Testbericht

19. Juni 2003
Manche Leute wollen alles: Ein Auto mit den Fahrleistungen eines gestandenen Sportwagens, einen Allradler und eine luxuriöse Reiselimousine. Und einen BMW. Das sind gleich vier Wünsche auf einmal? Das geht nun wirklich nicht! Doch – es geht. Und zwar mit dem BMW X5 4.6is. Zumindest geht es, wenn man etwa 80.000 Euro nicht für Wichtigeres braucht.  Wir haben den 347 PS starken Freizeitsportler mit permanentem Allradantrieb getestet. 

Wuchtige Endrohre 
Der X5 ist ohnehin schon ein Auto von respekteinflößender Größe. Beim 4.6is wird die Bulligkeit noch durch die zwei wuchtigen Auspuff-Endrohre verstärkt. Sie lassen ahnen, welche Kraft (und welche Mengen an Sprit) hier rausgeblasen werden. 

Elegant und dynamisch 
Die markante Form der Karosserie verleiht dem X5 einen eleganten und dynamischen Auftritt. Während die Frontpartie das Münchner Kindl als waschechten BMW ausweist, lässt sich anhand des Hecks die Marke nicht auf den ersten Blick identifizieren. 

Zweigeteilte Heckklappe 
Die Heckklappe ist horizontal zweigeteilt. Das kann besonders in engen Garagen praktisch sein. Die Sache hat nur einen Nachteil für kleinere Menschen: Ist die untere Klappe geöffnet, verlängert sie dadurch den Laderaumboden. Weit hinten liegenden Dinge können nur schlecht erreicht werden. 

Aufstieg in die Erlebniswelt 
Mit einem leichten Aufstieg beginnt das Erlebnis „X5“. Der Fahrersessel vermittelt einen Hauch von Thron, von dem man über die versammelten 347 Pferdestärken herrscht. Der superbequeme Leder-Sportsitz verfügt über eine Lordosenstütze, eine Sitzheizung und eine Memoryfunktion. Er lässt sich nahezu optimal auf die Maße des Fahrers einstellen. Das Lederlenkrad liegt angenehm griffig in der Hand. Es hat Bedientasten fürs Radio, den Tempomat und die Freisprecheinrichtung. 

Aufgeräumtes Cockpit  Klar definierte Tasten und Schalter verschaffen dem insgesamt aufgeräumten Cockpit weitere Pluspunkte. In der Mittelkonsole befindet sich der große Bordmonitor, der die Funktionen vom Radio und dem Navigationssystem angezeigt.  Verspielte Naturen werden an ihm ihre helle Freude haben: Drückt man auf ein Knöpfchen, schwenkt der Bildschirm nach vorn und gibt den Schacht des Musik-Kassetten-Laufwerks frei. Schade nur, dass man die MCs nur noch so selten verwendet. 

Edle Ausstattung 
Zwar wird der X5 im amerikanischen Spartanburg gebaut, aber der Innenraum ist alles andere als eine spartanische Burg. Leder, matt glänzende Aluminium-Applikationen und die hochwertig wirkende Armaturentafel lassen das Wohlbefinden steigen. 

Kerniger Sound 
Aber wecken wir den Achtzylinder und erleben, wie „Freude am Fahren“ beim stärksten X5 umgesetzt wird. Die 4,6-Liter-Maschine meldet sich mit einem richtig kernigen Sound. Sie leitet die Kraft an die Fünf-Stufen-Automatik wieder, die auch einen Sport- und einen manuell-sequenziellen Modus hat. Das Getriebe schickt die Leistung über den permanenten Allradantrieb an den Asphalt. Der Allradantrieb besitzt ein Regelsystem und verteilt die Kraft automatisch an diejenigen Räder, die sie in der jeweiligen Situation auf der Straße oder im leichten Gelände am meisten benötigen. 

6,5 Sekunden auf hundert 
Der kräftige Tritt aufs Gaspedal drückt die Passagiere so richtig in die Sitze. 6,5 Sekunden vergehen bis zur 100-km/h-Marke. Der starke Vortrieb ist über das ganze Drehzahlband vorhanden. Erst wenn die Tachonadel auf die 240 zuwandert, lässt der kraftvolle Schub etwas nach. Dieser Umstand gehört aber bei diesem Auto zu den eher vernachlässigbaren Größen. 

Brachiale Beschleunigung 
Beim Beschleunigen reißt es das große Gefährt derart brachial nach vorn, dass man überlegt, ob man auch wirklich im X5 und nicht im M5 sitzt. Der Verdacht wird durch die roten Lämpchen im Drehzahlmesser, die den Schaltpunkt beim kalten Motor vorgeben, erhärtet. Sie sind auch in den M-Modellen vorhanden. Aber anhand der übersichtlich-hohen Sitzposition und dem guten Platzangebot lässt sich der X5 identifizieren. 

Leichtgängige Lenkung 
Der X5 4.6is lässt mit der Zeit vergessen, dass man eigentlich einen Geländewagen chauffiert. Die Lenkung ist bei hohen Geschwindigkeiten ebenso leichtgängig und präzise wie beim Einparken. Trotzdem der X5 von der Größe her eher im Hafen der Dickschiffe ankert, lässt er sich fast kinderleicht rangieren. 

Straffes Fahrwerk 
Das Sportfahrwerk leistet seinen Part im Team-Work der Komponenten ordentlich: Es ist straff, aber nicht unkomfortabel. Selbst bei schnell gefahrenen Kurven bleibt der X5 in seiner Bahn. Wenn’s kritisch wird, greift die Stabilitätskontrolle DSC ein und rückt den X5 wieder gerade. Die in der Gelände-Klasse häufig zu erlebende unangenehme Seiten-Neigung der Karosserie hier nicht festzustellen.  Die Bremsanlage verrichtet eine hervorragende Arbeit: Sie packt ausgesprochen gut zu. Am Pedal lässt sich der Bremsdruck zudem genau dosieren.

2,7 Tonnen Anhängelast 
Der X5 lässt sich prima als Zugmaschine einsetzen: Bis zu 2,7 Tonnen darf er wegschleppen. Bootsfahrer, Pferdefreunde und Camper mit großem Wohnwagen wird’s freuen. 

Hoher Spritverbrauch 
Ach ja, ein Punkt noch: der Durst. Reden wir nicht drüber, aber erwähnen wir ihn: Während BMW den Gesamtverbrauch mit 14,9 Litern angibt, haben wir bei unserem straffen Test 20,5 Liter durch die Düsen geblasen. Wegen seiner enormen Sauferei hat der X5 wohl auch anstelle der bei BMW sonst üblichen Momentan-Verbrauchsanzeige ein Ölthermometer. Dessen Information dürfte für einen Normal-Fahrer eher uninteressant sein. 

Ab 79.100 Euro  Und noch ein Punkt mit einem auffällig hohen Zahlenwert: der Preis. Der Grundpreis für den BMW X5 4.6is liegt bei 79.100 Euro. Für dieses Geld ist er relativ komplett ausgestattet. Addiert man Extras wie Navigationssystem, Dachreling, Anhängerkupplung und die Reifendruckkontrolle, kann man die Summe leicht auf 85.000 Euro treiben.

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Technische Daten
Motor Bauart:V8
Hubraum:4.619
Leistung:255 kW (347 PS) bei UPM
Drehmoment:480 Nm bei 3.700 UPM
Preis
Neupreis: 79.100 €

Quelle: auto-news, 2003-06-19

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