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Testbericht

12. September 2006
München, 12. September 2006 – „In Weiß sieht er richtig scharf aus“, ist eine Meinung, die man zum neuen Audi S3 öfter zu hören bekommt. Und obwohl wir dem uneingeschränkt zustimmen, ist uns die Farbe fast egal. Wir wollen ihn fahren und nicht heiraten. Obwohl das ginge: Dem Namen seines Grills nach ist er ja ein Single. Spoiler vorn, Diffusor hinten Wie jeder S-Audi protzt der neue S3 nicht mit seiner Kraft. Wenn er nicht gerade weiß lackiert ist, sieht man als Audi-Laie die äußeren Merkmale eher erst beim zweiten Hinschauen. Doch dann ist der besondere Ingolstädter schon erkennbar: Vorn blickt er grimmig auf die Straße. Zackiger geschnittene Lufteinlässe, Wabengitter und verchromte Gitterstäbe geben neben dem S3-Logo Hinweise auf das, was da lieber eingesperrt wird. Hinten sind es der markante Diffusor und der kleine Dachkantenspoiler, die auf das Potenzial des Ingolstädter Kraftboliden hinweisen. Zwei eher unscheinbare, nebeneinanderliegende Chrom-Endrohre entsorgen das Abgas. Und natürlich gibt es Außenspiegel mit den obligatorischen Alu-Schalen – ein weiteres Erkennungszeichen eines Audi mit einer Extraportion Sportlichkeit. Ach wie gut, dass niemand ahnt Doch bevor wir einsteigen, müssen wir noch einen Blick auf den Motor werfen. Dieser Blick enttäuscht: Gut verkleidet liegt das Kraftpaket in seinem Raum. „2.0 Turbo“ steht dran und natürlich darf das S-Logo nicht fehlen. Ach wie gut, dass niemand ahnt ... dass in dieser Vierzylindermaschine Kräfte schlummern, die zu wecken eine wahre Freude verursachen kann. Sage und schreibe 265 PS sind hier versammelt, um auf die Straße zu galoppieren. Und bereits bei 2.500 Touren steht ein sattes Drehmoment von 350 Newtonmetern zur Verfügung.

5,7 Sekunden auf Tempo 100 Um Ihnen die Fahrleistungen auch gleich zu verraten: Nur superkurze 5,7 Sekunden braucht der S3 auf Tempo 100. Erst bei einer Spitze von 250 km/h wird er sanft abgeregelt. Mit diesen Werten ist der Audi zweifelsohne der schnellste Sprinter in der Kompaktklasse. Selbst der ebenfalls 265 PS starke BMW 130i kann in punkto Beschleunigung nicht ganz mithalten: Der zweite Super-Bayer schafft den klassischen Sprint in 6,1 Sekunden. Abgeregelt wird der Münchner aber ebenfalls bei 250 km/h. Beinahe bescheiden klingen da die Werte eines aktuellen VW Golf GTI, der die 200-PS-Version der Direkteinspritzer-Maschine verpflanzt hat: 7,2 Sekunden und Tempo 235 sind im Vergleich wirklich nicht viel. Optional gibt es Schalensitze Nehmen wir Platz: Unsere Testwagen verfügt über Schalensitze, die man auf Wunsch einbauen lassen kann. Sie haben den Vorteil, dass sie die Frontpassagiere nahezu saugend einpressen. Der Nachteil besteht darin, dass die hohen Kanten beim Aussteigen durchaus am Oberschenkel drücken können. Wenn man mehr Alltagstauglich möchte, sollte man also das herkömmliche Gestühl bestellen, das aber unserer Meinung nach selbst der hohen Fahrdynamik des S3 genügt. Das Gleiche gilt für die Interieurapplikationen: Es ist gut zu wissen, dass man „Birkenmaserholz grau“ bestellen kann. Man muss aber nicht. In Klavierlack oder Alu passen die Applikationen wesentlich besser zum unten abgeflachten-Leder-Sportlenkrad und zum rot-silbernen S3-Emblem. Kerniger, unterdrückter Sound Drehen wir am Schlüssel: Der Vierzylinder erwacht mit einem kernigen aber fast etwas zu dezenten Geräusch. Ein heiseres Nachblubbern bei kurzen Gasstößen macht aber Lust auf das, was da kommen könnte. Um die enorme Leistung zu produzieren, wurden dem Direkteinspritzer unter anderem ein größerer Turbolader und ein geänderter Ladeluftkühler verpasst.

Brachiale Kraft beim Sprint Der Vortrieb setzt kurz nach dem Anfahren in dem Moment ein, wenn der Turbolader loslegt. Dann gibt es kein Halten mehr: Der S3 sprintet mit einer derartig brachialen Kraft los, dass man meint, die Autos verwechselt zu haben und eigentlich einen 325 PS starken Elfer-Porsche pilotiert. Der ist seitens der Fahrleistungen auch nicht viel besser: 5,0 Sekunden braucht der Schalter, 5,5 Sekunden die Version mit Tiptronic. Aber wir sitzen tatsächlich in einem kompakten S3 und genießen die ungezügelte Power. Den Wagen auf Touren zu halten, macht aufgrund der exakten Sechsgang-Handschaltung tierisch viel Spaß. Straff, aber nicht hart In punkto Fahrverhalten wurde ein Kompromiss gefunden, der vor allem auf den Alltagseinsatz abzielt: Das Fahrwerk liegt zwar 25 Millimeter tiefer als beim A3 und wurde straffer abgestimmt, aber knallhart ist es nicht. Auch die Lenkung, obwohl direkter eingestellt, ermöglicht, den S3 präzise zu steuern, ohne die Fingerspitzen zu verwenden. Dazu passt der Rest: Der S3 liegt satt und vor allem sicher in der Kurve. Der Allradantrieb quattro verleiht dem S3 eine sehr gute Traktion. Für 35.150 Euro Der Grundpreis des S3 beträgt 35.150 Euro. Ab Ende Dezember 2006 soll der S3 ausgeliefert werden. (hd)
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Technische Daten
Antrieb:permanenter Allradantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Benzinmotor mit Direkteinspritzung und Turbolader
Hubraum:1.984
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:195 kW (265 PS) bei UPM
Drehmoment:350 Nm bei 2.500 - 5.000 UPM
Preis
Neupreis: 35.150 € (Stand: September 2006)
Fazit
Der Audi S3 ist ein überaus heißes Eisen: Er ist der Stärkste in der Kompaktklasse. Ihn als Sportler zu bezeichnen, ist sicher angebracht. Er ist zugleich auch ein sehr kultiviertes, voll alltagstaugliches Auto, das mit seiner Kraft nicht protzt.

Denn trotz genügend Sportgenen sind weder der praktische Nutzen noch eine ästhetische Optik abhanden gekommen.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2006-09-12

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