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Testbericht

7. April 2004
Barcelona, 7. April 2004 – Der Wunsch nach geräumigen Automobilen, die sich mal eben fix vom Siebensitzer in einen geräumigen Zweisitzer verwandeln lassen, wird größer. Vor allem kinderleicht soll die Metamorphose vonstatten gehen: Ohne gekillte Fingernägel und ohne Einzelsitze oder ganze Sitzreihen in die Wohnung schleppen zu müssen. Da muss manchmal der Nachbar mithelfen, wenn frau kraftlos am Gestühl hängt. So klappt`s ohne Nachbarn Wie sowas ganz einfach ohne Nachbarn klappen kann, hat als erster Opel mit seinem Zafira gezeigt: Sieben auf einen Streich hieß die Devise, ganz ohne Ausbauen einfach per Klappmechanismus die Zusatzsitze im Boden verschwinden lassen. Jetzt zieht Toyota mit und präsentiert seinen neuen Corolla Verso ebenfalls mit Klappstühlen, pardon, dem cleveren Sitz-Verschwinde-Mechanismus „Easy7“. Wir haben den neuen Kompaktvan in der Top-Ausstattung Executive getestet. Knick in der Optik ist weg Die zweite Generation des Corolla Verso unterscheidet sich optisch nicht grundlegend, aber dennoch sichtbar vom Vorgänger. Auffällig sind die Klarglasscheinwerfer, der Kühlergrill in Wagenfarbe und die markanteren Formen. In der Seitenlinie ist der leichte Knick von Vorder- zur Hintertür verschwunden. Das Auto wirkt insgesamt sportlicher und mehr wie aus einem Guss.

Strahlendes Aquamarin Eine kleine Revolution hat beim Interieur und im Cockpit stattgefunden. Die Zahlenbereiche der drei Rund-Instrumente für Drehzahl, Geschwindigkeit und Tankinhalt leuchten in augenfälligem Aquamarin. Die Mittelkonsole wurde aufgeräumt. Sie beherbergt vordergründig den Touchscreen-Monitor des DVD-Navigationsystems. Auch beim dezent-kleinen Bedienfeld der Klimaautomatik gibt es hier den schicken Aquamarin-Ton. Front- und Heckkamera Der 6,5 Zoll große Bildschirm zeigt die Bilder der Front- und der Heckkamera. Bei Einlegen des Rückwärtsganges liefert die Linse vom Heck ihr Bild. Zudem geben Linien auf dem Monitor Hilfestellung beim Einparken. Ein konventionell-piependes Parksystem mit vier Sensoren kann zusätzlich geordert werden. Mehr Sicherheit beispielsweise beim Verlassen enger Parkhauseinfahren verspricht das Front-Kamera-System. Es kann mittels einer Prismen-Kamera am Kühlergrill um die Ecke schauen und sieht Fußgänger und Radfahrer, bevor sie im Blickfeld des Fahrer auftauchen. Serie bei Executive Das Bild der Kamera ist für links und rechts geteilt auf dem Monitor zu sehen. Das Anzeigefeld schaltet auf Wunsch bei einer Geschwindigkeit von unter zehn km/h automatisch auf den Kamera-Modus. Beide Kameras sind bei der Ausstattung „Executive“ im Preis enthalten, für die Grundausstattung und die Linien „Luna“ und „Sol“ nicht lieferbar.

Seven up - und five down Doch das hauptsächliche Novum des Corolla Verso ist das Easy7-Sitzsystem. Schauen wir die Reihen durch: Der Fahrer- und der Beifahrersitz sind bequem und höhenverstellbar. Beide verfügen zudem über eine Mittelarmlehne. Auch die Passagiere der zweiten Reihe sitzen in puncto Komfort nicht in der Holzklasse. Letzte Reihe für die Kinder-Riege Vorausgesetzt allerdings, die drei einzeln längs verstellbaren Sitze sind weit nach hinten geschoben, sonst wird’s an den Knien eng. Um in die dritte Reihe zu gelangen, lassen sich die Lehnen der äußeren Sitze in der zweiten Reihe mit einem einzigen Handgriff neigen. Gleichzeitig gleitet der gesamte Sitz nach vorn und verschafft so den Benutzern der Endreihe mehr Raum. Nicht zu verschweigen ist allerdings, dass diese End-Benutzer je mehr Freude am Sitzen haben, desto kürzer und kleiner sie sind. Die letzte Reihe eben (fast) nur für Kinder. Voll besetzt: Nur 63 Liter Kofferraum-Volumen Zwar ist der Corolla Verso im Vergleich zum Vorgänger gewachsen und hat derzeit mit 2,75 Metern den längsten Radstand der Siebensitzer in seiner Klasse. Dennoch muss man beim Raumangebot für die Passagiere Kompromisse eingehen. Für die Urlaubsfahrt der sieben Zwerge eignet sich der Toyota-Kompaktvan ohnehin nur bedingt: Bei voll besetztem Auto fasst der Kofferraum gerade mal 63 Liter.

32 Sitzkombinationen Doch im Handumdrehen gibt’s mehr Platz: Je nach Bedarf können durch wenige Griffe 32 Sitzkombinationen kreiert werden. Die Sitze der zweiten und dritten Reihe verschwinden jeweils im Wagenboden. Ihre Lehnen-Rücken bilden eine ebene Ladefläche. Bis zu 1.563 Liter Stauvolumen bietet der Corolla Verso in der Kombination als Zweisitzer. Drei Motoren im Programm Derzeit werden ein 1,6-Liter-Benziner mit 110 PS, ein 1,8-Liter-Benziner mit 129 PS und ein Zweiliter-Diesel mit 116 PS angeboten. Nur der größere Ottomotor kann mit dem automatisierten Schaltgetriebe MMT kombiniert werden. Starten per Knopfdruck Um den neuen Kompaktvan in Gang zu bekommen, wird eine weitere Neuheit genutzt: Eine Keycard ersetzt den Schlüssel und ermöglicht, den Corolla Verso auf Tastendruck zu öffnen. Anders als bei ähnlichen Systemen dieser Art muss allerdings die schlüsselähnliche Card in eine Öffnung in der Armaturentafel geschoben werden, um den Motor per Start-Knopf anlassen zu können. Stark: Zweiliter-Diesel Der Zweiliter-Diesel erweist sich als durchzugsstarkes Aggregat, das dank seines früh anliegenden starken Drehmoments von 280 Newtonmetern richtig Spaß macht. In 12,6 Sekunden beschleunigt der wandelbare Toyota damit auf Tempo 100 und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 180 km/h. Der Verbrauch beträgt laut Hersteller 6,2 Liter.

Gutes Handling Das Fünfgang-Getriebe lässt sich leichtgängig und knackig schalten. In Kurven neigt sich der neue Corolla Verso nur wenig zur Seite. Das Fahrwerk bietet eine gelungene Mischung aus Sportlichkeit und bequemer Federung, die gut dosierbaren Bremsen vervollständigen das gute Handling des Corolla Verso. Ab 19.600 Euro Der Grundpreis für den neuen Corolla Verso, der am 24. April 2004 startet, beträgt 19.600 Euro. Dafür bekommt man den Verso mit 1,6-Liter-Motor und nur fünf Sitzen. Der von uns getestete Verso Executive 2.0 D-4D stellt das Topmodell dar und schlägt mit 26.600 Euro zu Buche. In diesem Preis ist allerdings ein dickes Paket an Extra-Ausstattungen ab Werk dabei. Dazu gehören nicht nur sieben Airbags – inklusive Knieairbag für den Fahrer – sondern auch das elektronische Stabilitätsprogramm VSC, die Front- und die Heckkamera, das Audio- und DVD-Navigationssystem und die Klimaautomatik. DVD für Fondpassagiere Das teuerste aufpreispflichtige Extra ist das DVD-System für die Fondpassagiere: Für 2.200 Euro Aufpreis gibt es einen DVD-Player und Displays an den Kopfstützen-Rückseiten der Frontsitze.
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Technische Daten
Motor Bauart:Reihen-Vierzylinder
Hubraum:1.995
Leistung:85 kW (116 PS) bei UPM
Drehmoment:280 Nm bei 2.000-2.200 UPM
Preis
Neupreis: 26.600 € (Stand: März 2004)
Fazit
Einen kleinen Siebensitzer, der ohne viel Umstände variabel umbaubar ist, haben erst sehr wenige Hersteller im Programm. Vor allem die Tatsache, dass nicht benötigte Sitze Platz sparend am Fahrzeugboden untergebracht werden können, ist ein großer Pluspunkt für den neuen Corolla Verso. Dass er nicht nur sportlicher auftritt als sein Vorgänger und im Cockpit richtig gut aussieht, sind weitere Pluspunkte des in Nizza für Europa konzipierten Kompaktvan. Der starke Diesel und das insgesamt leichte Handling des Wagens komplettieren die Haben-Liste ebenso wie die umfangreiche Ausstattung des Topmodells Executive. Und dabei ist der Corolla Verso auch noch sicher: Beispielsweise sieben Airbags schützen die Insassen, wenn eine Fahrt so endet, wie sie nicht sollte. „Leben Sie los“ lautet der Slogan für den kompakten Toyota. Das können Sie beruhigt tun. (hd)

Quelle: auto-news, 2004-04-07

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