Testbericht

27. Dezember 2006
München, 22.Dezember 2006 – Große Viersitzer-Cabrios werden gerne von älteren, vorwiegend angegrauten Herren mit blutjungen und bildhübschen Damen auf dem Beifahrersitz gefahren. Gehört man nicht zu dieser Spezies und fährt dennoch ein solches Auto, kann man sich den verwirrten Blicken seiner Mitmenschen sicher sein. Lesen Sie, was uns beim Test des Mercedes CLK 320 CDI Cabriolet sonst noch so alles aufgefallen ist. Von wegen gemütlich Wer allerdings glaubt, das CLK-Cabrio sei nur etwas für ältere Herren mit dickem Geldbeutel, liegt falsch. Vor allem der sportliche V6-Motor gefiel uns besonders gut. Aus beinahe drei Litern schöpft das Triebwerk 224 PS. In Erwartung eines herkömmlichen Diesel-Motors verblüfft der Dreiliter-V6 mit seiner spritzigen Beschleunigung, die den Benz in 7,2 Sekunden auf Tempo 100 bringt. Kein schlechter Wert, bedenkt man, dass der Viersitzer 1.785 Kilogramm auf die Waage bringt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 246 km/h und erhöht auch den Herzschlag eines 30jährigen. Dabei bleibt das Motorengeräusch auch im oberen Drehzahlbereich stets in einem erträglichen Maße. Unauffälliges Blechkleid Optisch gesehen ist der CLK 320 eher vornehm und zurückhaltend, um nicht zu sagen konservativ. Die silbergraue Lackierung und die schlichten Formen lassen nicht erahnen, dass unter dem fast schon unauffälligen Blechkleid des CLKs auch sportliche Qualitäten schlummern. Typisch für die CLK-Cabrios sind die großen Lufteinlässe im Stoßfänger und der markante Kühlergrill. Die voll versenkbaren rahmenlosen Seitenscheiben sorgen für ein perfektes Cabrio-Gefühl.

Gurtbringer sorgen für Komfort Der Innenraum unseres Testwagens mit der Ausstattungslinie Avantgarde ist bis auf einige gebürstete Aluminimu-Applikationen komplett mit schwarzem Leder ausgekleidet. Die Fahrersitze sind sehr bequem und verfügen sogar über eine Belüftung, die aber auch in der höchsten Stufe kaum zu spüren war. Den Komfort eines Mercedes spürt man schon vor Antritt der Fahrt. Sobald die Türen geschlossen sind, werden die Gurte automatisch mittels Teleskoparm nach vorne gereicht. Der Platz im Fond ist völlig ausreichend und bei geschlossenem Verdeck lassen sich auch zu viert längere Strecken ohne Platzprobleme bewältigen. Lohnende Investition Absolut notwendig bei geöffnetem Verdeck ist das Windschott, das es leider nur als Sonderausstattung gibt. Der Aufpreis von 336 Euro lohnt sich aber allemal, weil man beit geschlossenen Scheiben und höherem Landstraßentempo keinen Windzug im Inneren spürt. Auch im Falle eines schlagartigen Wetterumschwung besteht keine Gefahr eine nasse Frisur zu bekommen. Innerhalb von etwa 20 Sekunden sitzt man im Trockenen. Im CLK 320 vergrößert sich dann der Kofferraum von 276 auf 390 Liter. Die Geräuschentwicklung des Verdecks in geschlossenem Zustand ist auch bei Tempo 180 so minimal, dass man meinen könnte, in einem Auto mit Metalldach zu sitzen. Cabrio zum Dahincruisen Kleinere Probleme bereitet da eher das Fahrwerk. Auf der Autobahn ist das weiche Fahrwerk noch sehr angenehm und schluckt alle Schläge und Kanten weg. Auf kleineren Straßen mit zahlreichen Kurven schaukelt sich das Mercedes-Cabrio aber merklich auf und gerät, wahrscheinlich durch das üppige Gewicht, gehörig ins Wanken. Ein Sportfahrwerk sollte bei dieser Motorisierung daher zur Serienausstattung gehören. Der CLK 320 eignet sich zwar auch zum gemütlichen Dahincruisen, aber so richtig Spaß macht der Stuttgarter erst, wenn man auf das Gaspedal tritt.

Ein echter Schwabe Selbst dann zeigt sich das Cabrio von seiner freundlichen Seite. Der Minimalverbrauch während unseres Test lag bei 8,1 Litern. Bei konsequenter Spar-Fahrweise in Schwaben-Manier lässt sich dieser Wert auf jeden Fall noch unterbieten. Im Schnitt brachte es der Testwagen auf einen Verbrauch von 9,3 Litern Diesel. Beachtet man das relativ hohe Gewicht und die sportlichen Fahreigenschaften, geht das völlig in Ordnung. Preis ab 48.836 Euro Der Grundpreis des Mercedes CLK 320 CDI liegt bei 48.836 Euro. Die Konkurrenten BMW 330 Cd Cabrio und Volvo C70 Cabrio T5 kosten zwar nur 43.050 beziehungsweise 41.200 Euro, sind aber beide einen Tick kleiner als der Mercedes. Mit sämtlichen Extras wie etwa Lederausstattung, Komfortsitze mit Belüftung, Navigationssystem Command APS mit Multifunktionssteuerung und Bi-Xenon-Scheinwerfer kostet das Cabrio in der getesteten Version 61.683 Euro. Für ein Auto mit 1a-Technik und -Verarbeitung ist das nicht zu viel. (os)
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Technische Daten
Antrieb:Heckantrieb
Anzahl Gänge:6
Motor Bauart:V6-Reihenmotor
Hubraum:2.987
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:165 kW (224 PS) bei UPM
Drehmoment:510 Nm bei 1.600 - 2.800 UPM
Preis
Neupreis: 48.836 € (Stand: September 2006)
Fazit
Das Mercedes CLK 320 CDI Cabrio konnte in unserem Test eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass es beileibe kein Auto nur für ältere Herren ist. Der durchzugsstarke Motor, die noble Ausstattung und die solide Verarbeitung prädestinieren das Cabrio auch für den sportlichen Mittdreißiger. Wer allerdings gerne etwas flotter fährt, sollte sich für 249 Euro ein Sportfahrwerk oder für 1.427 Euro das komplette Sportpaket mit Multikontursitzen, Schalttasten am Lenkrad, 18-Zoll-Leichtmetallrädern und Sportahrwerk mit Tieferlegung gönnen.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2006-12-27

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