Testbericht

7. September 2006
Düsseldorf, 7. September 2006 – Trevis heißt die jüngste Kreation aus dem Hause Daihatsu. Der stylische Fünftürer teilt sich die Plattform mit dem Cuore und soll vor allem Damenherzen erobern. Die Zielgruppe ist ziemlich klar umrissen: Sportliche Twens mit trendigem Lebensstil sollen sich den Trevis kaufen. Ein solches Vorhaben hat bereits einmal gut funktioniert: Der Mini von BMW wurde zum Renner, auch in den Verkaufslisten. Also ist es nicht verwunderlich, dass der Trevis dem Mini gar nicht so unähnlich ist: Große Kulleraugen-Scheinwerfer und ein mundartiger Wabengrill machen das Kindchenschema perfekt. „Knuddel mich“ scheint der Trevis der Damenwelt sagen zu wollen. Damit das Locken auch wirklich funktioniert, blitzt der City-Daihatsu mit Chromumrandungen an Scheinwerfern und Heckleuchten. Schmuck macht eben schick. Blicke in Düsseldorf Der 3,40 Meter lange Kleine fällt bei unserer Testfahrt im Raum Köln/Düsseldorf auf. Vor allem auf der Königsallee, der Nobelflaniermeile der nordrheinwestfälischen Hauptstadt, findet der Kleine anerkennende Blicke aus Frauenaugen. Dass sie dem Auto gelten, und nicht dem Fahrer, wird vom Platz hinter dem ledergekleideten Momo-Lenkrad entschädigt. Der Fahrersitz lässt sich in der Höhe verstellen. Die beiden Vordersitze sind bequem, dürften aber mehr Seitenhalt bieten. Dagegen gibt es genügend Platz für Kopf und Schultern. Da die Mittelkonsole weit nach hinten gerückt ist, stört auch nichts drückend am Knie. Erstaunlich viel Kopffreiheit Auf der hinteren Sitzbank finden zwei weitere Fahrgäste Platz, dort dank des hohen Daches mit erstaunlich viel Kopffreiheit. Dass größere Menschen mit den Beinen Raumprobleme bekommen, ist bei einem Radstand von 2,37 Metern nicht wirklich verwunderlich.

10.990 Euro: Klima und Radio Das Cockpit erinnert vor allem wegen der ähnlich gestalteten Armaturentafel ebenfalls an den aktuellen Mini. Prima: Es gibt viele Fächer, Fächerchen und Ablagen für die Utensilien des Alltags. Die angepeilte Zielgruppe wird es ebenso zu schätzen wissen wie auch alle Herren, die gern Dinge um sich horten. Serienmäßig sind ein Panasonic-Radio mit CD-Player und MP3-Funktion, die Klimaanlage, elektrische Fensterheber und eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung an Bord. Das alles gibt es für einen Preis von 10.990 Euro. Abgespeckte Version für 9.990 Euro Zu haben ist außerdem eine abgespeckte Version namens Trevis Junior ohne Radio, Klima und Momo-Lenkrad. Der 9.990 Euro teure Einstiegs-Trevis rollt auf 13-Zoll-Stahlfelgen und nicht, wie unser Testwagen, auf 14-Zoll-Alus. Dieses Grundmodell richtet sich vorrangig an Flotten-Kunden wie Pflegedienste oder Pizza-Lieferanten. Das dürfen in begrenztem Maße auch Familienpizzen sein: Der Kofferraum fasst 167 Liter Staugut, nach dem Umklappen der Rückbanklehnen passen immerhin 420 Liter in den Trevis. Für die Shoppingbags und den Wocheneinkauf reicht das aber dicke. Einliter-Motor mit 58 PS Unter der Haube des Fünftürers steckt, wie auch im Cuore, ein Einliter-Motor, der 58 PS leistet. Zugegeben: Die Maschine ist mit dem typischen Dreizylinderklang kein Frauenflüsterer und macht aus dem knackig aussehenden Trevis auch keinen Sportler. Aber für die Stadt genügt der kleine Motor allemal. Agil und spritzig setzt sich der nur knapp 800 Kilogramm schwere Trevis aus dem Stand in Bewegung. Im Verkehrsstrom kann er gut mithalten. 12,2 Sekunden dauert bei der Schaltversion der Sprint auf Tempo 100. Das klingt nicht besonders spritzig. Dieser Wert dürfte aber für die City ohnehin nicht so interessant sein. Erst nach langem Anlauf stoppt die Tachonadel bei Tempo 160, zumindest bei der Ausführung mit Fünfgang-Schaltgetriebe.

Automatik gute Alternative Die 970 Euro teure Viergang-Automatik schluckt Leistung: Glatte 15 Sekunden vergehen beim Spurt, 150 km/h sind maximal drin. In punkto Verbrauch macht der Trevis wiederum eine gute Figur: 4,8 Liter Normalbenzin will laut Hersteller der Schalter, 5,9 Liter die Automatikvariante. Dennoch: Trotz der Leistungseinbußen und dem Mehrverbrauch ist die Automatik eine gute Alternative zum manuellen Getriebe: Wer überwiegend und viel in der City unterwegs ist, will ohnehin keine dynamischen Qualitäten ausreizen. Für den geruhsamen Stop-and-go-Verkehr empfiehlt sich daher das sanft schaltende Automatik-Getriebe besser als die etwas hakelige Handschaltung. Gut für Parklücken: Geringer Wendekreis Eine weitere urbane Eigenschaft des Trevis ist seine Wendigkeit. Nur 8,80 Meter beträgt der Wendekreis, das Junior-Modell benötigt wegen kleinerer Räder nur 8,40 Meter. Dank der elektrischen Servolenkung kann Mamas Liebling gut in Parklücken rangiert werden. Das Fahrwerk ist gut gefedert, animiert aber wegen der Karosserieneigung nicht zu schnellen Kurvenfahrten. Auch längere Autobahn-Etappen sind wegen dem etwas hoppeligen Fahrverhalten kein Genuss. Ein ESP wird nicht angeboten. Dafür gibt es ein Vierkanal-ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent. (hd)
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Reihen-Benzinmotor
Hubraum:989
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:3
Leistung:43 kW (58 PS) bei UPM
Drehmoment:91 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 10.990 € (Stand: September 2006)
Fazit
Der Trevis ist ein richtiger Cityflitzer: Wendig, agil und hübsch gestylt wird er bei der angepeilten Zielgruppe sicherlich gut ankommen. Vor allem der Umstand, dass er etwa 5.000 Euro weniger kostet als ein Einstiegs-Mini lässt den etwas rau klingenden Motor und die etwas hakelige Handschaltung vergessen. Dass der hübsche Trevis vier Türen zum Einsteigen hat, ist ein weiterer Pluspunkt. Ein netter Hingucker ist er allemal.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2006-09-07

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