Testbericht

6. Mai 2013
Kitzbühel, 7. Mai 2013 - Winfried Vahland freut sich. "Der Octavia ist das mit Abstand meistverkaufte Skoda-Modell, das Herzstück der Marke." Rund ein Drittel der Octavia-Verkäufe in den vergangenen 16 Jahren fiel dabei auf den Combi, 124.500 Einheiten waren es alleine 2012 weltweit. Im Juni kommt nun die dritte Generation von Deutschlands meistverkauftem Importauto zu den Händlern. Viel Platz im Innenraum Trotz Kategorisierung als Kompaktfahrzeug ist der neue Octavia Combi mit 4,66 Meter nur gute zehn Zentimeter kürzer als beispielsweise der Passat Variant. Das sorgt für jede Menge Platz im Innenraum. Die Kopf- und Beinfreiheit auf der Rückbank ist gut bis beeindruckend, im Kofferraum finden beachtliche 610 Liter Ladung Platz. Eine niedrige Ladekante erleichtert das Beladen, die Rücksitzlehnen sind mit zwei Hebeln im Kofferraum umklappbar, das erspart den Weg in den Fond, das Ladevolumen wächst so auf 1.740 Liter. Zum Vergleich: Der 26.100 Euro teure Passat Variant fasst 603 bis 1.731 Liter. Nichts scheppertAm meisten freut sich Skoda-Chef Vahland darüber, dass beim Fahren nichts scheppert. Damit meint er lose hin und her rutschende Ladung. Im Octavia Combi gibt es auf Wunsch für fast jede Fracht die passende Verstau- oder Verzurrmöglichkeit. Der optionale doppelte Ladeboden teilt den Gepäckraum in verschiedene Höhen und Bereiche, die Kofferraumabdeckung kann man abnehmen und unter dem Doppelboden verstauen.
Doppelseitiger Bodenbelag Doch damit nicht genug. Vier serienmäßige Klapphaken ermöglichen das Aufhängen von Einkaufstaschen, zwei Kofferraumleuchten sorgen für die angemessene Beleuchtung beim Beladen, an die 12-Volt-Steckdose lässt sich eine Kühlbox anschließen. Mitgedacht wurde auch beim Material des Ladebodens. Um das Dilemma "schön oder praktisch?" zu umgehen, gibt es für den Octavia gegen 50 Euro Aufpreis einen doppelseitigen Belag. Bei normaler Nutzung sorgt die Teppichseite für eine ansprechende Optik, beim Transport von nassen Skisachen und schmutzigen Gummistiefeln wird die Matte einfach auf die Schmutz und Wasser abweisende Seite gedreht. Neu ist bei der dritten Generation das Cargo-Befestigungselement zur Fixierung von Transportgut wie Kisten und Kartons. Sinn für Ordnung Dass bei der Planung des Octavia jemand mit Liebe zum Detail beteiligt gewesen sein muss, zeigt sich auch an anderer Stelle: Im Cuphalter der Mittelkonsole befindet sich ein Universalhalter für Multimediageräte, für die Ablagefächer in den Türen gibt es herausnehmbare Abfallbehälter. In der Tankklappe ist serienmäßig ein Eiskratzer untergebracht, die Warnweste befindet sich, ähnlich wie die Schwimmweste im Flugzeug, in einem Halter unter dem Fahrersitz. Tochterfreundliches Cockpit Auch für das Cockpit kann sich Vahland richtig begeistern: "Meine Tochter hat die Bedienung auf Anhieb verstanden". Ob das nun für die Tochter oder die Schaltzentrale spricht, sei mal dahin gestellt, die Mittelkonsole ist in der Tat skodagewohnt übersichtlich, die Bedienung logisch. In puncto Sicherheit und Assistenzsysteme ist der neue Octavia Combi gut ausgestattet: Neun Airbags schützen die Passagiere im Falle eines Aufpralls vor Verletzungen, technische Helfer wie ein Spurhalteassistent, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Fernlichtassistent und ein Abstandsregeltempomat unterstützen auf Wunsch den Fahrer. Im Gegensatz zu den Modellen der Konzernschwester Audi fehlen allerdings Extras wie eine Echtzeit-Stauumfahrung und Internetzugang.
Motorisierungen und Antrieb Für den Einstiegpreis von 16.640 Euro trägt der Octavia Combi einen 1,2-Liter-Benziner mit 86 PS unter der Haube. Wer mehr Kraft wünscht, hat die Wahl zwischen drei weiteren Ottomotoren mit 105 bis 180 PS und zwei 105 beziehungsweise 150 PS starken Selbstzündern. Alle Modelle werden serienmäßig über die Vorderachse angetrieben, für Freunde von noch mehr Traktion oder Fahrten abseits asphaltierter Pfade gibt es eine 4x4-Variante. On the road Der von uns gefahrene 105-PS-Benziner ist kein Kraftbolzen, fällt aber in die Kategorie "ausreichend motorisiert". Er braucht ein bisschen, um auf Touren zu kommen, zieht aber über 2.000 Umdrehungen ordentlich an und erreicht ohne Probleme 180 km/h. Die Lenkung ist für einen Kombi angenehm direkt, das Fahrwerk schluckt Bodenwellen unauffällig wie das Bermudadreieck Schiffe und Flugzeuge. Der Verbrauch für den TSI wird mit durchschnittlich 5,1 Liter angegeben, der CO2-Ausstoß liegt mit 117 Gramm pro Kilometer unter der 120-Gramm-Marke.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Benziner mit Turboaufladung, quer eingebaut
Hubraum:1.197
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:77 kW (105 PS) bei UPM
Drehmoment:175 Nm bei 1.400-4.000 UPM
Preis
Neupreis: 18.340 € (Stand: Mai 2013)
Fazit
Der Skoda Octavia Combi überzeugt erneut. Viele clevere Lösungen machen die Beladung zum Kinderspiel, das Platzangebot auf der Rückbank lässt selbst ausgewachsene Passagiere bequem reisen. Bei sechs Antriebsmöglichkeiten ist für alle Bedürfnisse etwas dabei, das Fahrwerk ist sehr komfortabel, die Lenkung angenehm direkt. Mit einem Einstiegspreis von 16.640 Euro stimmt das Preis-Leistungsverhältnis: Der Passat Variant kostet 10.000 Euro mehr, fasst aber weniger Ladung.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2013-05-06

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