Testbericht

21. Januar 2010
Haar, 21. Januar 2010 - Bislang sieht man Toyotas Cityflitzer iQ noch recht selten auf der Straße. Nun könnte sich das ändern: Der japanische Drei-Meter-Winzling bekommt einen neuen Vierzylinder-Benziner mit 1,33 Liter Hubraum unter die kurze Haube implantiert. Trotz der Leistung von 98 PS soll der iQ nur 4,8 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrauchen. Dabei behilflich ist ein Sechsgang-Schaltgetriebe mit Start-Stopp-Automatik. Wird der starke Kleine damit zum bekömmlichen Espresso oder zum faden Aufguß? Überraschend geräumig Die äußere Form des iQ sorgt nach wie vor für Aufsehen, kein Wunder bei den Abmessungen: Der Länge von 2,98 Meter steht eine Breite von 1,68 Meter gegenüber. Das sorgt für mehr Platz im Innenraum, doch beim Ein- und Aussteigen muss man schon mal den Kopf einziehen, denn die Fahrzeughöhe beträgt nur 1,50 Meter. Zum Vergleich: Der einzige Konkurrent in der Klasse unter drei Meter, der Smart Fortwo, ist vier Zentimeter höher. Doch anders als dieser ist der iQ theoretisch sogar als Viersitzer nutzbar, denn hinten ist eine Rückbank eingebaut. Allerdings bleibt dann vom Kofferraum nur noch ein schmaler 32-Liter-Schlitz übrig. Toyota selbst spricht aber ehrlich von einem 3+1-Sitzer, was der Sache näher kommt. Tatsächlich überrascht das Platzangebot des kleinen Wagens. Da das Armaturenbrett vor dem Beifahrer sehr schmal ist, kann dieser seinen Sitz vorschieben, damit der hinter ihm befindliche Passagier Platz hat. In der Praxis entpuppt sich die Lösung als praktikabel, lediglich über einer Größe von 1,80 Meter kratzt der Scheitel des hinteren Mitfahrers am Dachhimmel. Verbesserungswürdiger Komfort Als weiterer Pluspunkt kann die Rücklehne hinter dem Fahrer umgeklappt werden, um den Stauraum zu vergrößern. Diese Konfiguration ist zudem der beste Mix, um Passagiere und Gepäck gleichermaßen gut unterzubringen. Leider sind die vorderen Sitze mitsamt den integrierten Kopfstützen unkomfortabel, es fehlt an ausreichender Beinauflage und einer Höhenverstellung. Zudem muss man sie aufwändig wieder in die Ausgangsposition zurück fummeln, wenn hinten jemand Platz genommen hat. Die verwendeten Materialien im Cockpit sind qualitativ gut, die Bedienung wirft keine Fragen auf. Allerdings könnte man sich den winzigen Drehzahlmesser sparen, denn eine große Anzeige mahnt zum rechtzeitigen Hoch- und Runterschalten.

Maßvoll gestoppt Die Start-Stopp-Automatik nützt nur bedingt, da sie bei kaltem Motor gar nicht arbeitet und im Betrieb manchmal schon nach rund zehn Sekunden den Motor wieder anlässt. Das Fahrwerk schlägt sich beachtlich, doch die Grenzen des kurzen Radstandes von zwei Meter merken die Insassen recht schnell, zumal diese nur in geringer Entfernung zu den Radhäusern sitzen. Gewissermaßen als Ausgleich wieselt der kleine Toyota flink um die Ecken. Kräftig, aber durstig Zwar kommt die Aufforderung zum Gangwechsel bisweilen etwas unmotiviert, doch die Schaltarbeit macht dank kurzer Wege Spaß. Die knapp 100 PS ziehen den iQ zügig voran, nach 11,6 Sekunden sind 100 km/h erreicht. Auf der Autobahn zeigt sich aber, dass oberhalb von 120 km/h der Durchzug bescheiden ausfällt, was teilweise auch an der breiten Würfelform des iQ liegt. Zudem wird der Toyota auf der Langstrecke zum Säufer. Die von uns ermittelten 8,4 Liter sind eine glatte Verdoppelung der Werksangabe und indiskutabel. Auch im Mix lagen wir mit 6,7 Liter rund zwei Liter über dem offiziellen Wert, obwohl wir die Anweisungen der Schaltanzeige befolgten. Verschärfend kommt noch eine ungenaue Tankuhr hinzu, deren digitale Anzeige wenig über den verbleibenden Inhalt des kleinen 32-Liter-Reservoirs sagt. Ein teures Vergnügen Der iQ wird von Toyota selbstbewußt als nobler Cityflitzer positioniert. Da der 1.33 nur in der höheren Ausstattung namens "+" erhältlich ist, kostet er mindestens 15.600 Euro, mit stufenlosem CVT-Automatikgetriebe sind es sogar 16.800 Euro. Neun Airbags (darunter ein Heckairbag), ESP, 15-Zoll-Alus, ein CD-Radio, eine Klimaautomatik und andere Annehmlichkeiten gehören zwar bereits zum Serienumfang, doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, den Preis in die Höhe zu treiben. Hierzu zählt das Navigationssystem für 950 Euro, sogar eine Einparkhilfe steht mit 320 Euro in der Liste. So erreicht man schnell Regionen, in denen auch ein gar nicht so nackter Basis-Golf steht.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Handschaltung
Motor Bauart:Benziner mit Saugrohreinspritzung
Hubraum:1.329
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:72 kW (98 PS) bei UPM
Drehmoment:123 Nm bei 4.400 UPM
Preis
Neupreis: 15.600 € (Stand: Januar 2010)
Fazit
In gewisser Weise steht der Toyota iQ 1.33 zwischen den Stühlen. Wer das Konzept des Drei-Meter-Mobils mag, sollte auf den preiswerteren Basisbenziner mit 68 PS zurückgreifen. Fans des 98-PS-Aggregats sind hingegen besser beraten, ein Auge auf den gleich starken Yaris zu werfen, der als Dreitürer in der Cool-Ausstattung mit Klimaanlage 14.330 Euro kostet.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2010-01-21

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