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Testbericht

automobil-magazin.de, 11. Oktober 2014

Was soll aus Elektro nur werden? Es geht zumindest stark aufwärts. 2010 wurden noch 554 reine Elektrofahrzeuge verkauft, im Jahr 2011 schon 9.593 Exemplare, 2012 15.886 und 2013 mit 36.258 Elektroautos nochmals doppelt soviele. Aber im Gegensatz zu Norwegen und Frankreich, wo Elektroautos vom Staat subventioniert werden, döst man in Deutschland noch den 1-Millionen-bis-2020-Traum.

Schlafende Politiker hin oder her, der neue Soul EV ist ein Meilenstein. Und so fährt sich das nach wenigen Kilometern in Berlin auch an: Wie ein Stein steht der EV im kapitalen Stau in der Kapitale. Mit dem reinen Gewissen, dass die anderen gerade verbrauchen, man selber aber nicht. Als sich der Stau auflöst, demonstriert der Elektrifizierte aber dann, was Meilensteine so nicht ausmacht: Dynamik. Der 110 PS starke Elektromotor tritt aus dem Stand ohne Ladehemmung an. Der Durchzug der 285 Newtonmeter ist druckvoll und geschmeidig. Das Beschleunigen und Durchziehen ist dabei spektakulärer als es die 11,2 Sekunden von Null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h auf dem Datenblatt erwarten lassen. Weil der Koreaner in nur 6,5 Sekunden von 60 auf 100 km/h und in 8,9 Sekunden von 80 auf 120 km/h zwillt.
Warum das alles mit dem Soul geschieht, der in Deutschland nicht zu Kias Bestsellern zählt? Weil der Kastige in den USA und Asien populär ist und sich die Karosserie höhenbedingt bestens für den Elektroantrieb eignet. Der im Fahrzeugboden des 4,14 Meter langen und 1,80 Meter breiten Soul platzierte Akku ist 1,6 Meter lang und an der höchsten Stelle 28 Zentimeter hoch. Das führt hier nicht zur Enge. Im Vergleich zur Benziner- und Dieselvariante bleibt bei Beinfreiheit vorne, Kopffreiheit und Schulterfreiheit alles gleich. Nur die Beinfreiheit hinten fällt um deutliche acht Zentimeter kürzer aus.
Die Reichweite fällt dagegen nicht kurz aus: 212 Kilometer. Die Lithium-Ionen-Polymer-Batterie (LiPoly) vom koreanischen Hersteller SK Innovation hat eine Kapazität von 27 Kilowattstunden. Der durchschnittliche Stromverbrauch liegt bei 13 kWh/100 km. Obwohl die volle Reichweite in der Praxis wohl eher selten erreicht wird, vermittelt der EV und seine Anzeigen das Gefühl, dass man mit ihm eine ganze Weile ohne Wiederaufladung unterwegs sein wird: Am Anfang der Testfahrt zeigt die Reichweitenanzeige „146 km“, nach 34 Kilometer zurückgelegter Strecke „115km“ – eine Vertrauen steigernde Punktlandung.
Die Kraftübertragung auf die Vorderräder erfolgt über ein Ein-Gang-Getriebe mit fixer Übersetzung. Mit der Rekuperation holt man Energie zurück, sobald ausgerollt oder gebremst wird. In Stellung „B“, in der sich wie im BMW i3 fast ohne Einsatz des Bremspedals fahren lässt, klappt das erst gewöhnungsbedürftig, dann sehr gut. Viel zu hören ist vom Antrieb dabei nicht. Der Kia arbeitet dank schallisolierender Materialien und vollflächiger Unterbodenverkleidung ausgesprochen leise.

Und bequem ist das alles auch, denn mit Ausstattung geizt der Soul EV überhaupt nicht. Die Sitz- und Lenkradheizung gehören genauso zu seiner Serienausstattung wie das Sound- und Smart-Key-System, die Rückfahrkamera, das Navigationssystem samt dem 8 Zoll-Monitor. Der liefert dem Fahrer Infos zu der noch realisierbaren Strecke, zum Ladestatus und über das programmierbare Laden. Mehr geht nicht. Die einzige Option im Soul EV ist das „Komfort Paket“. Für 990 Euro extra mit Sitzbezügen in Teilleder, Sitzventilation vorne, Sitzheizung hinten, Ambiente-Beleuchtung vorne, zwei 12 Volt-Steckdosen und vorderen und hinteren Parksensoren.
Und der Zeitfaktor Laden? Zwei Ladesysteme sind nutzbar. Der Typ 1-Stecker mit Wechselstrom oder der CHAdeMO-Stecker mit Gleichstrom. Für die Wiederaufladung vergehen an der Haushaltssteckdose zehn bis 14 Stunden und an der Wallbox vier bis fünf. Mit CHAdeMO ist der Soul viel flotter wieder fit. Mit 20 kW in 60 bis 70 Minuten, mit 50 kW in einer halben Stunde und mit 100 kW-System – in Deutschland noch ganz selten – in 25 Minuten auf 80% Kapazität.

Um die Batterie muss man sich im Soul EV wenig Sorgen machen. Die sieben Jahre Garantie gelten auch für sie. Der Akku ist für zehn Jahre konstruiert, was einer Laufleistung von 250.000 Kilometern entspricht. Ab November 2014 rollt der Soul EV zum fairen Preis von 30.790 Euro zu 60 Kia-Händlern, die zumeist in den Ballungsräumen zuhause sind, wo sich der Elektrische am zuhausesten fühlt. (Lothar Erfert)


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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: automobilmagazin, 2014-10-11

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