Testbericht

Stefan Grundhoff, 5. Juni 2012
Der Sommer kann kommen. Mit dem Continental GTC bietet Bentley eines der coolsten Cabrios der Saison. Der 507 PS starke Achtzylinder-Turbo ist die Idealbesetzung für einen Ausflug ins Grüne.

Die Auswahl bei den gediegen-luxuriösen Cabriolets für die schönsten der Schönen und reichsten der Reichen ist alles andere als gigantisch. Mit vier ernsthaften Sitzplätzen gibt es da nicht viel mehr als das Maserati GranCabrio, den offenen BMW Sechser, das unanständig glamouröse Rolls-Royce Drophead Coupé oder den Bentley Continental GTC. Dabei setzt der im vergangenen Jahr überarbeitete Brite auf neue Tugenden. Denn seit kurzem gibt es den offenen Continental auch mit acht Zylindern, weniger Leistung und einem um 40 Prozent reduzierten Verbrauch von unter elf Litern. Optisch unterscheidet sich der V8 vom Bentley Continental GTC mit W12-Triebwerk durch eine geänderte Frontschürze, rote Bentley-Wappen und Doppelendrohre in Form einer liegenden acht.

Die enge Kooperation mit Audi macht es möglich, dass nunmehr auch der Bentley Continental mit dem neuen Konzern-Achtzylinder zu bekommen ist. Eine doppelte Turboaufladung kompensiert die Brennraumverkleinerung. Der vier Liter große Achtzylinder leistet im Continental offen wie geschlossen 373 kW / 507 PS und ein gewaltiges Drehmoment von 660 Nm, das das Gewissen des Fahrers zwischen 1.700 und 5.000 U/min unentwegt herausfordert. Im Teillastbetrieb ist der mit rund 2,3 Tonnen allzu übergewichtige Brite mit gerade einmal vier Zylindern unterwegs. "Es gibt bei uns keine Anzeige, ob der Motor gerade mit acht oder nur vier Zylindern läuft", erläutert Rolf Frech, Entwicklungsleiter für den Continental, "das merkt der Fahrer nur an der Zapfsäule."

Mit vollem Tank glänzt der offene Bentley Continental GTC erst einmal mit ganz anderen Tugenden. Der aufgeladene Achtzylinder hängt am Gas wie ein Bulle auf Steroiden und betört die Insassen mit sonor trommelndem Klang. Einzig das mächtige Übergewicht macht dem allradgetriebenen Briten im Grenzbereich schwer zu schaffen. Das Triebwerk selbst ist dadurch nicht zu stoppen. 0 auf 100 km/h schafft der GTC in knapp fünf Sekunden und mit genügend Anlauf knackt er letztlich auch die Tempo-300-Marke. Die einstellbare Fahrwerkseinstellung lässt dem Piloten auf Landstraße oder Autobahn alle Möglichkeiten, seinen eigenen Fahrstil umzusetzen. Am lässigsten ist der Continental GTC im kraftvollen Trab unterwegs; immer bereit auf der Landstraße eine endlose Kolonne in Sekunden hinter sich zu lassen.

Der Bentley Continental GTC V8 gehört zu den exklusivsten Möglichkeiten stilecht und nervenschonend Kilometer zu fressen. So öffnet sich das Stoffdach nahezu geräuschlos ehe es die zarten Sonnenstrahlen des Morgens auf die vier belederten Einzelstühle lässt und man der Umgebung der Stadt fast unbemerkt entschwindet. So lange, bis der Achtzylinder antritt und die reale Welt auf einen Schlag wiederkehrt. Dabei ist es nicht so, als würde man in den weichen, vollklimatisierten Ledersitzen den Unterschied zwischen dem Fahrbetrieb mit vier oder acht Zylindern nicht merken. Neben der Hubraumreduzierung brachten eine ZF-Achtgangautomatik, regenerative Bremsen, eine geänderte Motorelektronik und die Zylinderabschaltung entsprechende Verbesserungen.

"Im Realbetrieb beim Kunden macht die Zylinderabschaltung bis zu neun Prozent Kraftstoffersparnis aus", erläutert Paul Williams, Bentley-Motorenentwickler. Zum Vergleich: der kaum bulligere Zwölfzylinder mit seinen sechs Litern Hubraum und 575 PS hat einen Normverbrauch von 16,5 Litern und kostet 24.000 Euro mehr. Derweil gibt sich das mindeste 178.024 Euro teure Luxuscabriolet im Zyklus mit 10,9 Litern zufrieden und ermöglicht so eine Reichweite von 800 Kilometern. "Unsere Kernkompetenz werden die W12-Triebwerke bleiben", unterstreicht Bentley-Entwicklungsleiter Rolf Frech, "auch hier werden wir weiter entwickeln; leistungsstärker und effizienter werden."
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Quelle: press-inform, 2012-06-05

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