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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 16. Januar 2019

SP-X/Köln. Es muss nicht immer ein Golf, Astra oder Focus sein. Auch ein gebrauchter Peugeot 308 der ersten Generation (2007 bis 2015) kann in der Kompaktklasse überzeugen. Käufer sollten jedoch seine notorischen Schwachstellen bei der Hauptuntersuchung kennen.

Karosserie und Innenraum: Prägnanteste äußere Merkmale beim 308 sind der Haifischmaul-Kühlergrill, die stark modellierte Motorhauben-Nase und das leicht stufige Heck der Limousinen (Drei- und Fünftürer). Trotz der gestalterischen Extravaganz ist der Peugeot ein Kompaktauto im besten Sinne, bietet gute Platzverhältnisse bei handlichen Abmessungen, fährt sicher, komfortabel und auf Wunsch sogar schnell. Besonders beliebt ist der sehr geräumige Kombi „SW“, der sogar als Siebensitzer zu haben ist. Herausnehmbare Sessel im Fond und das optionale Panoramaglasdach sind weitere Spezialitäten des Franzosen. Als vierte Karosserievariante gibt es ein viersitziges Cabrio (308 CC) mit dem seinerzeit beliebten Stahl-Klappdach. Technisch eng verwandt ist auch das eher selten angebotene Coupémodell RCZ.

Motoren: Die Antriebspalette des 308 ist außergewöhnlich breit. Bei den Benzinern reicht das Angebot der 1,4 und 1,6 Liter großen Vierzylinder von 70 kW/95 PS bis zu 147 kW/200 PS im turbogeladenen GTi-Modell. Die Diesel sind 1,6 oder 2,0 Liter groß und decken ein Band von 66 kW/90 PS bis 120 kW/163 PS ab. Insgesamt hat der Interessent die Wahl zwischen 16 Motorvarianten. Bei den Getrieben ist das Portfolio kleiner, Automatik gibt es in der Regel nur für die stärkeren Motoren; neben einer zeitgemäßen Sechsgang-Box ist aber auch eine gealterte Viergang-Variante zu haben, die den Verbrauch hochtreibt. Gewöhnungsbedürftig ist das automatisierte Schaltgetriebe – einige Kunden stören sich an der spürbaren Zugkraftunterbrechung. Probleme machen vor allem der 1.6 HDI, der für Turboladerschäden bekannt ist und die Nockenwellensensoren bei den Benzinern. Beim TÜV fallen außerdem viele 308 durch Ölverlust und nicht bestandene Abgasuntersuchungen auf.

Ausstattung und Sicherheit: Wie seinerzeit üblich wurden die Basismodelle von 308 Limousine und Kombi noch ohne Klimaanlage angeboten. Allein aus diesem Grund sollte man mindestens zum zweithöchsten Niveau („Tendance“) greifen. Das Cabrio war in allen Varianten deutlich besser ausgestattet, so dass auch die Varianten ohne zugekaufte Extras attraktiv sind. Ungewöhnlich ist die Nackenheizung „Airwave“, die das Offenfahren bei mäßigen Außentemperaturen komfortabler machen soll. Für alle Varianten gibt es zudem eine Volllederausstattung und Xenonlicht – in dieser Klasse nicht immer üblich. Immer an Bord waren sieben Airbags – inklusive Luftkissen fürs Knie – und ein ESP. Beim Euro-NCAP-Crashtest schaffte es der 308 auf fünf Sterne im Jahr 2009.

Qualität: Neuwagenkäufer dürften sich über die Rekordzahl von Rückrufen beim 308 geärgert haben, Gebrauchtwageninteressenten können das locker sehen, sollten aber die jeweilige Teilnahme überprüfen. Unter anderem ging es um den Hauptbremszylinder und eine undichte Dieselleitung. Dazu kommen die erwähnten Probleme mit den Motoren, bei der Hauptuntersuchung fallen außerdem viele 308 mit schlechten Bremsen auf. Insgesamt gibt der Franzose im aktuellen TÜV-Report nur ein mittelmäßiges Bild ab. Immerhin wurden die Probleme des Vorgängers mit labilen Lenkgelenken offenbar behoben.

Fazit: Der Peugeot 308 ist ein gelungener Kompaktwagen, vor allem der sehr geräumige Kombi mit seiner optionalen dritten Sitzreihe ist eine Empfehlung wert. Käufer sollten sich ihr Wunschauto jedoch genau anschauen, damit nicht überraschende Reparaturen die Kosten in die Höhe treiben. In der Anschaffung ist der Franzose aufgrund seines mittelmäßigen Rufs bei der Qualität und des fortgeschrittenen Alters vergleichsweise günstig, startet ab zirka 2.000 Euro.

Fazit

Bis zu sieben Sitze, auf Wunsch Ausstattungsluxus und flotte Motoren: der kompakte Peugeot 308 bietet durchaus Besonderes. Nicht allerdings in Sachen Qualität.

Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-01-16

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