Testbericht

13. Januar 2013
Haar, 14. Januar 2013 - Kleine Vans erhalten in letzter Zeit immer mehr Konkurrenz von den Mini-SUVs. Doch abgesehen vom Allradantrieb haben die Minivans oft genauso viel zu bieten wie die robuster wirkenden Vettern. So kann man mit dem nur 4,08 Meter langen Citroën C3 Picasso unglaublich viel transportieren. Anlässlich des jüngsten Facelifts haben wir die Dieselversion mit 92 PS gefahren. Guter Vortrieb mit 1,6-Liter-Diesel Das Facelift brachte dem C3 Picasso oder C3P, wie er manchmal bezeichnet wird, nur minimale Retuschen wie eine andere Schürze mit LED-Tagfahrlicht. Unter der Haube ist alles beim Alten: Zwei Benziner, zwei Diesel sowie eine Autogasversion werden angeboten. Der gefahrene 1,6-Liter-Selbstzünder mit 92 PS liefert guten Vortrieb. Seine 230 Newtonmeter bringen das Auto gut aus dem Drehzahlkeller heraus. Das zählt bei einem Wagen, der wohl oft im städtischen Umfeld bewegt wird. Beim Auffahren auf eine stark befahrene Autobahn sind jedoch die dürftigen Sprintfähigkeiten zu spüren: Auf Tempo 100 kommt man erst nach 14,7 Sekunden. Keine Start-Stopp-AutomatikBeim gefahrenen HDi 90 ist eine Fünfgang-Schaltung Serie, während der stärkere Bruder HDi 115 sechs Gänge besitzt. Die Schaltung ist wabbelig - klare Schaltpunkte fehlen hier. Wer die Gänge nicht selber wechseln mag, kann alternativ ein automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe bestellen. Dann ist auch eine Start-Stopp-Automatik an Bord, die der Schaltversion fehlt. Der Spritverbrauch sinkt durch den zusätzlichen Gang und das Start-Stopp-System jedoch nicht: Citroën gibt bei beiden Versionen 4,2 Liter an. In der Praxis brauchten wir mit unserem Schaltauto 5,2 Liter, also ausnahmsweise mal kaum mehr.
Ein geborener Nicker Zu den allerersten Fahreindrücken beim C3 Picasso gehört die angeborene Nickneigung. Bereits beim normalen Bremsen geht das Fahrwerk vorne in die Knie. Vergleichsweise gering für ein 1,63 Meter hohes Fahrzeug ist hingegen die Wankneigung. Doch wer auf Kurvendynamik großen Wert legt, kauft wohl kaum einen Minivan. Die Stärken des C3P liegen im Transport von Sperrigem, wozu man ab einem gewissen Alter ja auch den Nachwuchs zählen kann. Der Platz im Fond reicht selbst für erwachsene Kinder. Über die hohe Sitzposition werden sich allerdings vor allem die kürzeren Passagiere freuen, weil sie besser hinaussehen können. Sehr gut nutzbarer Laderaum Die Rückbank lässt sich längs um etwa 15 Zentimeter verschieben, sodass das Kofferraumvolumen zwischen 385 und 500 Liter variiert. Wenn man die Bank umklappt, entsteht ein perfekt ebener Ladeboden und man hat 1.506 Liter Volumen zur Verfügung. Beim Testwagen ließ sich auch noch die Beifahrersitzlehne nach vorne klappen. So passt selbst ein voll ausgestattetes 28-Zoll-Trekkingrad ohne Demontage des Vorderrads in den Wagen. Überhaupt ist der Kofferraum des C3P sehr gut nutzbar. Der serienmäßige Einlegeboden egalisiert die Ladeschwelle, sodass sich schwere Kisten einfach aus dem Kofferraum herausziehen lassen. Licht und Cockpit: Nicht gerade wie bei Picasso Im Cockpit dominiert Schwarz, kombiniert mit etwas Chrom und hellgrau ausgekleideten Fächern im Armaturenbrett. Der Digitaltacho ist mittig angebracht. Bei Tag wird er vom Sonnenlicht von hinten durchstrahlt - ein schöner Effekt. Bei Nacht dagegen gibt es eine eher unschöne orangefarbene Beleuchtung. Insgesamt macht das Armaturenbrett einen recht zerklüfteten, wenig edlen Eindruck. Auch bieten die Sitze wenig Seitenhalt. Positiv aus Fahrersicht fällt das Dreiecksfenster an der A-Säule auf, das die Rundumsicht noch weiter verbessert. Negativ schlägt das wenig helle Abblendlicht zu Buche: Auf der Autobahn übertrifft der Scheinwerferkegel von nebenher fahrenden Kleinwagen deutlich die Picasso-Lichter.
Unter 20.000 Euro Die Preise für den C3 Picasso mit 92-PS-Diesel beginnen bei 19.810 Euro - damit ist das Fahrzeug mit dem Facelift sogar etwas günstiger geworden. Der Minivan ist eine geräumige, preisgünstige Alternative zu einem Kompaktwagen. Ein VW Golf mit dem 105 PS starken Basisdiesel kostet in der dreitürigen, etwas mageren Grundausstattung schon 20.725 Euro. Bei Citroën bekommt man einen im Vergleich zum Golf geräumigeren Fünftürer und die überlegene Ausrüstung Tendance. Sie bietet neben ESP und sechs Airbags bereits elektrische Fensterheber vorne, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Zentralverriegelung, Klimaanlage und ein CD-Radio mit USB-Anschluss. Auch Nebelscheinwerfer und Tempomat sind Standard. Alternativen im gleichen Segment sind der Opel Meriva 1.3 CDTi Edition für 21.650 Euro oder der etwas schlechter ausgestattete Ford B-Max 1.6 TDCi Trend mit Cool&Sound-Paket I für 19.300 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Turbodiesel-Reihenmotor
Hubraum:1.560
Anzahl Ventile:2
Anzahl Zylinder:4
Leistung:68 kW (92 PS) bei UPM
Drehmoment:230 Nm bei 1.750 UPM
Preis
Neupreis: 19.810 € (Stand: Januar 2013)
Fazit
Wer mehr Platz braucht, als ein normaler Kompaktwagen wie der VW Golf bietet, aber nicht mehr Geld ausgeben will, für den ist ein Minivan wie der C3 Picasso eine gute Wahl. Viel Innenraum auf wenig Länge, das ist die Kernkompetenz des C3P, da macht ihm keiner so schnell was vor. Aber auch der gefahrene Antrieb mit 92-PS-Diesel befriedigt. Dass kein Start-Stopp-System an Bord ist, ist wegen des ohnehin geringen Verbrauchs zu verschmerzen. Weniger gut ist das nickfreudige Fahrwerk und auch das Cockpit wirkt nicht gerade edel. Bei den Kosten kann der Citroën dafür wieder punkten.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2013-01-13

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