Testbericht

30. September 2015
Haar, 1. Oktober 2015 - Woran denken Sie beim Namen "Turbo"? An den Porsche 911 mit Monster-Heckspoiler? Oder einen extrem breiten Renault 5? Wohl weniger an einen Hyundai i30. Doch nun bringen die Koreaner ihren Kompaktklässler auf 186 PS und pappen selbstbewusst das Turbo-Schild an dessen Hinterteil. Diskretion garantiert Turbo wohlgemerkt und nicht GTI: Dafür ist der Abstand zum 220 PS starken Sport-Golf zu groß. Diesen Part übernimmt im Hyundai-Kia-Konzern der Kia Cee`d GT. Er teilt sich mit dem i30 Turbo den 1,6-Liter-Turbobenziner, bringt aber 204 PS auf die Straße. Nicht nur bei der Leistung, sondern auch in Sachen Optik wählt Hyundai den dezenteren Auftritt. Silbergraue und rote Akzente kennzeichnen die Frontpartie, bei der man trotzdem zweimal hinsehen muss, um das i30-Topmodell auszumachen. Dazu passen die serienmäßigen 18-Zoll-Alus mit 225er-Bereifung. Weniger ist mehrAuch innen wird eine unauffällige Sportlichkeit gepflegt, eine Alu-Pedalerie, ein roter Schaltknauf und bequeme zweifarbige Sitze müssen reichen. Das ist keineswegs negativ gemeint, schließlich möchte nicht jeder im Cockpit von Krawallfarben angebrüllt werden. Ohne Fehl und Tadel ist die übersichtliche Bedienung.
Unauffällige Gleichmäßigkeit Im Mittelpunkt unseres Interesses steht natürlich der Motor. Er verrichtet seine Arbeit leise und unauffällig, für manch einen zu unauffällig. Denn die 1,6-Liter-Maschine ist nicht die Art Turbo, die einen brachial ins Kreuz tritt und wild losstürmt. Stattdessen dreht der i30 Turbo (abgesehen von einer leichten Anfahrschwäche) linear nach oben. Subjektiv entsteht so der Eindruck, dem Antrieb fehle es an Biss. Objektiv sprechen die Zahlen eine andere Sprache: 265 Newtonmeter maximales Drehmoment sind exakt der Wert des fast 20 PS stärkeren Kia Cee`d GT. Auch bei Kennzahlen wie der Beschleunigung (0,3 Sekunden langsamer) und Spitze (elf km/h weniger) trennen die Konzern-Kollegen keine Welten. Ein Grund für den Abstand des Hyundai dürfte sein, das die Gänge der knackigen Schaltung relativ lang übersetzt sind. Darf es etwas mehr sein? Dazu passend setzt Hyundai voll auf die Komfortkarte, insbesondere was das ausgewogene Fahrwerk und das Abrollverhalten betrifft. Die Lenkung ist markentypisch in drei Modi aufgeteilt, wirklich überzeugend ist aber keiner. Erkennbare Unterschiede sind nicht spürbar. Hier wäre die Marke besser beraten, es bei einer Standardabstufung zu belassen. Trotzdem empfiehlt sich der i30 Turbo als kräftiger Autobahngleiter, wäre da nicht der Verbrauch. Selbst bei konstant 120 km/h gelingt es nicht, den Wert unter acht Liter zu drücken. Insgesamt nahm der Hyundai durchschnittlich 8,9 Liter zu sich. Wahrlich kein Ruhmesblatt, auch wenn die Werksangabe von 7,3 Liter schon ehrlicher ist als bei manch Konkurrenten. Günstiger Garantie-Gigant Punkte sammelt der Hyundai i30 Turbo hingegen mit langen fünf Jahren Garantie und einer sehr fairen Preisgestaltung. Bei 23.850 Euro starten die Preise für den Fünftürer. Nicht einmal 3.000 Euro später ist die Vollausstattung erreicht. Sie beinhaltet unter anderem ein Navi mit Rückfahrkamera und eine Metalliclackierung wie das grelle "Orange Caramel" unseres Testwagens. Zur besseren Einordnung: ein vergleichbarer Seat Leon in der FR-Ausstattung mit 180-PS-Turbobenziner ist rund 1.500 Euro teurer.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Benziner mit Turboaufladung
Hubraum:1.591
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:137 kW (186 PS) bei UPM
Drehmoment:265 Nm bei 1.500 - 4.500 UPM
Preis
Neupreis: 23.850 € (Stand: Oktober 2015)
Fazit
Wer einen wilden GTI sucht, oder wie es die Engländer mit "hot hatch" treffend ausdrücken, ist beim Hyundai i30 Turbo an der falschen Adresse. Er ist vielmehr etwas für den Gentleman am Lenkrad, der Kraftreserven im unauffälligen Gewand schätzt. Lediglich der recht hohe Verbrauch trübt die Bilanz. + gutes Raumangebot, bequeme Sitze, leiser Motor - mangelnde Lenkpräzision, hoher Verbrauch
Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-news, 2015-09-30

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