Testbericht

5. Juli 2004
München, 6. Juli 2004 – Variabilität wird im Automobilbau immer wichtiger. Alles soll schieb-, klapp- und versenkbar sein. Das befriedigt nicht nur den Spieltrieb, sondern hat zumeist auch einen praktischen Nutzen. Im Fall des Renault Trafic gibt es künftig diese Wandel- und Nutzbarkeit sogar im XL-Format. Das neue, siebensitzige Sondermodell Generation erfreut mit viel Platz und hohem Freizeitwert. Der Trafic Generation ist zugleich Transporter, Familienvan und rollendes Wochenendhäuschen mit Doppelbett.

Starker Turbodiesel In Kombination mit dem 135 PS starken Turbodiesel 2.5 dCi bietet der Generation neben hoher Wandelbarkeit flotte Fahreigenschaften. Wir konnten im Trafic Generation bereits vor seiner Markteinführung im September 2004 Probe liegen und auch fahren.

Sitzgruppe für fünf Zunächst ein Blick in den variablen Fond: Der Einstieg ist nur von der Schiebetür auf der rechten Fahrzeugseite möglich. In der geschlossenen, linken Seitenwand befindet sich ein ausklappbarer Tisch. Dreht man die beiden bequemen Einzelsitze der zweiten Reihe um 180 Grad, können sich bis zu fünf Personen am Tisch direkt gegenübersitzen – drei auf der Sitzbank und zwei auf den beiden Einzelsitzen. Das sind beste Voraussetzungen zum gemütlichen Umtrunk oder für ein Gesellschaftsspiel. Serienmäßig bietet der Trafic Generation in der Ausstattung Expression nur einen Einzelsitz im Fond. Der zweite Sitz kostet 835 Euro Aufpreis. In der höheren Ausstattung Privilège gehört der zweite Sitz zur Serienausstattung.

Und dann ins Bett Nach einem geselligen Abend lässt sich die hintere Sitzbank zum Bett umwandeln. Zunächst wandert der Tisch zurück in die Seitenwand und mit wenigen Handgriffen kann nun die hintere Sitzbank ausgeklappt werden. Eine Schaumstoff-Liegefläche von 1,33 mal 1,80 Metern breitet sich aus und lädt zum nächtlichen Verweilen ein. Eine gediegene Liebesinsel für zwei Personen.

Wie auf Schienen reisen Die hintere Sitzbank und die beiden Einzelsitze im Fond sind übrigens auf Aluschienen im Fahrzeugboden verankert. Somit können die Sitzelemente in der Länge verschoben werden. Sind die Fauteuils ganz vorne, wächst der Kofferraum deutlich. Alle Sitzelemente können auch komplett ausgebaut werden. Apropos Kofferraum: Das Gepäckabteil lässt sich dank sehr großer Heckklappe und extrem niedriger Ladekante bestens beladen. Darüber hinaus bietet der Trafic Generation viele Staufächer für kleine und auch größere Gegenstände. Sogar ein spezieller Abfallbehälter gehört im Trafic Generation zur Serienausstattung.

Erst drehen, dann fahren! Neben den Sitzen der zweiten Reihe sind auch die Sitze für Fahrer und Beifahrer drehbar. In der ersten Reihe kann man also ebenfalls in Richtung Innenraum sitzen. Nach vorne gedreht, hat der Fahrer dank erhöhter Sitzposition einen guten Überblick auf den Straßenverkehr und seinen Arbeitsplatz. Das etwas zerklüftete, zweifarbige Cockpit mit einer mäßigen Qualitätsanmutung der Oberflächen überzeugt jedoch mit tadelloser Funktionalität. Praktisch ist der hoch gelegte Schalthebel für das exakt und mit kurzen Wegen zu schaltende Sechsgang-Getriebe. Mit der ebenfalls leichtgängigen Lenkung kann man den Trafic bemerkenswert gut durch den Verkehr dirigieren.

Erstaunlich handlich Der 4,78 Meter lange Kleinbus erfreut mit Fahreigenschaften, die sich auf Pkw-ähnlichem Niveau bewegen. Dazu zählen ein recht kleiner Wendekreis von 11,8 Metern und das noch präzise Handling. Doch die etwas schwammige Lenkung und das leicht poltrige Fahrwerk erinnern weiterhin an den typischen Fahrkomfort von Nutzfahrzeugen. Serienmäßig ist der Renault Trafic Generation 2.5 dCi-Diesel mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP und der Antriebsschlupfregelung ASR ausgestattet.

Topmotorisierung mit 135 PS Der 2.5 dCi hält sich für einen Diesel akustisch dezent im Hintergrund. Trotz der immerhin 135 PS und 310 Newtonmeter Drehmoment ist er auch bei der Leistungsentfaltung ein eher ruhiger Vertreter unter den Turbodieseln. Dennoch gehen die Fahrleistungen in Ordnung. Immerhin rennt der Trafic Generation 163 km/h schnell. Der Sprint auf 100 km/h ist nach 13,9 Sekunden beendet. Der Durchschnittsverbrauch liegt nach Aussage von Renault bei 8,6 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Dank 90-Liter-Tank sind also Reichweiten von über 1.000 Kilometer möglich.

Alternativ stehen für den Renault Trafic noch ein verbrauchsgünstiger 1.9 dCi mit 100 PS oder ein 120 PS starker 2,0-Liter-Benziner zur Wahl.

Preis und Austattung Der neue Renault Trafic Generation 2.5 dCi kostet 32.712 Euro. Neben dem variablen Innenraum hat das Modell einiges an zusätzlicher Ausstattung zu bieten. Dazu gehören Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Für 35.728 Euro gibt es die Ausstattung Privilège. Sie bietet zusätzlich Leichtmetallfelgen und für den Fond eine Klimaregulierung, einen zweiten Einzelsitz und eine Zusatzheizung. Beide Versionen bieten außerdem in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger und weiße Blinker-Leuchteinheiten. Beim Privilège bekommt man zusätzlich Seitenschutz und Heckabschlussleisten in Wagenfarbe.
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Technische Daten
Motor Bauart:Reihenvierzylinder, Vierventiler, DOHC, Common-Rail-Direkteinspritzung, Turbodiesel
Hubraum:2.463
Leistung:99 kW (135 PS) bei UPM
Drehmoment:310 Nm bei 3.500 UPM
Preis
Neupreis: 32.712,00 € (Stand: Juli 2004 )
Fazit
Der neue Trafic Generation ist großer Van und Freizeitmobil in einem. Wohnzimmer und Schlafzimmer sind immer mit dabei. Ein Manko: Die komfortable Innenausstattung geht zu Lasten der Transporteigenschaften. Wer einen Kleinlaster sucht, sollte auf die nicht ganz billige Innenausstattung des Trafic Generation lieber verzichten und sich den deutlich günstigeren Kombi kaufen.

Der Trafic Kombi 2.5 dCi kostet mit knapp 25.000 Euro rund 8.000 weniger. Doch für Leute, die gerne und viel mit ihrem Auto reisen und gesellig in ihrem Fahrzeug sitzen wollen, könnte sich diese Mehrinvestition lohnen. Der Trafic Generation bietet eine hübsch gemachte Innenausstattung, die sogar ein Klappbett für zwei Personen beinhaltet. Ein vollwertiger Camper ist der Trafic Generation damit jedoch nicht. Für eine Campingausstattung mit Küchenzeile und Kühlbox muss man aber auch deutlich mehr bezahlen. Beispielsweise kostet ein vergleichbarer VW T5 California rund 9.000 Euro mehr. (mh)

Quelle: auto-news, 2004-07-05

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