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Testbericht

12. März 2008
Kronberg (Taunus), 12. März 2008 - Ungefähr fünf Jahre ist es her, als der Zufall dem Autor dieser Zeilen einen Subaru Legacy als Gebrauchtwagen bescherte. Zwar war die große Limousine nicht mehr die jüngste, aber die Zuverlässigkeit stimmte und das Fahrerlebnis mit sonor klingendem Boxermotor unter der Haube sowie permanentem Allradantrieb war einmalig. Dennoch blieb ein Problem stets akut: der hohe Benzinverbrauch. Der große Gleiter genehmigte sich gerne elf oder zwölf Liter Super auf 100 Kilometer. Kein Wunder, dass schon damals der Wunsch nach einem Diesel aufkam. Auch viele andere treue Subaru-Fahrer und die Händler sehnen den Selbstzünder im Allrad-Japaner seit langem herbei. Was lange währt, wird endlich gut Bereits auf dem Pariser Autosalon 2006 gab Subaru bekannt, dass man dabei sei, einen Boxer-Diesel zu entwickeln. Jetzt ist es endlich vollbracht, ab Ende März 2008 stehen Legacy und Outback mit einem 150 PS starken Zweiliter-Diesel bei den Händlern. Im September 2008 folgt der Einsatz im neuen Forester, Ende des Jahres dann auch im kompakten Impreza. Der Selbstzünder kommt genau zur rechten Zeit, da die Japaner im Jahr 2007 in Deutschland mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen hatten. Ab 2010 möchte Subaru 100.000 Fahrzeuge pro Jahr in Europa verkaufen. Nicht zuletzt soll der neue Diesel die Marke auch für Flottenmanager interessant machen. Grund genug, den besonderen Selbstzünder genauer unter die Lupe zu nehmen. Der weltweit erste Boxer-Diesel im Pkw Subaru wird nicht müde zu betonen, dass man den weltweit ersten Boxer-Diesel in einem serienmäßigen Personenkraftwagen einsetzt. Nun werden Sie sich vielleicht fragen, warum gerade Boxer-Diesel? Wäre es nicht schneller und preiswerter gewesen, einen beliebigen Dieselmotor zuzukaufen? Dazu muss man aber wissen, dass der Boxermotor, ähnlich wie bei Porsche, die besondere Note der Marke ausmacht. So wie Mazda den Wankelmotor pflegt, kultiviert Subaru den Boxermotor.

Die Vorteile des Diesel-Boxers Welche Vorteile bringt die ungewöhnliche Bauform? Versuchen wir es kurz zu fassen: Beim Boxermotor liegen sich die Zylinder im 180-Grad-Winkel gegenüber. Diese Anordnung weist gegenüber einem konventionellen Reihenmotor einen gleichmäßigeren Motorlauf mit weniger Vibrationen auf, da sich die auftretenden Massenkräfte gegenseitig aufheben. Vergleichbar ist das Ganze mit einem Tauziehen von gleich starken Mannschaften. So können Ausgleichswellen und -gewichte entfallen, außerdem ist eine flachere und kürzere Bauweise möglich. Zu den Nachteilen gehören höhere Fertigungskosten und die schlechte Eignung zum Quereinbau. Im speziellen Fall von Subaru, in dem der Boxermotor mit einem Allradantrieb kombiniert wird, ermöglicht die Bauweise einen tiefen Schwerpunkt im Fahrzeug und einen streng symmetrischen Kraftfluss zu den Rädern. Dadurch soll sich das Handling verbessern. Optische Unauffälligkeit Doch nun genug der Theorie, lassen Sie uns den Boxer-Diesel in den Ring schicken und den Gong läuten. Äußerlich ist der Legacy Kombi mit Selbstzünder kaum von seinem Benziner-Pendant zu unterscheiden. Einzig ein Schild am Heck und eine markante Lufthutze auf der Motorhaube weisen auf das besondere Aggregat hin. Vom Design her macht der Legacy einen unauffälligen Eindruck, allerdings besitzt er durchaus eine dynamische Note. Kritiker mögen die Optik als langweilig ansehen, wir finden sie angenehm unaufgeregt und ohne überflüssige Designexperimente. Positiv fallen die großen Glasflächen auf. Öffnet man eine Tür, erkennt man den Grund: In allen vier Portalen finden sich rahmenlose Seitenscheiben, eine weitere Spezialität, die sich Subaru leistet. Die Folge ist allerdings, dass sich die Türen etwas zu leicht anfühlen und nicht wie bei vergleichbaren deutschen Modellen mit sattem Klang schließen.

Sehr gute Übersichtlichkeit Auf der anderen Seite fallen dadurch die A-, B- und C-Säulen angenehm schmal aus, was für eine hervorragende Rundumsicht sorgt. Gerade in den Zeiten heutiger Blechburgen weiß man diesen Umstand zu schätzen. Der Innenraum ist übersichtlich gestaltet, bis auf die überfrachteten Lenkstockhebel ist alles am richtigen Platz. Nett sind auch praktische Details wie die Anzeige für geöffnete Türen oder die beiden großen Cupholder in der Mittelkonsole. Weniger gut ist hingegen die Materialanmutung der Oberflächen, speziell das Aluminiumimitat aus Plastik und das künstlich wirkende Leder der an sich bequemen Sitze trübt die Optik. Die erste Runde kann der Legacy daher nur knapp nach Punkten für sich entscheiden. Gutes Platzangebot Schon besser sieht es mit dem Platzangebot aus. Auf den vorderen Plätzen sitzt man etwas zu tief, aber dies bleibt Geschmackssache. Wer partout höher sitzen möchte, der sollte einen Blick auf den optisch fast gleichen Outback werfen, welcher mehr Bodenfreiheit aufweist. Die Hinterbänkler können sich über viel Beinfreiheit freuen. Gut gefallen hat uns der 459 Liter große Kofferraum des Legacy Kombi. Er bietet zusätzliche Fächer unter dem Kofferraumboden, durch sehr einfach umzuklappende Rücklehnen ergibt sich eine ebene Ladefläche und ein Volumen von maximal 1.649 Liter beziehungsweise 1.628 Liter mit optionalem Schiebedach. Jenes war in unserem Testwagen vorhanden und gefällt durch eine große Glasfläche, die bis zu den Rücksitzen reicht. Wahlweise lässt sich ein kleiner vorderer Teil ankippen oder zusätzlich der hintere Teil vollständig zurückschieben. Negativ fiel uns der schlecht verlegte Teppich im Kofferraum auf, der bei umgeklappten Lehnen Wellen warf. Trotz des Fauxpas geht diese Runde aber klar nach Punkten an den Legacy.

Der Moment der Wahrheit: Fahren im Boxer-Diesel Nun kommen wir zum Herzstück: dem Boxer-Diesel. Kann er die hochgesteckten Erwartungen erfüllen? Wir drehen den Zündschlüssel um (dankenswerterweise gibt es keinen Startknopf) und vernehmen ein durchaus deutliches Nageln. Das überrascht ein wenig, allerdings fällt es dank Common-Rail-Technik weniger stark aus als in vergleichbaren Pumpe-Düse-Aggregaten. Der Griff geht zum leicht vibrierenden Schalthebel des Fünfgang-Getriebes, mit etwas Nachdruck wird der erste Gang eingelegt. Ohne wahrnehmbares Turboloch fährt der Legacy los, jedoch bleibt beim Beschleunigen und im niedrigen Geschwindigkeitsbereich das Arbeitsprinzip gut vernehmbar. Nachdem man sich durch die etwas knochige Schaltung gearbeitet hat, hört man bei ungefähr 60 km/h, wie sich der klassische Turbinensound des Boxers unter die Geräusche mischt. Erst jetzt wird klar, welch besonderer Motor hier unter der Haube arbeitet. Laufruhiger Autobahn-Gleiter Auffallend ist, wie gut der Boxer-Diesel am Gas hängt: Es gibt keinen Leistungssprung bei niedrigen Drehzahlen, um nach oben heraus an Kraft zu verlieren. Bereits ab etwa 1.000 Umdrehungen gibt der Motor seine Kraft gleichmäßig ab. Die große Stunde des Boxers schlägt auf der Autobahn. Dank des lang übersetzten Getriebes liegen bei 100 km/h knapp 2.000 Umdrehungen an. Die Beschleunigung bis Tempo 100 gibt Subaru mit 8,9 Sekunden an. Schnell ist man in Regionen von 180 km/h angelangt, für welche die Japaner versprechen, Gespräche in Zimmerlautstärke führen zu können. In der Tat bleibt der Legacy sehr leise, nur die Windgeräusche schieben sich über das leise Nageln aus dem Motorraum. Keine Frage, mit diesem Motor ist Subaru ein Meisterstück gelungen. Das Fahrverhalten gestaltet sich dank des permanenten Allradantriebs und des neutral abgestimmten Fahrwerks als sicher und gut kontrollierbar. Die Antriebsrunde geht somit klar an den Herausforderer aus Japan.

Sonderangebot aus Japan? Nach so viel Freude am Fahren stellt sich natürlich unvermeidlich die Frage, welches Preisgeld unser Boxer verlangt. Der Legacy Kombi Diesel startet in der Active-Ausstattung bei 30.110 Euro, womit er genau 2.000 Euro über dem gleich starken Benziner liegt. Serienmäßig vorhanden sind neben dem Fünfgang-Schaltgetriebe und dem permanenten Allradantrieb unter anderem 17-Zoll-Alufelgen, sechs Airbags, eine elektronische Fahrdynamikregelung, ein Tempomat mit Lenkradfernbedienung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Sitzheizung und ein CD-Radio. Für 34.320 Euro gibt es die Comfort-Ausstattung, bei der ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz mit Memoryfunktion, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Lederausstattung und das große elektrische Panaromadach zum Serienumfang gehören. Kein Navigationssystem lieferbar Negativ schlägt zu Buche, dass zunächst nur ein offener Rußpartikelfilter serienmäßig ist, Subaru kündigt aber noch für das Jahr 2008 eine Änderung an. Hinsichtlich anderer Getriebemöglichkeiten für den Diesel haben die Japaner eine Fünfstufen-Automatik angekündigt, die im Laufe des Jahres 2009 in Legacy und Outback zum Einsatz kommen wird. Apropos Outback: Er startet bei 33.230 Euro in der Trend-Ausstattung und endet bei genau 40.000 Euro für die Comfort-Ausstattung mitsamt Navigationssystem. Letzteres gibt es für den Legacy nicht einmal gegen Aufpreis, was verwundert, da der Innenraum baugleich mit dem Outback ist.

Konkurrenz aus dem VW-Konzern Im Hinblick auf die Gewichtsklasse des neuen Boxers stellt man fest, dass es gerade einmal drei vergleichbare Konkurrenten gibt: Den Audi A4 Avant 2.0 TDI quattro, der noch auf dem Vorgängermodell basiert, den Skoda Octavia Combi 2.0 TDI Ambiente 4x4 und den VW Passat Variant 2.0 TDI 4Motion. Im Gegensatz zum Subaru besitzt das Trio serienmäßig ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Alle drei weisen den gleichen 140-PS-Diesel mit Pumpe-Düse-Technik auf, welcher im Schnitt ein Liter mehr als der Boxer-Diesel verbraucht. Für diesen gibt Subaru einen Durchschnittsverbrauch von 5,8 Liter auf 100 Kilometer an. Preismäßig sind die Fahrzeuge klar gegliedert: den Skoda gibt es ab 26.130 Euro, der Passat beginnt als Trendline bei 30.750 Euro, für den Audi sind mindestens 33.950 Euro zu investieren. Im Vergleich dazu ist der Legacy Diesel Kombi zwar nur bedingt das preiswertere, aber ganz sicher das interessanteste Fahrzeug. Man darf gespannt sein, welche Rolle der Herausforderer spielen wird.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb permanent
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Boxer-Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
Hubraum:1.998
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:110 kW (150 PS) bei UPM
Drehmoment:350 Nm bei 1.800 UPM
Fazit
Ein Diesel nach dem Boxerprinzip, geht die Formel auf? Sie geht auf, weil der spezielle Selbstzünder hinsichtlich Laufruhe und Verbrauch ohne Scheu zu einem der besten Diesel seiner Klasse gezählt werden muss. Auch Platz- und Ausstattungsangebot lassen keine Wünsche offen. Einzig kleine Detailmängel wie die nicht sehr hochwertige Qualitätsanmutung im Innenraum und die hakelige Schaltung trüben das Gesamtbild etwas. Insgesamt bekommt man aber für sein Geld ein sparsames Auto, was einem zu jeder Jahreszeit ein Plus an Fahrsicherheit verschafft. Nicht zu verachten ist auch die individuelle Note, die den Charme des Subaru ausmacht. Abzuwarten bleibt, wie sich der Legacy Kombi Diesel gegenüber der Konkurrenz schlägt. Eines steht aber bereits fest: Subaru besitzt mit dem hervorragendem Boxer-Diesel die allerbesten Chancen, sich neue Kundenkreise zu erschließen.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2008-03-12

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