Kinder, sondern auch normalgewachsene Erwachsene einer ausreichenden Beinfreiheit.

Angenehm und nicht alltäglich ist die Möglichkeit im i30 selbst den Beifahrersitz in seiner Höhe zu verstellen. Dass beide Frontsitzer all ihre Sitzverstellungen manuell durchführen müssen, ist dabei keinerlei Problem. Problematisch wird es für Smartphonebesitzer, die meinen, dank der USB-Buchse im Cockpit ihre elektronische Lebenshilfe volltanken zu können. Die Leistungsabgabe der Buchse reicht leider nur knapp für den Akkustanderhalt bei gleichzeitiger Nutzung. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Ein Adapter ist weiterhin sinnvoll. Das mit 528 Litern groß bemessene Kofferraumvolumen bietet entweder Platz für ein Kinderfahrrad oder sechs Wasserkästen. Wer stapelt, kann das Dutzend voll machen. Bis zu 1.642 Liter passen ins Heck, sollten die drei potenziellen Sitzgelegenheiten im Fond nicht genutzt und umgeklappt werden. Der einzig limitierende Faktor beim "Ich packe meinen Kofferraum"-Spiel scheint die maximale Zuladung zu sein, die ausstattungsbedingt auch schon mal nur 376 Kilogramm betragen kann. Eine komplette Basketballmannschaft sollte sich trotz des bällefreundlichen Ladeabteils demnach nach einem anderen Tourbus umschauen.

Doch nicht nur aus Platzgründen, sondern auch mit Hinblick auf die zur Verfügung stehenden 110 PS, sollte auf eine volle Beladung eher verzichtet werden. Im leeren Zustand schafft der 1,6 Liter große Vierzylinder-Dieselmotor mit 280 Newtonmetern Drehmoment eine Sprintzeit von 11,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 188 Kilometern pro Stunde. Letztere wird jedoch überraschend leicht erreicht. Das manuelle Sechsganggetriebe lässt sich leicht und ruckelfrei bedienen. Lediglich beim Anfahren flutscht das eine oder andere Mal der Schalthebel zu leicht gefühlt ein paar Millimeter zu weit nach rechts, so dass der dritte anstatt des ersten Gangs anliegt. Wer im Umkehrschluss versucht den ersten Gang mit einem stärkeren Ruck nach links einzulegen, findet sich wiederum ratz fatz im Rückwärtsgang wieder. Während der Fahrt sollte zudem auf die Schaltpunktanzeige weniger Rücksicht genommen werden, da sich ansonsten die Fahrtzeit mangels Spritzigkeit locker verdoppelt. Die elektrische Servolenkung hingegen bietet einen angenehmen Kontrastpunkt. Sie lässt sich in drei verschiedenen Modi nutzen, wobei die Comfort- und die Sport-Einstellung die natürlichsten sind. Die Normalstellung fühlt sich ein wenig zu synthetisch an.

Das eigentliche Problem des nicht sonderlich gut schallisolierten Hyundai i30 ist hingegen ein ganz anderes. Denn wer bereit ist 24.500 Euro für die höchste der drei Ausstattungsvarianten, die für diese 110 PS-Motorisierung erhältlich sind, zu berappen, kommt schnell ins Grübeln. Solange das Grübeln vor der Unterschrift im Autohaus einsetzt, ist alles gut. Warum? Ganz einfach. Wird Wert auf Xenon-Scheinwerfer gelegt, stehen zusätzliche 1.150 Euro im Raum. Sollen es schicke 17 Zöller und Sitze mit Stoff-/Kunstlederkombination sein, addieren sich weitere 650 Euro hinzu. Besteht zudem eine kleine Unsicherheit beim Einparken, wird die Style-Version seinen Besitzer nicht einmal für Geld helfend oder zumindest piepend zur Hand gehen. Denn eine Einparkhilfe in Form von vorn verbauten Sensoren gibt es nicht. Außer es wird sich für den 136 PS starken Bruder, der im Übrigen genauso wenig verbraucht, für 26.680 Euro entschieden. Sprich: Von Anfang an 900 Euro mehr auf den Tisch und all das ist inklusive. Das Einparken übernimmt er dann auch gleich. Schade nur, dass Hyundai unabhängig von der Ausstattungsvariante 1.300 Euro für sein sieben Zoll großes Radio-Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera aufruft. Nur gut, dass der Markt voll von kostenfreien App-Alternativen ist. Alles in Allem überzeugt der Hyundai i30 Kombi mit 110 PS durch seine problemlose Bedienung und ein angenehmes Design. Günstig ist er allerdings nicht.
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Technische Daten
Antrieb:Front
Getriebe:Sechsgang-Schaltgetriebe
Motor Bauart:Vierzylinder-Diesel
Hubraum:1.582
Drehmoment:280 Nm bei 1.500 - 3.000 UPM
Preis
Neupreis: 24.500 € (Stand: 2015-12-20)
Testwertung
3.5 von 5

Quelle: press-inform, 2015-12-20

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