Testbericht

Sebastian Viehmann, 26. Januar 2009
Peugeot bringt nach dem Allradler 4007 einen Crossover namens 3008 auf den Markt. Der Großraumkombi muss zunächst auf Vierradantrieb verzichten, soll aber mehr zu bieten haben als ein normaler Van oder Kombi.

Gäbe es ein Unwort des Jahres für den Automobilbau, wäre "Crossover" ein aussichtsreicher Kandidat. Wann immer ein Hersteller glaubt, das Rad neu erfunden zu haben, nennt er seine Kreation Crossover – ein Auto, das die besten Eigenschaften mehrerer Fahrzeugarten verbinden soll.´ Peugeots 3008 bedient sich beim SUV (hohe Sitzposition, große Bodenfreiheit, zweigeteilte Heckklappe, Stoßfängerverkleidungen), bei der Limousine (elegante Karosserie, Betonung auf Fahrkomfort und Fahrvergnügen) sowie beim Van (variabler Innenraum, überdurchschnittliches Platzangebot). Im Frühsommer 2009 soll der 3008 zu den Händler kommen.

Auf den ersten Blick wirkt der 4,36 Meter lange, 1,84 Meter breite und 1,64 Meter hohe Wagen wie eine Mischung aus Peugeot 308 und 4007. Der Kofferraum fasst 432 Liter, bei umgelegten Sitzen maximal 1241 Liter. Das Gepäckabteil lässt sich durch zwei herausnehmbare Ladeböden in drei horizontale Ebenen unterteilen. Die Heckklappe ist wie beim 4007 zweigeteilt: Der obere Teil schwingt nach oben, der untere klappt nach unten und dient bei Bedarf als Sitzbank, wenn der Wagen parkt. Fondsitzlehnen sowie die Rückenlehne des Beifahrersitzes lassen sich vollständig umklappen, so dass eine ebene und in Höhe des Beifahrersitzes 2,62 Meter lange Ladefläche entsteht. Das Cockpit wurde ganz um den Piloten herum angeordnet. Eine Kunststoffspange, die in einen Handgriff übergeht, trennt den Fahrer- vom Beifahrerbereich. Im Innenraum sind diverse Staufächer mit zusammen rund 50 Litern Fassungsvermögen verteilt. Wie von französischen Großraumautos gewohnt, kann man für den 3008 ein großes Panorama-Glasdach ordern.

Der Wagen verfügt serienmäßig über eine elektronische Parkbremse und einen Berganfahr-Assistenten. Optional sind ein Head-Up-Display, adaptives Kurvenlicht sowie ein Abstandswarner zu haben, der die Distanz zum Vordermann misst. Das System ist zwischen 70 und 150 km/h aktiv und kann je nach Landesvorschrift auf verschiedene Abstände programmiert werden. Im Gegensatz zu manchen Systemen anderer Hersteller informiert der Warner den Fahrer nur und leitet keine automatische Bremsung ein.

Das Motorenprogramm besteht aus sechs verschiedenen Motor-Getriebe-Kombinationen. Der Basisdiesel 1.6 HDi mit 80 kW/110 PS und automatisiertem Sechsganggetriebe soll im Schnitt nur 4,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen. Zur Verfügung steht außerdem ein Zweiliter-Diesel in zwei Leistungsstufen (110 kW/150 PS und 120 kW/163 PS). Bei den Benzinern beschränkt sich das Angebot vorerst auf einen 1,6-Liter-Motor, der in verschiedenen Versionen (88 kW/120 PS sowie mit Turboaufladung 110 kW/150 PS oder 115 kW/156 PS) zu haben ist.

Auch wenn der 3008 eine robuste Optik und erhöhte Bodenfreiheit hat, muss er zunächst ohne Allradantrieb auskommen. "Ein herkömmlicher Allradantrieb hätte sich enorm auf Umwelteffizienz, Platzangebot, praktischen Nutzwert und Innenraumgestaltung des Gesamtpakets ausgewirkt – Aspekte, durch die sich das neue Fahrzeug ja gerade deutlich abheben sollte", begründet Peugeot diese Entscheidung.

Vierradantrieb soll jedoch ab 2011 Einzug halten. Dann soll der 3008 auch als erstes Peugeot-Modell mit Diesel-Hybridantrieb beim Händler stehen. Während der Verbrennungsmotor unter der Motorhaube die Vorderräder antreibt, befindet sich der Elektromotor unterhalb der Kofferraumkante auf Höhe des Fahrwerks und wirkt auf die Hinterräder. Die Konzept-Studie Prologue HYbrid4 auf dem Pariser Automobilsalon 2008 hatte einen Zweiliter-Diesel mit 120 kW/163 PS) und einen 27 kW/37 PS starken Elektromotor an Bord. Der Gesamtverbrauch des Diesel-Hybrid soll bei 4,1 Litern pro 100 Kilometer liegen.

Um die Kunden bis dahin über den fehlenden Allradantrieb hinwegzutrösten, wählt Peugeot einen ungewöhnlichen Weg: Eine "intelligente Traktionshilfe" namens Grip Control soll die Offroad-Ambitionen des Fahrers wecken. Im Standard-Modus lasse das ESP Schlupf im Rahmen der bei Straßenfahrten üblichen Traktionswerte zu, erläutert Peugeot. Der Schnee-Modus verbessert die Traktion der Vorderräder auf schneebedeckter Fahrbahn.

Im Offroad-Modus wird beim Anfahren hoher Schlupf am Rad mit der geringsten Bodenhaftung zugelassen, bis das Rad wieder den nötigen Grip findet. Zugleich wird an das am besten greifende Rad möglichst viel Kraft übertragen. Das Antriebsdrehmoment kann bis zu 100 Prozent auf eines der Vorderräder geleitet werden. Der Sand-Modus schließlich lässt an beiden Antriebsrädern gleichzeitig etwas Schlupf zu, damit das Fahrzeug Vortrieb hat. Auch im Cockpit hält Peugeot den Gelände-Schein aufrecht: Die verschiedenen Modi wählt der Fahrer mit einem Drehknopf, der an die Offroad-Programmwahl bei Land Rover erinnert.
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Quelle: press-inform, 2009-01-26

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