Testbericht

Sebastian Viehmann, 25. Januar 2008
Ab Februar ist Opels Familienvan ein bisschen neu. Wer lang genug hinschaut, entdeckt ein paar geliftete Stellen an der Karosserie. Doch Rüsselsheim macht den Zafira vor allem dieseltechnisch fit für die Zukunft – mit weniger Hubraum.

Gerade erst verkündete Opel die Sechsjahresgarantie für alle Neuwagen. Jetzt soll ein aufgefrischtes Volumenmodell gleich neue Käufer locken. Wie bei kleinen Facelifts üblich, wurden beim Zafira Scheinwerfer und Rückleuchten geändert. Grill und Frontschürze haben die Designer ein wenig anders modelliert, in den Innenraum haben sich neue Chromteile und Zierleisten verirrt. Für die Ausstattung Sport gibt es frische Spoiler und Schweller.

Das wäre allenfalls eine 10-Zeilen-Meldung wert. Dass es mehr sind, liegt an den entscheidenden Neuerungen unter der Motorhaube. Neuer Einstiegsmotor ist jetzt der 1,6-Liter Benziner mit 115 PS (bisher 105 PS). Trotz der Mehrleistung verspricht Opel einen etwas geringeren Verbrauch (minus 4,3 Prozent). Ebenfalls neu im Zafira ist der 1.7 CDTI Common-Rail-Diesel, der im Corsa und Astra eingeführt wurde. Er steht wahlweise mit 110 oder 125 PS zur Verfügung, kombiniert mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Der Diesel ist "für Euro 5 vorbereitet" - was nichts anderes heißt, als dass er ohne Modifikationen die Schadstoffnorm erfüllen würde, die ab Herbst 2009 eingeführt wird. Insgesamt gibt es für den Zafira jetzt 13 verschiedene Motor-Getriebe-Kombinationen. Die Leistungspalette reicht von 94 PS (Erdgasmodell 1.6 CNG) bis 240 PS (Zweiliter-Turbomotor im Zafira OPC).

Der 1.7 CDTI verleiht den kleineren Modelle Astra und Corsa stolze Fahrleistungen, erweist sich aber auch im Zafira als durchzugsstarker und ausgeglichener Motor. Bei einer kurvigen Fahrt durch die Schweizer Berge – beladen mit zwei Personen plus Gepäck - ging dem Aggregat jedenfalls nicht die Puste aus. Das straffe Fahrwerk holt gute Noten für Kurvenlage und Fahrkomfort. Ein angenehmes Sechsganggetriebe verteilt präzise die Gänge. Der Durchschnittsverbrauch lag je nach Fahrweise zwischen 5,7 und 6,2 Litern pro 100 Kilometer. Ein Sprinter ist der Zafira 1.7 CDTI freilich nicht - er benötigt mehr als 12 Sekunden, bis die Tachonadel an der 100 vorbeiwischt.

Etwas bessere Fahrleistungen bietet der 1.9 CDTI mit 150 PS. Der Motor bleibt in seinen beiden Leistungsstufen (120 oder 150 PS) weiter im Zafira-Programm. Der 1.9 verbraucht aber 0,4 Liter mehr pro 100 Kilometer als der 1.7. Außerdem ist er teurer. So kostet der Zafira 1.7 CDTI mit 125 PS in der Edition-Ausstattung 26.020 Euro, ein gleich ausgestatteter 1.9 CDTI mit 150 PS ist ab 27.510 Euro zu haben. Der 1.9 ist aber momentan der einzige Diesel, für den Opel im Zafira ein Automatikgetriebe anbietet. Ein wartungsfreier Partikelfilter ist bei allen Dieselmodellen serienmäßig an Bord.

Innen bleibt der Zafira, wie er war – ein gemütlicher Van mit straffen Sitzen, viel Platz und einem genialen Sitzsystem, das den Rüsselsheimer mit wenigen Handgriffen in einen Siebensitzer verwandelt. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 beliebig umklappen, die zweite Sitzreihe verschwindet bei Nichtgebrauch im Laderaumboden. Als Fünfsitzer bietet der Zafira 645 Liter Stauraum, etwas weniger als der VW Touran. Störend sind im Zafira die breite A-Säule, die bei Kurvenfahrten manchmal die Sicht einschränkt, und die triste Cockpit-Gestaltung, bei der ganz viele kleine schwarze Schalter von großen silbergrauen Blenden eingerahmt werden. Hier haben der Mazda 5 oder viele französische Vans den Freunden cooler Interieurs deutlich mehr zu bieten.

Die Preise für die Zafira-Einstiegsmodelle hat Opel nicht geändert. So steht der Basis-Benziner nach wie vor mit 21.210 Euro in der Liste. Die 10 Mehr-PS und die neue Sechsjahresgarantie gibt es also sozusagen gratis dazu. Erfreulich und bei deutschen Autos ungewöhnlich: Schon in der Basisversion des Zafira ist ein Tempomat serienmäßig an Bord.
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Quelle: press-inform, 2008-01-25

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