Testbericht

Stefan Grundhoff, 18. März 2012
Seat verabreicht seinem Ibiza eine zarte Modellpflege. Nett anzuschauen war der spanische Bruder des VW Polo jedoch ohnehin.

Selten hat ein Fahrzeug der Kleinwagenklasse eine Modellpflege so wenig nötig gehabt wie der aktuelle Seat Ibiza. Der gehörte sowieso zu den schmucksten Modellen der beliebten Einsteigerliga und ist zum neuen Modelljahr noch etwas sehenswerter geworden. Der Blick ist schärfer als bislang. Zumindest in Verbindung mit den optionalen Xenonleuchten gibt es einen LED-Boomerang, der für die Front des kleinen Spanier fast zu viel des Guten ist. Auch hinten arbeiten LED-Elemente. "Der Wagen hat jetzt mehr Präsenz auf der Straße", erklärt Seat-Chefdesigner Luis Santos und zieht die Linien an der Front mit seinen Händen nach, "er wirkt breiter und kraftvoller als bisher."

Auf der Straße zeigt der 1,1 Tonnen schwere Seat Ibiza keine nennenswerten Schwächen. Federung und Dämpfung sind komfortabel, aber niemals schwammig und die präzise Lenkung gefällt ebenso wie die kraftvoll zupackenden Bremsen. Wer flott unterwegs sein will, ist mit dem Turbo-Direkteinspritzer des Seat Ibiza 1.2 TSI bei allen drei Karosserievarianten aus Drei- und Fünftürer sowie Kombi bestens unterwegs. Der 1,2 Liter große Vierzylinder leistet 77 KW / 105 PS und ein maximales Drehmoment von 175 Nm, das ab niedrigen 1.550 U/min zur Verfügung steht. Wer es besonders zaghaft angehen lässt, drückt den Realdurst in Regionen des Normverbrauchs von knapp über fünf Liter. Eine Start-Stopp-Automatik kostet jedoch Aufpreis. Realistischer ist ein Verbrauch mit einer "sechs" vor dem Komma. Der moderne Vierzylinder passt vorbildlich in den spanischen Fronttriebler. Auf der Autobahn macht sich ab Tempo 120 jedoch der fehlende sechste Gang bemerkbar, denn ab hier dreht der Motor mit rund 3.000 U/min hoch und somit allzu präsent. 0 auf 100 km/h schafft der Fronttriebler in knapp unter zehn Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ist allemal ausreichend.

Der Innenraum des 4,05 Meter langen Seat Ibiza hat sich durch die jüngste Modellpflege kaum verändert. Die Sitze sind bequem und das Handschuhfach wuchs auf fast elf Liter Volumen. Hinten geht es klassenüblich eng zu und drei Personen möchte man dem Ibiza-Fond niemals zumuten. Der Laderaum fasst 292 Liter und lässt sich durch Umklappen der teilbaren Rückbank nennenswert vergrößern. Wem das nicht reicht – der Ibiza ist eben auch als Kombiversion ST verfügbar. Dann gibt es etwas mehr Raum im Fond und einen Laderaum, der zwischen 430 und 1.164 Liter fasst. Innenraum und Cockpit mit getrennten Bedienmodulen für Soundsystem und Klimabedienung gefallen ebenso wie die übersichtlichen Anzeigen. Deplatziert und alles andere als praktisch ist jedoch der Bediensatellit für das Radio oberhalb des linken Knies. So etwas gehört beleuchtet ans griffige Lenkrad.

Der Grundpreis für das mit 60 PS recht schwächliche Basismodell Seat Ibiza 1.2 SC liegt bei 10.990 Euro. Die beste Wahl ist der 105 PS starke Ibiza 1.2 TSI Style für 15.650 Euro mit Klimaanlage, elektrischen Spiegeln, Radio und Alufelgen. Das optionale Sonnendach kann man sich übrigens getrost sparen. Es bringt zwar Licht in den Innenraum, lässt sich jedoch nur zwei Fingerbreit aufstellen und nicht öffnen. Das Motorenspektrum lässt mit sieben Benzinern und fünf Dieseln und Leistungen zwischen 60 und 150 PS keine Wünsche offen.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2012-03-18

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