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Testbericht

2. November 2007
Lissabon, 30. Oktober 2007 – Das Auto sieht einfach scharf aus: Vorn ähnelt der neue Cadillac CTS einem Gillette-Mach3-Rasierer. Die gepfeilte Nase reckt sich selbstbewusst in den Fahrtwind und scheint die Luft zu zerschneiden. Ein Lichtkante in der Mitte der Stoßfänger und Hauben an Front und Heck gibt dem Wagen zusätzlich Pep. Hinten und vorn gibt es senkrechte Leuchten, die ein eindeutiges Bild vermitteln: „Achtung, ich bin ein Cadillac“. Und der kommt, wie ihm schon sein Name als Mythos eine Riesen-Amischlittens vorauseilt, auf großem Fuße. Denn ab Werk rollt der Caddi auf 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen. Ein auffälliges Merkmal in der Seitenansicht sind Kiemen, die, wie der für die Karosserie verantwortliche Designer John Manoogian betont, aus massivem Metall sind. Recht enger Fond Mit seiner recht auffällig geschnittenen Form tritt der CTS in einer Klasse an, in der Mercedes E-Klasse, Audi A6 und BMW 5er die Platzhirsche sind. Und diese Form fällt auf. Wir unternehmen eine erste Ausfahrt in der Nähe von Lissabon. Unser Wagen in der Sport-Luxury-Ausstattung verwöhnt uns serienmäßig mit einer Lederausstattung. Die Verarbeitungsqualität passt ebenso wie die moderne Optik der Intrumente, die in Tuben hinter dem Lenkrad lauern. Nur das Plastik der stylisch-pfeilförmigen Mittelkonsole stört ein wenig die wertige Anmutung. Die Sitze vorn sind nicht nur bequem gepolstert, sondern haben auch eine Heizung und bieten eine Belüftung. Nur die Oberschenkelauflage dürfte ein wenig länger sein. Anders, als wir das aus manchem US-Auto kennen, ist das Gestühl aber recht straff gepolstert. Allerdings geht es vorn etwas eng zu und das rechte Knie des Fahrers hat häufig mit der Mittelkonsole Kontakt. Ebenfalls nicht üppig ist das Platzangebot im Fond: Wer größer als 1,80 Meter ist, bekommt hier mit der Kopffreiheit Probleme, außerdem ist die Sitzposition recht tief.

Neues Multimedia-System An Annehmlichkeiten kann, je nach Ausstattung und Zuzahlung, alles an Bord sein, was das Herz des verwöhnten Autofahrers begehrt: Memory für die Sitzeinstellung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und eine LED-Ambientebeleuchtung. Besonders das Multimedia-System ist eine Schau: Ein Display in der Mitte der Armaturentafel zeigt die wichtigsten Daten an, beispielsweise vom Radio. Auf Knopfdruck kann der Monitor ein Stück nach oben fahren und bietet dann eine Anzeigefläche von acht Zoll. Die Anlage kann mit einer 40 Gigabyte großen Festplatte ausgerüstet werden. Auf diese kann nicht nur Musik geladen werden, sondern sie speichert auch die Daten vom Navigationssystem Das soll eine bis zu 30 Prozent kürzere Streckenberechnung ermöglichen.

Tasten versteckt Einen Kritikpunkt für die Bedienung bekommt der Bordcomputer: Dessen Tasten sind links neben dem Lenkrad versteckt und erfordern eine gewisse Übung, um wichtige Informationen wie den Durchschnittsverbrauch schnell abrufen zu können. Ordentlicher Druck im Rücken Um überhaupt einen Verbrauch zu erzeugen, drehen wir zunächst am zündschlüsselartigen Starter rechts am Lenkrad. Der eigentliche Schlüssel steckt – dank schlüssellosem System – noch in unserer Tasche. Rot leuchtend wischen die Zeiger der Uhren einmal bis zum Anschlag und machen Lust aufs Losfahren.

3,6-Liter-V6 liefert 311 PS Unser Testwagen wird von einem 3,6-Liter-Direkteinspritzer-Motor befeuert. Die Maschine schickt maximal 311 PS auf die Hinterräder, optional kann ein permanenter Allradantrieb geordert werden. Der Motor ist im unteren Tourenbereich recht leise, entwickelt aber einen kernigen, fast zu rauen Sound, wenn man ihn mit gestrecktem Fuß fordert. Der CTS spurtet mit einem mächtigen Druck im Rücken los. Unter Vollgas wechselt die von uns getestete Sechsgang-Automatik die Gänge spürbar, kann das aber auch ganz sanft tun, wie sich beim Cruisen zeigt. Das Getriebe bietet zusätzlich einen Sportmodus und die Möglichkeit, am Wählhebel die Gänge sequentiell mit der Hand zu wechseln. Gaspedalbefehle werden recht schnell in Vortrieb umgesetzt, das macht entspannte Überholvorgänge möglich. Alternativ zum großen V6 steht ein 211 PS starker 2,8-Liter-V6 zur Wahl. Wer einen Diesel will, muss bis zum 1. Quartal 2009 Warten: Dann erst kommt ein 2,9-Liter-Motor mit 250 PS auf den Markt. Europäische Fahrwerkseigenschaften Überrascht waren wir von den Fahrwerkseigenschaften: Der CTS kann sich durchaus mit europäischen Maßstäben messen lassen. Der 3.6 V6 Sport Luxury mit Heckantrieb verfügt über eine straffere Feder-Dämpfungsabstimmung als die 2.8-V6-Variante und der 3.6 V6 mit Allradantrieb. Diese Abstimmung ist alles andere als amerikanisch-weich: Lange Bodenwellen steckt die Federung zwar gut weg, aber kurze Stöße werden an die Passagiere weitergegeben. Dafür ist an der Kurvenlage bei höheren Tempi keine auffällige Seitenneigung zu spüren und auch ambitionierte Fahrer werden auf ihre Kosten kommen. Ab 36.290 Euro Der billigste CTS ist ein 2.8 V6 mit Handschaltung für 36.290 Euro. Unser super ausgestatteter Testwagen hat 46.490 Euro gekostet. Für die Topversion mit Allrad-Antrieb muss man 49.090 Euro hinlegen. Dafür bekommt man bei der Konkurrenz noch nicht so viel Auto: Ein BMW 530i Automatic ist ab 47.600 Euro zu haben, ein Mercedes E 350 Classic 7G-Tronic kostet 49.500 Euro.
Technische Daten
Antrieb:Heckantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:V-Benzinmotor
Hubraum:3.564
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:229 kW (311 PS) bei UPM
Drehmoment:374 Nm bei 5.200 UPM
Preis
Neupreis: 46.490 € (Stand: Oktober 2007)
Fazit
Der Cadillac CTS wird die obere Mittelklasse sicherlich nicht revolutionieren. Aber er könnte den deutschen Platzhirschen eine kleine Portion vom Kuchen wegnehmen. Dafür kommt der schnittig und extravagant gestylte Wagen mit europäischen Fahreigenschaften.

Und nicht zuletzt sein Preis ist es, der Neukunden oder Klassen-Aufsteiger anlocken könnte. Denn vom alten Klischee, dass ein Cadillac ein schwammiges Riesen-Schiff sei, ist der neue CTS weit entfernt.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2007-11-02

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