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Testbericht

13. November 2003
Mittwoch, 12. November 2003 - Sechs Zylinder, 250 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment, das sind die Eckdaten des Audi A3 3.2 quattro, des sportlichsten A3, den es jemals gab. Zumindest auf dem Papier klingen die Zahlen beeindruckend. Ob sich das auch in Fahrspaß ausdrückt, erfahren Sie hier. Denn wir haben für Sie erste Eindrücke von der Variante mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG gesammelt.

Motor aus dem Golf R32 Der Motor des A3 3.2 quattro ist aus dem VW Phaeton und dem VW Golf R32 bekannt. Dort leistet der 3,2-Liter-Motor 241 PS, im A3 bringt er es auf 250 PS. Damit schafft es der A3 in 6,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h; dann regelt die Elektronik ab. Der Motor wird mit dem permanenten Allradantrieb von Audi kombiniert. Auswählen kann man zwischen einer Sechsgang-Handschaltung und DSG. Das sind dann auch die beiden einzigen Variationsmöglichkeiten. Denn der A3 3.2 quattro ist immer dreitürig und nur in der Topausstattung Ambition zu haben.

Mit geschlossenen Augen Nach Aussage von Audi kann man den A3 3.2 quattro auch mit geschlossenen Augen erkennen. Da ist was dran: Der Sound des Sechszylinders ist schön. Vor allem bei höheren Drehzahlen klingt das Aggregat wie ein Motorsport-Fahrzeug, rau und rassig. Wenn man die Augen schon zu hat, sollte man - sofern man Beifahrer ist - sie auch beim Fahren einmal geschlossen lassen und die Beschleunigung auskosten. Die ist nämlich fühlbar gewaltig.

Der Sportsimulator Ein schönes Feature ist der Sportmodus des DSG, der sich mit dem Automatik-Wahlhebel statt des D-Modus wählen lässt. Er wirkt sich auf die Motor- und die Getriebesteuerung aus. So wird er Motor zuverlässig auf erhöhter Drehzahl gehalten. Und wenn man im Sportmodus vom Gas geht, schaltet das Doppelkupplungsgetriebe aktiv herunter, so dass der Motor noch einmal aufheult - genauso wie es sportliche Fahrer oft manuell machen. Damit wird der A3 zum Simulator: Von außen kann man kaum sagen, ob ein sportlicher Fahrer per Hand schaltet oder die DSG-Automatik werkelt.

Angenehmer Reisegenosse Doch nicht nur im sportlichen Bereich, auch auf langen Reisen ist der 3.2 quattro ein angenehmer Partner. Hier verwandelt sich das Sportauto in eine Reiselimousine. So bleibt das Geräuschniveau selbst bei 240 km/h noch im Rahmen. Und auch das Fahrwerk spielt mit, wenn man von gelegentlichen Stößen absieht.

Schalten per Wippe Das Innere präsentiert sich in Schwarz mit silbernen Zierelementen und roten Digitalanzeigen. Der Wahlhebel des DSG-Getriebes sieht aus wie eine Automatik-Schaltkulisse. Aber er bietet zwei Gassen: eine stellt die Automatik-Modi bereit, die andere erlaubt sequenzielles Herauf- und Herunterschalten. Angenehmer ist es, die Schaltwippen am Lenkrad zu benutzen. Sie bewegen sich beim Einlenken mit. Wer die Hände beim Lenken nicht vom Lenkrad nimmt, hat also keine Probleme, sie zu finden. Nur wer häufig umgreift, muss mitdenken.

Angenehmes Reisen im Fond Der Sitzkomfort im Fond ist gut: Die Kniefreiheit beträgt vier Zentimeter, wenn vorderer und hinterer Sitz mit 1,75 Meter großen Passagieren belegt sind. Bei dieser Körpergröße liegt die Kopffreiheit hinten bei sechs Zentimetern. Die Höhe der Kopfstützen im Fond ist für Personen der genannten Größe noch ausreichend - mit Ausnahme der mittleren Stütze, die nur für Kinder in Frage kommt. Insgesamt zeigt der sportliche A3 auch im Fond, dass man ihn durchaus als Reiselimousine nutzen kann.

Bis 1.031 Liter Gepäckraum Der Kofferraum des Dreitürers misst 100 Zentimeter in der Breite; die Tiefe wächst beim Umlegen von 77 auf 155 Zentimeter, das Volumen von 281 auf 1.031 Liter. Umlegen lassen sich nur die Lehnen der Fondbank, nicht die Sitzpolster. Doch das ist auch nicht nötig: Es ergibt sich auch so ein fast ebener Gepäckraum. Der Stauraum ist gut zugänglich: Beim Herausheben von Transportgut muss man eine Schwelle von nur elf Zentimetern überwinden, beim Einladen ist auf dem Boden stehendes Gepäck um 68 Zentimeter anzuheben.

32.850 Euro Der A3 3.2 quattro kostet 31.000 Euro mit Handschaltgetriebe und 32.850 Euro mit DSG. Dass das DSG also gleich 1.850 Euro Aufpreis kostet, dämpft die Freude daran etwas. Andererseits: Die bei anderen A3-Modellen verfügbare sechsstufige Tiptronic kostet auch schon 1.580 Euro Aufpreis.

Vergleich mit dem VW Golf R32 Am besten mit dem A3 3.2 quattro vergleichbar ist wohl der VW Golf R32 mit nahezu dem gleichen Motor. Der R32 basiert allerdings auf dem alten Golf IV, hat also ein etwas weniger aufwändiges Fahrwerk als der A3. Er kostet 34.480 Euro mit DSG. So ist der A3 rund 1.600 Euro günstiger. Doch der Golf bringt auch einiges an Extras mit, die beim A3 zugekauft werden müssten: Metallic- oder Perleffektlackierung, Xenonlicht, beheizbare Außenspiegel, Tempomat, Klimaautomatik, Radio, Regensensor und Scheinwerferreinigungsanlage. Addiert man die Preise nur für diese Extras, kommt man auf etwa 4.000 Euro. Dazu kommen noch Ausstattungselemente, die es beim A3 gar nicht gibt, wie 18-Zoll-Felgen, Alu-Pedale und diverse äußere Modifikationen wie Heckspoiler oder Schwellerverbreiterung. Damit ist der Golf ausstattungsbereinigt günstiger. (sl)
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Technische Daten
Motor Bauart:Sechszylinder-Ottomotor
Hubraum:3.189
Leistung:184 kW (250 PS) bei UPM
Drehmoment:320 Nm bei 2.500 bis 3.000 UPM
Preis
Neupreis: 31.000 € (Stand: November 2003)
Fazit
Der 3,2-Liter-Sechszylinder macht Spaß, und das DSG-Getriebe wird durch sein Sportprogramm zur idealen Ergänzung. Doch nicht nur sportliche Qualitäten hat das Auto. Die geringe Geräuschbelästigung, der alltagstaugliche Innen- und Kofferraum und das gute Fahrwerk machen den A3 3.2 quattro auch zu einer guten Reiselimousine.

Preislich ist der Golf R32 ausstattungsbereinigt günstiger, doch das wird von der neueren technischen Basis des A3 ausgeglichen. Der A3 3.2 quattro ist im Vergleich zum Golf das optisch weitaus unauffälligere Auto. Das wird wohl bei der Kaufentscheidung auch den Ausschlag geben: Wer Spoiler mag, kauft den R32, wer Understatement liebt, den A3 3.2 quattro. (sl)

Quelle: auto-news, 2003-11-13

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