Testbericht

20. Dezember 2007
München, 20. Dezember 2007 – Meinem Nachbarn Hubert hat der leuchtend blaue Spider sofort gefallen. Er steht neben meinem Testwagen und streicht dem eleganten Wagen verträumt übers Blech. „Den find ich richtig gut“, sagt er, und meint das auch so. Hubert ist glühender Alfa-Fan und sein eigener roter 1991er-Spider sieht aus, als wäre er gestern erst aus dem Werk gekommen. Perlen-Lampen als Blickfang Doch nicht nur für Fans wie Hubert ist der schöne Blaumann ein Blickfang. Vor allem die wie Perlen nebeneinander aufgereihten Scheinwerfer und Heckleuchten haben es den Leuten angetan. Diese Gestaltung ist wirklich ungewöhnlich und gelungen zugleich. Der Romeo scheint vorn wie hinten aus Schlitzen zu schauen. Am Heck künden zudem vier Auspuffenden von Kraft weiter vorn. Zweifarbiges Leder im Innenraum Wir erobern den Innenraum und werden von recht straffen Sitzen empfangen. Zweifarbiges Leder auf den Sesseln und an den Türen verleiht dem Interieur einen hochwertigen Touch. Applikationen aus gebürstetem Aluminium an Lenkrad und Mittelkonsole sehen schick aus, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Wenn das Dach offen ist und die Sonne von hinten schient, blendet die Mittelkonsole den Fahrer. Eine Ursache dafür ist allerdings auch, dass diese Konsole leicht zum Fahrer hin geneigt ist. Dieses Merkmal ist keine Alfa-Erfindung, sondern beispielsweise auch aus älteren BMWs bekannt. Wer gern Auto fährt, mag diese cockpitartige Gestaltung.

Kompliziertes Navigationssystem In dieser Mittelkonsole fällt der Blick auf drei Rundinstrumente für Tankinhalt, Kühlwassertemperatur und Öltemperatur – obwohl letztere Anzeige eher in die Rubrik „nice to have“ fällt. Ebenfalls in der Mitte untergebracht ist das optionale Navigationssystem mit großem Display. Leider lässt es sich etwas kompliziert bedienen. In 30 Sekunden ist der Spider offen Im ersten Moment etwas ungewöhnlich erscheint der Platz der Handbremse: Der Griff findet sich zwischen den Sitzen ungewöhnlich weit rechts. Der Lenkradkranz ist recht dünn, liegt aber gut in der Hand. Ein kurzer Tastendruck lässt das Dach vollautomatisch nach hinten gleiten und in seinem Kasten zwischen Sitz und Kofferraum verschwinden. Das Öffnen oder Schließen dauert jeweils etwa 30 Sekunden. Da das Verdeck einen eigenen Raum hat, wird das Kofferraumvolumen von 253 Liter nicht beeinträchtigt. 2,2-Liter-Motor mit 185 PS Unser Testwagen wird von einem 2,2-Liter-Benziner befeuert, der 185 PS liefert. Der Motor ist im unteren Tourenbereich ein ruhiger Geselle, entwickelt aber nach oben hin einen schön kernigen Klang. Wer sportlich fahren will, braucht diese höheren Tourenzahlen auch: Von unten raus gibt sich die Maschine recht zugeschnürt und entwickelt die Kraft zu zäh. Den Sprint von null auf hundert bewältigt der schöne Romeo in 8,8 Sekunden und erreicht eine Spitze von 222 km/h. Den Verbrauch beziffert Alfa mit doch ziemlich ordentlichen 9,4 Liter. Wir haben bei unserem recht straffen Test 11,5 Liter durch die Düsen gepresst.

Knackige Schaltung, straffes Fahrwerk Nichts zu meckern gibt es an der knackigen Sechsgang-Schaltung, die zudem kurze Wege hat. Beim Fahrwerk kommen die Sport-Gene, die der Motor ein bisschen unterdrückt, wieder durch. Mit hohen Geschwindigkeiten lässt sich das Alfa-Tier durch Kurven wedeln. Die Karosserie neigt sich nur wenig, dürfte aber verwindungssteifer sein. Was den Sportfahrer freut, wird aber Komfortsuchende ein wenig stören: Der Unterbau ist verhältnismäßig hart abgestimmt und meldet Bodenwellen und Querfugen doch recht deutlich nach innen. Wind stört innen nicht Eine schöne Eigenschaft des Alfa Spider ist, dass wir mit offenem Verdeck schnell fahren können, ohne dass sich im Innenraum der Wind störend bemerkbar macht. Da können wir sogar noch nebenbei die Musik aus dem Bose-Soundsystem genießen. Allerdings könnten Menschen mit langem Oberkörper über die flache Frontscheibe hinausragen. Das unauffällige Glaswindschott, das zwischen den feststehen Überrollbügeln installiert ist, schützt zusätzlich vor Verwirbelungen. Ab 37.800 Euro Der von uns getestete Alfa Spider 2.2 JTS Exclusive kostet 37.800 Euro. In dieser gehobenen Ausstattung ist bereits alles an Bord, was das Fahren angenehm macht. Dazu gehören die Klimaautomatik, Aluräder, das Windschott, Park-, Licht- und Regensensoren ebenso wie eine Memoryfunktion für den gleichfalls beheizbaren Fahrersitz.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihenmotor
Hubraum:2.198
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:136 kW (185 PS) bei UPM
Drehmoment:230 Nm bei 4.500 UPM
Preis
Neupreis: 37.800 € (Stand: Dezember 2007)
Fazit
Der Alfa Spider ist, das sagen nicht nur die Fans, ein wunderschönes Auto. Dass sich der offene Italiener noch dazu gut ausstatten lässt, ist eine weitere gute Eigenschaft. Wer vor allem cruisen will, ist mit dem schicken Spider gut bedient. Doch es geht noch mehr: Das knackige Sechsganggetriebe qualifiziert ihn ebenso zum Sportwagen wie das straffe Fahrwerk. Leider kann der Motor nicht ganz mit dem Sport-Anspruch mithalten, denn man muss die Maschine ziemlich fordern, um spaßbringenden Vortrieb zu bekommen. Da hätten wir von einem 185-PS-Spider mehr erwartet. Es ist ein typischer Romeo: Ein schönes Aussehen, das manchmal etwas mehr verspricht, als dahinter steckt. Dieses Manko wird beim Alfa – so wie auch bei den Romeos im richtigen Leben – durch Sympathie wieder wett gemacht.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2007-12-20

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