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Testbericht

Sebastian Viehmann, 30. September 2011

Audi A6 und BMW 5er sind die Traumautos aller Dienstwagenfahrer. Doch Geschäft ist Krieg: Die Limousinen liefern sich nicht nur auf der linken Autobahnspur Duelle. Der Audi punktet beim Antrieb, der BMW als mobile Kommunikationszentrale.

Audi A6 und BMW 5er buhlen um die Gunst betuchter Geschäftskunden und liefern sich ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen. In der Zulassungsstatistik haben zurzeit die Münchner die Nase vorn: Der 5er verbuchte im Jahr 2011 bis August mehr als 41.000 Zulassungen für sich – fast so viel wie der 3er - der A6 im gleichen Zeitraum nur knapp 30.000. Die Statistik verrät ebenfalls, dass sowohl beim A6 als auch beim 5er die allermeisten Modelle mit Dieselantrieb bestellt wurden. Unterschiede gibt es bei der Allrad-Präferenz. Mehr als jeder zweite Audi A6 hatte quattro-Antrieb an Bord. Für den BMW xDrive entschieden sich von 41.000 5er-Kunden nicht einmal 6000, auch wenn es mittlerweile sechs verschiedene Allradversionen des Wagens gibt.

Eine entsprechende Ausstattung vorausgesetzt, werden beide Limousinen zu Wohlfühl-Kreuzern mit enormen Langstrecken-Komfort. Das Platzangebot ist in beiden Autos ausgezeichnet, das Kofferraumvolumen mit 520 (BMW) bzw. 530 Litern (Audi) fast identisch. Verarbeitung und Materialanmutung sind tadellos, was man angesichts der stolzen Preise freilich auch erwarten darf. Beide Modelle lassen sich mit ausgefeilten Multimedia-Systemen aufrüsten. Bei der Bedienführung und der Integration der verschiedenen Systeme wie der Bluetooth-Telefonie präsentiert sich das BMW-System übersichtlicher und einfacher. Die wichtigsten Tasten sind in unmittelbarer Nähe des zentralen Drehreglers platziert, so dass sich das gesamte Navigations- und Entertainmentsystem praktisch blind bedienen lässt.

Bei Audi muss man öfter zwischen verschiedenen, weiter auseinander liegenden Tasten hin und her fingern. Dafür bietet der A6 eine Eingabe per Touchpad: Will man Navigationsziele eingeben, kann man die Buchstaben und Zahlen mit dem Finger „malen“ und muss nicht auf den Bildschirm schauen. Konzentrieren muss man sich während der Eingabe trotzdem, so dass das ganze eher ein nettes Gimmick ist als ein echter Vorteil. Sowohl für den A6 als auch den 5er ist zudem ein TV-Modul zu haben, was allerdings herausgeworfenes Geld ist. Das Bild wird aus Sicherheitsgründen nur im Stand freigegeben. Wer während der Fahrt wenigstens dem TV-Programm zuhören möchte, ist schnell gefrustet: Die Verbindung reißt ständig ab.

Ein Head-Up-Display haben ebenfalls beide Autos im Angebot, und das möchte man auf langen Reisen schnell nicht mehr missen. Leider sind die Systeme nicht 100%-ig verlässlich, erkennen in einigen seltenen Fällen Temposchilder gar nicht und zeigen beim BMW ab und zu falsche Limits an – offenbar, weil die Kamera Temposchilder auf LKW-Anhängern abliest. Bei unlimitierten Autobahnen vermeldet das Audi-System etwas vorsichtig „Kein Tempolimit erkannt“, während BMW demonstrativ das „Freie Fahrt“-Symbol anzeigt.

Die beiden Dreiliter-Sechszylinder (245 PS und 500 Nm kombiniert mit Siebengangautomatik beim Audi A6 3.0 TDI, 258 Pferde und 540 Nm mit Achtgangautomat beim BMW 530d) liefern ordentlichen Schub, beide Autos beschleunigen in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 Km/h. Der BMW hat obenrum etwas mehr Power, was sich vor allem bei schnellen Autobahnfahrten bemerkbar macht. Der Audi ist dafür etwas leichter und in schnellen Kurven nicht nur dank des Allradantriebs das handlichere Auto von beiden. Beim Fahrkomfort beweisen beide Limousinen ihre Stärken. Dank der adaptiven Fahrwerke lässt sich die Charakteristik von sehr kommod bis relativ straff verstellen.

Die beiden Luxuskreuzer sollen nicht nur schnell sein, sondern auch sparsam. Der A6 3.0 TDI quattro in der 245 PS-Version genehmigt sich im Schnitt 5,9 Liter pro 100 Kilometer. Der BMW 530d mit 258 PS (es gibt auch eine Allradversion 530d xDrive) verbraucht im Schnitt 5,7 Liter pro 100 Kilometer. So weit so sparsam – doch beide Autos haben ein Trinkproblem: Sie verbrauchen in der Praxis zum Teil deutlich mehr. Der Audi hat dabei leicht die Nase vorn, bei sparsamer Fahrweise sind immerhin knapp unter sieben Liter drin. Der BMW tut sich etwas schwerer, mit weniger als sieben Litern auszukommen. Tritt man auf der Autobahn ordentlich aufs Gas, steigt der Verbrauch auf acht Liter. Dank des üppigen Drehmoments ist immerhin auch langsames Gleiten kein Problem, um den Treibstoffvorrat zu schonen und eine 6 vor dem Komma zu erzielen.

Bei den Preisen sind sich Audi und BMW ausnahmsweise einig: Teuer soll es sein. Der A6 3.0 TDI quattro kostet 51.200 Euro (ohne Allrad mit 204 PS: 43.150 Euro), der 530d will mit mindestens 49.700 Euro bezahlt werden. Zur Serienausstattung gehören bei beiden Autos unter anderem CD-Radio, Klimaautomatik, Tempomat, Nebelscheinwerfer sowie Licht- und Regensensor.

Ein tiefer Griff in die Aufpreisliste ist in dieser Fahrzeugklasse unvermeidbar, allein schon wegen des Wiederverkaufswertes – einen A6 oder 5er ohne Navigationssystem kauft niemand. Dafür werden bei Audi mindestens 2380 Euro und bei BMW mindestens 1840 Euro fällig. Bi-Xenonscheinwerfer kosten bei Audi 1180 Euro und bei BMW 1200 Euro, das Head-Up-Display lässt sich Audi mit 1380 Euro und BMW mit 1390 Euro bezahlen. Auch für Assistenzsysteme wie Spurwechselwarner, Abstandsregeltempomat oder Parksensoren sind kräftige Aufpreise fällig.

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Quelle: press-inform, 2011-09-30

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