Testbericht

8. März 2010
Berlin, 8. März 2010 - Eine Frage erübrigt sich künftig bei Hyundais Kompakt-SUV, nämlich die nach der korrekten Aussprache des Modellnamens: Denn der nach einer amerikanische Stadt benannte Tucson (gesprochen: "Tusn") gehört ab sofort der Vergangenheit an. Sein Nachfolger nutzt die in Europa vor drei Jahren eingeführten Nomenklatur und nennt sich ix35. Doch nicht nur die Typenbezeichnung hat sich geändert, auch darüber hinaus hat sich einiges getan, wie wir auf einer ersten Ausfahrt feststellen konnten. Ein freundliches Grinsen Während der Tucson optisch doch recht bieder und betulich daher kam, offenbart der ix35 deutlich mehr Dynamik. Die Front fällt einerseits relativ wuchtig aus, doch das nette Grinsen des komplett in Europa entwickelten SUVs vermittelt dennoch einen freundlichen Eindruck. Den sechseckig geformten Kühlergrill, der beim ix35 durch eine in Wagenfarbe lackierte Leiste unterbrochen ist, sollen künftig alle Hyundai-Modelle für den europäischen Markt erhalten. Insgesamt dominieren weiche Linien und Rundungen das Äußere, Frontscheinwerfer und Rückleuchten sind weit in die Karosserie hineingezogen. Auffallend ist die hohe, nach hinten ansteigende Gürtellinie. Daraus resultieren relativ kleine Fenster an den Fondtüren. Überzeugendes Platzangebot Mit einer Länge von 4,41 Meter ist der ix35 im Vergleich zum Vorgänger um neun Zentimeter gewachsen. Damit befindet er sich in etwa auf Augenhöhe mit dem VW Tiguan (4,43 Meter) und dem Ford Kuga (4,44 Meter), welche man bei Hyundai selbst "Gradmesser" nennt. Trotz niedrigerer Dachhöhe als beim Tucson ist die Kopffreiheit für die Passagiere des ix35 um acht Zentimeter gewachsen. Das Platzangebot im Innenraum fällt insgesamt überzeugend aus - vor allem im Fond. Die hochgelegte Karosserie erschwert zwar den Einstieg dorthin ein wenig, doch dafür stört kein erhöhter Mitteltunnel. Mit einem Kofferraumvolumen von 591 Liter befindet sich der ix35 diesbezüglich in der Spitzenklasse der Kompakt-SUVs. Legt man die Rücksitzlehnen um, passen bis zu 1.436 Liter Gepäck hinein.

Cockpit: Mehr Schein als sein Auch bei der Gestaltung des Cockpits sind im Vergleich zum Tucson deutliche Fortschritte auszumachen. Die Armaturentafel des ix35 fällt modern und übersichtlich aus, Tacho und Drehzahlmesser stecken in verchromten Röhren. Die vertikal angeordneten Lüftungsdüsen wirken etwas gewöhnungsbedürftig, unterstreichen aber die Bemühungen, dem Interieur zusätzlichen Pep zu verleihen. Hinsichtlich Verarbeitung und Materialwahl bestätigt der ix35 einige alte Vorurteile: Es dominiert billig wirkendes Hartplastik, die Alu-Applikationen sind nur Kunststoff-Imitate und qualitativ präsentiert sich der Koreaner ein ganzes Stück entfernt vom Niveau eines Tiguan oder Kuga. 136, 163 oder 184 PS Zum Marktstart stehen drei Motorvarianten zur Wahl: Der neu entwickelte Zweiliter-Common-Rail-Diesel ist in Leistungsstufen mit 136 und 184 PS erhältlich. Auf Benzinerseite ist ein Zweiliter-Aggregat mit 163 PS verfügbar. Dieser Antrieb sorgt für adäquates Vorankommen, ohne Begeisterungsstürme hervorzurufen. In 10,7 Sekunden geht's von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 182 km/h erreicht. Ab etwa 130 km/h wird der Motor allerdings recht laut. Das serienmäßige Handschaltgetriebe arbeitet nicht nur ziemlich hakelig, es verfügt auch über nur fünf Gänge. Die Diesel werden immerhin mit einer sechsstufigen Schaltbox ausgeliefert. Optional ist für alle Varianten eine Sechsgang-Wandler-Automatik erhältlich. Ende 2010 auch mit Start-Stopp Der ix35 2.0 4WD genehmigt sich laut Hersteller 7,9 Liter Super auf 100 Kilometer. Das ist - auch im Vergleich zu den Mitbewerbern - ein ordentlicher Wert. Ende 2010 ergänzt Hyundai das Motorenprogramm für den ix35 um zwei neue Einstiegsversionen mit Start-Stopp-System: einen Benzin-Direkteinspritzer mit 1,6 Liter Hubraum und 140 PS sowie einen 115 PS-Diesel mit 1,7 Liter Hubraum. Der letztgenannte soll nur 139 Gramm CO2 je Kilometer emittieren.

Bei Unebenheiten wird's ungemütlich Bis auf den 184-PS-Diesel wird der ix35 sowohl mit Allrad- als auch mit Frontantrieb angeboten. Das 4WD-System leitet bei Bedarf automatisch bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterräder. Auf gut ausbauten Straßen rollt der ix35 ordentlich und komfortabel über den Asphalt. Sobald aber Bodenwellen oder Schlaglöcher auftreten, wird es ziemlich holprig: Das Fahrwerk überträgt Unebenheiten einfach zu deutlich auf die Passagiere. Deutlich günstiger als die Konkurrenz Viele Pluspunkte kann der Hyundai ix35 dafür beim Preis sammeln: Der Einstiegspreis für den frontgetriebenen Benziner beträgt 20.990 Euro, mit Allradantrieb werden 1.700 Euro zusätzlich fällig. Die vergleichbare Konkurrenz ist da deutlich teurer: Der Toyota RAV4 2.0 4x2 ist ab 23.200 Euro zu haben, der Nissan Qashquai mit 141-PS-Benziner und Frontantrieb kostet mindestens 23.240 Euro. VW und Ford verlangen für einen Tiguan beziehungsweise Kuga jeweils mehr als 26.000 Euro. Fünf Jahre lang keine Wartungskosten Auch die Serienausstattung des ix35 kann sich sehen lassen: Immer mit an Bord sind Front-, Seiten- und Kopfairbags, ein CD-Radio sowie eine Klimaanlage. Ebenfalls inklusive sind Leichtmetallfelgen und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Als aufpreispflichtige Extras sind unter anderem ein automatischer Einpark-Assistent, ein Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera sowie eine Sitzheizung auch für die Fondpassagiere im Angebot. Als besonderes Schmankerl ist ein umfangreiches Garantiepaket im Kaufpreis des ix35 inbegriffen: Dazu gehört eine fünfjährige Gewährleistung ohne Kilometerbegrenzung sowie für denselben Zeitraum die Übernahme aller Wartungskosten.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Ottomotor
Hubraum:1.998
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:120 kW (163 PS) bei UPM
Drehmoment:194 Nm bei 4.600 UPM
Preis
Neupreis: 22.690 € (Stand: März 2010)
Fazit
Hauptargument für den Kauf eines Hyundai ix35 dürfte sein günstiger Preis werden. Da können auch andere Asiaten nicht mithalten. Trotzdem verzichtet das Kompakt-SUV nicht auf eine umfangreiche Serienausstattung. Ebenfalls Pluspunkte gibt es für das ordentliche Platzangebot im Fond und im Gepäckabteil. Nicht überzeugen konnte hingegen das Fahrwerk, das auf schlechten Straßen einfach zu unkomfortabel ist. Abstriche müssen zudem bei der Materialwahl und der Verarbeitung im Innenraum gemacht werden.
Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-news, 2010-03-08

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