Testbericht

29. Februar 2012
München, 29. Februar 2012 - BMW traut sich an jede Nische ran: Jetzt haben die Bayern ihren eleganten Diesel-Gleiter aus der 6er-Reihe mit einem Allradantrieb ausgerüstet. Wir testen, was das 640d xDrive genannte Modell bringt. Lang auf der Straße Der 6er ist die Eleganz-Variante des 5er: Optisch flach und lang gezogen strömt ihm sein geschmackvolles Dasein aus jeder Lack-Pore. Die Diesel-Allrad-Kombination gibt es sowohl für das Coupé als auch für das Cabrio. Und auch für das kurz vor dem Marktstart stehende viertürige Gran Coupé wird es den Selbstzünder mit vier angetriebenen Rädern geben. Wie bei sämtlichen sonstigen BMW-Allrad-Modellen lässt sich auch beim 6er der Vierradantrieb nicht mit der Allradlenkung kombinieren. Edel, riesig, luftig Die Kabine des 6er entspannt: Das Platzangebot in der ersten Reihe ist gigantisch. Die für Fahrzeuge aus der Oberklasse inzwischen typische, extrem breite Mittelkonsole vermittelt den Insassen ein luxuriöses Raumgefühl - schließlich ist der Mensch in seinem seitlichen Distanzbereich empfindlicher als nach vorne und hinten. Am oberen Ende der Mittelkonsole thront dann der freistehende 10,2-Zoll-Multimedia-Breitbildschirm. Die Anzeige beweist Style und diente umgehend als Vorlage für andere Hersteller: VW bietet im Up ebenfalls einen freistehenden und sogar abnehmbaren Bildschirm an, Mercedes setzt bei der neuen B-Klasse auch auf eine nicht versenkbare Anzeige. Man zeigt wieder, was man hat. Langsames Navi Am 3.050 Euro teuren Navi haben wir allerdings was auszusetzen: An neuralgischen Punkten wie beispielsweise einer Stelle zum Abbiegen wartet die Kartendarstellung manchmal so lange, bis man bereits abgebogen ist. Erst dann folgt mit Verzögerung der Navigationspfeil auf der Karte. Hier hilft das 1.390 Euro teure Head-up-Display. Dies spiegelt neben der aktuell gefahrenen Geschwindigkeit auch die Navi-Daten mit Skizzen in die Windschutzscheibe.
Längsdynamiker Der Allradantrieb ist nicht neu in der 6er Reihe: Zuerst wurde vom 650i auch eine xDrive-Variante aufgelegt. Nun folgt das Diesel-Modell. Elektronisch gesteuert soll die Kraft bedarfsgerecht zwischen allen vier Rädern verteilt werden. Und dies dient nicht nur der sichereren Fortbewegung auf glatten Straßen: Auch der Traktion auf trockener Fahrbahn soll der komplexe Antrieb zugute kommen. Die Beschleunigungszeit von null auf 100 km/h sinkt beim Allrad-Modell um 0,1 auf 5,2 Sekunden gegenüber dem gleich motorisierten Hecktriebler. Mit seinen 1.870 Kilogramm bringt der Allrader 80 Kilogramm mehr auf die Waage als sein hinterradgetriebener Bruder. Damit werden beide nicht zu irren Eckenbeißern: Sauberes Gleiten um die lang gezogene Kurve ist eher ihr Ding. Klar kommt der 640d xDrive auch flott um die enge Biege, aber seine Pfunde drängen spürbar nach außen. Sein Fahrwerk lässt sich gegen einen Aufpreis von 1.300 Euro verstellen - ab der Einstellung Sport ist mit Wanken Schluss. Comfort plus und Comfort lassen die Fuhre sanft über jedes Schlagloch segeln und Sport plus arbeitet um einer kribbeligeren Fahrdynamik willen mit eingeschränktem ESP. 313 Diesel-PS Vor Kraftmangel muss sich ein Sechser-Fahrer nicht fürchten: Der 313-PS-Reihen-Turbodiesel des 640d xDrive stellt das schwächste Aggregat der Modellfamilie. Die 630 Newtonmeter maximales Drehmoment liegen schön früh an: auf einem Drehzahlplateau von 1.500 bis 2.500 U/min. Damit zieht der 640d xDrive stets mit sportlichem Grundrauschen durch den Verkehr. Die immensen Kraftreserven des Sechszylinders stehen permanent zur Verfügung - der Antrieb arbeitet immer entspannt. Und dank des Allradantriebs haben wir das gute Gefühl, dass von der enormen Motorkraft so viel wie irgend möglich auf dem Asphalt ankommt. Beim 5,2-Sekunden-Spurt auf 100 km/h knurrt das Aggregat sogar ein bisschen. Bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt.
Effizient 5,7 Liter Diesel reichen laut Hersteller dem 640d xDrive im Schnitt pro 100 Kilometer. Wenn 313 PS auf einen Verbrauch von 5,7 Liter treffen, kann man das effizient nennen. Besonders im Stadtverkehr hilft das spontan arbeitende Start-Stopp-System beim Sparen. Der Nachschlag, den das Allrad-System konsumiert, hält sich in Grenzen: Der 640d benötigt 5,4 Liter, nur 0,3 Liter weniger als das xDrive-Modell. Tadellose acht Gänge Serienmäßig sorgen acht automatische Gänge für die Krafteinteilung beim 640d xDrive. Die Schaltung arbeitet perfekt, Ruckeln, Verschalten oder die nervige Suche nach dem richtigen Gang sind ihr fremd. Per Lenkrad-Schaltpaddles kann der ambitionierte Fahrer selbst den zu fahrenden Gang bestimmen.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Anzahl Gänge:8
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Reihen-Turbodiesel
Hubraum:2.993
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:230 kW (313 PS) bei UPM
Drehmoment:630 Nm bei 1.500 - 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 81.680 € (Stand: Februar 2012)
Fazit
Wer sich stets auf ein Maximum von Traktion verlassen möchte oder im Winter oft auf spiegelglatten Flächen anfahren muss, der wird sich über den neuen BMW 640d xDrive freuen. Sein Allradantrieb regelt schnell und sorgt für einen verbesserten Sprint gegenüber dem heckgetriebenen Modellbruder.Außerdem bietet nur BMW so ein großes zweitüriges Diesel-Allrad-Coupé. Mercedes hat mit dem CL 500 4Matic nur einen Benziner im Angebot, Audis A7 Sportback 3.0 TDI ist zwar ebenfalls mit 313 PS aber dafür mit fünf Türen unterwegs, und der Audi A5 3.0 TDI ist 27 Zentimeter kürzer und damit zu klein.Von außen und innen unterstreicht der 640d xDrive sein elegantes Sportgleitertum. Nur das teure, aber träge Navi hätten wir uns eben ein wenig flotter gewünscht.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2012-02-29

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