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Testbericht

8. Juli 2010

Wenn man über sportliche Automarken spricht, fallen sofort die Marken: Porsche, BMW und Ferrari. Selten der Name Ford. Aber gerade Ford hat seine Kompetenz in Sachen Motorsport schon oft in der Rallye bewiesen.

Mehr Auto oder eher Sportgerät?
Ford ist eine große Sportmarke. Nicht nur beim 24h-Rennen, sondern insbesondere im Rallye Geschäft. Der Ford Fiesta WRC will in diesem Jahr punkten. Ford liegt mit seinem Focus WRC und seiner Mannschaft “BP Ford Abu Dhabi World Rally Team” zurzeit auf Platz zwei in der WM-Wertung. Die Gene aus dem Rallye-Sport wurden an den Ford Focus II RS vererbt.

Dies bemerkt man schon beim Einstieg. Die Kanten des Recaro Sportsitzes müssen überwunden werden, um als Fahrer oder Beifahrer Platz nehmen zu können. Nach dem Druck auf den Startknopf nimmt der R5 seinen Dienst auf. Ein satter, aber dennoch dezenter Sound macht auf sich aufmerksam: Hier schlummern 305 muntere Pferdchen. Leise und langsam fahre ich durch die Siedlung, um dann auf der Landstraße einmal den Turbolader aufzuwecken. Der Ford Focus RS stürmt munter drauflos und man muss flott schalten, um nicht den Drehzahlbegrenzer zu bemühen.

Recaro-Sportsitze für guten Seitenhalt
Jetzt ist man glücklich in einem Recarosportsitz festgehalten zu werden, denn auch die schnellen Kurven liegen dem RS extrem gut. Der RS brüllt und sucht auf der Landstraße nach Gegnern. Der RS schafft den Sprint von 0 auf 100 in 5,9 Sekunden (Werksangabe), genau die Zeit, die auch der aktuelle Boxster mit 255 PS benötigt. Erst bei 263 km/h ist Schluss (Boxster ebenfalls 263 km/h).

19-Zoll-Felgen, Heckflügel und Sportauspuff
Der RS rollt auf mächtigen 235er 19-Zöllern über die Straße und der Heckflügel signalisiert, dass er auch in den Kurven schnell unterwegs ist. Seine beiden “fetten”, nicht zu übersehenden Endrohre zeigt der RS gern dem Golf GTI (200 PS, 0-100 km/h 7,9 Sekunden) oder dem Opel Corsa OPC (192 PS). Der Golf R32 mit 250 PS könnte da noch am ehesten mithalten.

Der Focus RS dreht spielerisch hoch und der Pilot muss sich beeilen, die nachfolgenden Gänge einzulegen. Ab 4000 Touren brüllt der RS, er faucht, presst seinen Piloten in den Sitz, fordert vom ihm höchste Aufmerksamkeit. Bislang habe ich das ESP noch nicht bemüht. Es gar auszuschalten würde ich bei diesem 305-PS-Geschoss nicht wagen. Als der Wagen nach einer schnellen Überfahrt von Köln bei uns abgestellt wurde, hat der Bordcomputer verraten: 18,4 Liter pro 100 Kilometer. Wir haben bislang einen Schnitt von knapp unter 10 Liter gebraucht.

Mächtiger Flügel, zwei "fette" Auspuffrohre sind die Kennzeichen vom Ford Focus RS
Der Ford Focus RS kostet 35.900 Euro. In unserer Ausstattungsvariante rollt er mit 40.360,- Euro vom Band. Dafür gibt es keinen Porsche Boxster, aber ein sehr gut ausgestattetes Rallyefahrzeug mit viel Power und Fahrspaß.

Der Ford Focus ist ein Bestseller, dann aber in erster Linie als Turnier. Als RS ist er ein Wunderwerk an Technik. Ursprünglich waren nur 1.200 Stück geplant, jetzt legt Ford noch einmal 400 Stück für Deutschland nach. In England wurden bereits über 2000 Stück verkauft.

Familienfreundliches Sportgerät
Geht das? Ich denke ja: Ford hat den Spagat geschafft, denn immerhin können bis zu vier Personen einigermaßen bequem ihr Ziel erreichen. Um auf den hinteren Bänken Platz nehmen zu können, werden die vorderen Recaro-Sportsitze einfach nach vorne hin umgeklappt.

Der Kofferraum ist zwar kein Wunderwerk an Platz, bietet aber immerhin bis zu 400 Liter (Porsche Boxster 280 Liter). Bei umgeklappten Sitzen bietet er sogar deutlich mehr Raum für Koffer und Taschen.

Das Ein- und Aussteigen über die Wulst des Recaro-Sportsitzes erfordert eine kleine Sporteinlage. Aber hat man die erste schnelle Kurve in diesem Gestühl erlebt, möchte man keinen anderen Sitz mehr haben. Die Sitze sind hart – und passen perfekt zum Auto.

Oft kommt der Hinweis, dass der Spoiler so ein bisschen auf Krawallo, Motorshow Essen macht. Aber ich denke, wer sich so ein Auto kauft, möchte auch seine Sportlichkeit unterstreichen. Außerdem ist der Spoiler kein Show-Gimmick, sondern ein Instrument, um den Boliden auf der Straße zu halten.

Der RS auf der Nordschleife
Die Kollegen von Sport Auto (08/2009) haben den Wagen intensiv auf der Nordschleife getestet und dem RS durchweg gute Noten gegeben. Die berüchtigte “Grüne Hölle” hat er in 8.26 Minuten zurückgelegt. Im Vergleich dazu war der Mercedes SLK 55 AMG nur 0.02 Minuten schneller. Querbeschleunigungen von 1.2 g steckt der Focus RS einfach so weg, auf der Döttinger Höhe kommt der schnellste Ford mit 221 km/h angeflogen.

Die wichtigsten Instrumente: Drehzahlmesser und Tachometer
Ich denke für uns, als normale Kraftfahrer, zählen andere Faktoren: Wie fühlt sich der Wagen bei der Beschleunigung an, wie verhält er sich in den Kurven usw.? Auf den Punkt gebracht lautet die wichtigste Frage sicherlich: Wie sicher fühle ich mich im RS? Ich habe in dem Auto ein sehr gutes Gefühl. Natürlich animiert er den Piloten auf der Landstraße, auch mal eine Kurve etwas schneller zu nehmen – oder bei der Beschleunigung, den Druck im Rücken zu spüren. Aber immer war der Fronttriebler stabil unterwegs.

Auch das Verzögern zaubert Motorsportsound in den normalen Straßenverkehr. Denn, wenn mal das Gas zu schnell zurückgenommen wird, bläst der Motor den überschüssigen Ladedruck über das Wastegate-Ventil ab. Ein Geräusch, das wir von der Rennstrecke her kennen und lieben. An das man sich aber, als normaler Autofahrer, ganz bestimmt erst einmal gewöhnen muss.

Wer sich einen Ford Focus RS kauft, will auch mal schnell unterwegs sein. Sein Revier ist aber nicht unbedingt die Autobahn, obwohl er auch hier mit einer Höchstgeschwindigkeit von 263 km/h so manchen Sportwagen abschütteln kann.

Ford Focus RS – Das gute Laune Auto
Wer sich einen RS holt, um damit unauffällig unterwegs zu sein, hat die falsche Wahl getroffen. Der RS wird sofort wahrgenommen, besonders von Autofahrern unter 25 Jahren. In den Augen kann man ablesen: Den möchte ich auch mal fahren.

Zwei ungleich Brüder: Aber beide aus dem Haus Ford
Ein tiefergelegter VW Lupo mit Sportauspuff fährt mit einem demonstrativen Doppelgasstoß an uns vorbei. Der RS will zurückfauchen. Dies hier ist sein Revier. Ich verkneife es mir, mit einem Gasgeben zu antworten. Der Lupo ist kein GTI und erzeugt beim RS höchstens ein Gähnen. An uns rollt ein Spoiler-Fahrzeug mit drei jungen Männern vorbei. Daumen hoch heißt: Wir mögen das Auto.

Mit dem RS kann man auch gemächlich trödeln. Wohl wissend, auch genügend Kraft zu haben, einen LKW-Konvoi zu überholen. Gerade bei den zu Sparsamkeit verdammten LKW-Fahrern, die Mautstrecken abkürzen und häufig die Landstraßen belagern, ist man dann froh, eine gewisse Reserve zu haben.

Dann endlich zum Speed-Test auf die A31. Eigentlich um diese Zeit eine ideale Autobahn um dem RS mal die Sporen zu geben. Den 5. Gang kann man locker bis 200 km/h ziehen, im sechsten dann weiter gestürmt bis 240 km/h. Da ist noch jede Menge Luft und ich bin sicher, dass er die 263 km/h (Werksangabe) locker schafft. Aber nicht an diesem Vormittag. Es sind einfach zu viele Kraftfahrer mit dem Ziel Nordsee unterwegs. Bei Durchschnittstemperaturen jenseits von 35 Grad sicherlich eine gute Entscheidung.

Fazit
Der Ford Focus RS II ist ein richtiger Dampfhammer mit einem extrem hohen Spaßfaktor. Darüber hinaus können wir ihm eine gute Alltagstauglichkeit bescheinigen. Was ich schmerzlich vermisst habe, ist ein Tempomat. Denn gerade im Baustellenbereich bewegt man sich mit Tempomat wesentlich relaxter. Passt man nicht auf, fährt der Pilot mit dem sportlichsten Fahrzeug von Ford schnell in die Punkteränge.

Fotos © Redaktionsbüro Kebschull




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