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Testbericht

Stefan Grundhoff, 28. September 2010
Jaguar feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Die britische Edelmarke belohnt sich mit dem XF 3.0d S Pace erst einmal selbst – und damit auch die leistungshungrigen Kunden.

Jaguar und Diesel war noch vor wenigen Jahren eine wahrlich undenkbare Kombination. Die Briten setzten allein auf Benziner – bevorzugt leistungsstark und schluckfreudig. Doch hier hat sich das Blatt komplett gewendet. Denn die beste Möglichkeit, einen Jaguar XF artgerecht zu bewegen, ist als Dreiliter-Diesel. Diesen gibt es nicht nur mit 211 und 240 PS, sondern auch als besonders sportlichen XF 3.0d S Pace auch mit 275 PS. Neben dem Leistungsplus bietet der „Pace“ nette Annehmlichkeiten, über die sich sonst nur Kunden des Sportmodells XFR mit seinen bullig wummernden 510 PS freuen können. So ist der XF Diesel im Pace-Trimm unter anderem mit Sportfahrwerk, 20 Zöllern, Tagfahrlicht und Ledersportsitzen ausgestattet. Selbst die dunklen Eichen-Paneele im Innenraum gibt es sonst nur im Benziner-Topmodell. Daneben hat der Kunden die Wahl zwischen schmucken Lackierungen in schwarz, grau und silber.

Erst einmal eingestiegen und per Knopfdruck auf dem Mitteltunnel gestartet, legt der Topdiesel los, wie ein echtes Sportmodell. 0 auf 100 km/h schafft der seidig hochdrehende Selbstzünder Dank 600 Nm maximalem Drehmoment in 6,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 250 km/h. Das hätten sich die beiden Jaguar-Firmengründer William Lyons und Willam Walmsley im Jahre 1922 wohl kaum träumen lassen, dass ein Dieseltriebwerk einmal derart eindrucksvoll einen Jaguar vorantreiben würde. Das erste offizielle Modell im Jahre 1935 war der SS Jaguar 2.5 Litre Saloon, der insbesondere mit seinem Design und seinem 2,5 Liter großen Reihensechszylinder nicht nur die Gäste auf der British Motorshow im Mayfair-Hotel beeindruckte. 75 Jahre nach der Vorstellung der ersten Jaguar-Luxuslimousine ist es wieder ein sportlicher Viertürer, der für Aufsehen sorgen soll. Der Jaguar XF 3.0d S Pace ist das ideale Fahrzeug für Vielfahrer – zumindest wenn diese entsprechend der gewählten Gangart eine straffe Federung bevorzugen. Denn die 20 Zoll großen Räder mit der Sonderfelge „Volan“ sehen zwar klasse aus, kosten jedoch spürbar an Komfort. Hier sind die 19-Zöller, wie sie zum Beispiel das 240 PS starke Sondermodell Jaguar XF 3.0d Grace bietet, das bessere Paket.

Trotz seiner üppigen Leistungsreserven gibt sich der sportliche „Pace“ alles andere als zügellos. Im Durchschnitt soll er sich mit 6,8 Litern Diesel auf 100 Kilometern zufrieden geben. Dabei ist es kein Geheimnis, dass bald auch bei Jaguar die nächste Generation von ZF-Automatik-Getrieben Einzug halten soll. Dann gibt es acht Gänge und eine Start-Stopp-Automatik, die zusammen mit einem regenerativen Bremssystem weitere Kraftstoffeinsparungen bringen soll. Der doppelte Turbolader des Jaguar XF 3.0 Diesel Sport macht es möglich. Nach einem kleinen Loch geht es souverän, aber überaus bissig zur Sache. Gerade bei flotter Gangart kommen einem die umfangreich verstellbaren Sportsitze, die durchaus noch mehr Seitenhalt geben könnten, gerade Recht.

Der Preis für den komplett ausgestatteten Jaguar XF 3.0 Diesel S Pace liegt bei 72.800 Euro. Der komfortablere, aber nur 240 PS starke, XF Grace liegt bei 70.400 Euro. Das Ursprungsmodell SS Jaguar 2.5 Litre Saloon kostete seinerzeit gerade einmal 385 Pfund. Die Preise der neuen XF-Modelle hätten sich William Lyon und William Walmshey wohl ebenso wenig träumen lassen, wie eine Übernahme durch den indischen Tata-Konzern. Immerhin hat England noch seine eigene Währung – das britische Pfund. Sonst hat sich in den 75 Jahren viel getan – gerade auch bei Jaguar.

Quelle: Autoplenum, 2010-09-28

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