Testbericht

7. April 2009

1,4 Liter Hubraum unter der Knute eines Schaltautomaten? Der Herr im Motorraum gibt mit Kompressor und Turbo die Antworten: sehr gut. Der eine beißt fast sofort, der andere puscht früh. Den Rest erledigt Drehzahl. Der TSI schnalzt sein Drehmoment. Kein Turboloch, keine Vibration. Das feinnervige Aggregat hängt elastisch am Gas und surft  auf erstaunlich hohem Drehmomentniveau von 240 Nm. Ist Hubraum durch nichts zu ersetzen als durch noch mehr Hubraum? Das ist wahr. Hier ist es falsch.


Fahrspaß mal leise
DSG bügelt das Drehmoment ohne Zugunterbrechung hübsch auf. Man hört und sieht es im Zentraldisplay, wie die Schaltstufen greifen, aber man spürt es kaum. Manchmal, wenn das Gebläse mal wieder das lauteste Geräusch produziert, steht nur die Nadel des Drehzahlmessers als Zeuge dafür ein, dass da vorne auch gearbeitet wird. Nach dem Zurückführen des Wahlhebels vom geschmeidigen „Drive” (die langfristige) in „Sport” (die kurzfristige Empfehlung) wird der Ton forscher – Spaß macht´s, nötig ist es, wie der manuelle Eingriff per Wahlhebel oder Lenkradschaltung, eigentlich nicht.

Einpark-Genie
Das kann man auch vom Parkassistenten (700 €) behaupten. Wer den mit grazilen Säulen und aufrechter Windschutzscheibe übersichtlichen Golf selbst mit Parkdistanzkontrolle und Rückfahrkamera nicht in die Parklücke kriegt, der schiebt ihn vielleicht besser hinein. Trotzdem: Die Park-Flaterate Parkassistent fasziniert – ohne Eigenarbeit in die Parklücke, und das ziemlich flott.

 

Der Golf VI ist 5 mm kürzer als der Vorgänger. So ändert sich im Innenraum wenig. Die Rückbank ist im Verhältnis 50:50 teil- und umklappbar – raffinierte Raumkonzepte? Sucht man vergebens. Positiv: Die tiefe Ladekante und 350 bis 1305 l im 0,73 bis 1,54 m tiefen Ladeabteil. Negativ: Die nach wie vor bestehende Stufe am Boden bei umgelegter Rückbank, die etwas breite C-Säule und die nun fehlenden Rammschutzleisten an den vorderen Ecken des Stoßfängers – der eigentliche Grund für den jetzt kürzeren Golf. Erstmals gibt es für 1100 € extra ein adaptives Fahrwerk mit Sport- und Komfortoption. Das Urteil hierzu fällt so aus wie im Fall des Parkassistenten: Kann man machen, muss man nicht machen, denn der Golf liegt auch im Serien-Setup sehr gut. Ein so ausgewogenes Fahrwerk muss man in der Golf-Historie erst suchen – man wird es nicht finden.

Weniger ist mehr
Die Türen fallen satt ins Schloss, der Popo ruht zufrieden im Sessel. Die Instrumente sprechen eine klare Sprache: Weiß auf Schwarz, gute Größe – Adé Blau: gerne. Der Rest ist und bleibt Golf: hochwertig und solide. Das sich permanent mit Winterdreck beschlabbernde Steilheck und die Rückschalt-Muffelei des harmonischen DSG passen da nicht ganz ins Bild. Der Testverbrauch (7,6 l/100km) und ein uraltes VW-Ritual schon: Seit 1974, dem Golf I und 35 Jahren kostet das Radio weiterhin Aufpreis. Und zur Anfangsfrage und dem downgesizten 1,4 Liter-Aggregat? Eine ganz schlichte Antwort: Weniger ist mehr – wirklich.

Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

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