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Testbericht

Jürgen Wolff, 12. März 2011
Zum 100. Geburtstag hat Alfa Romeo sich und seinen Fans ein Geschenk gemacht und eine seiner automobilen Legenden wiederbelebt. Doch bringt die rassige Giulietta mehr mit, als nur ihr hinreißendes Aussehen?

Na also - sie können es doch noch bei Alfa Romeo. Autos bauen nämlich, nach denen man sich umdreht. Denen man die kleinen Macken gerne verzeiht, die ein umwerfendes Design zu Lasten des Nutzwertes nun mal fordert. Die den im Stammhirn sitzenden "Will-haben"-Reflex schon beim ersten Anblick aktivieren. Und die milde stimmen, wenn nicht alles so funktioniert, wie es im Prospekt versprochen wird. Start & Stopp stoppt nie? "E allora?" Kauf´ Dir doch einen VW Golf Bluemotion. Zum Geburtstag hat sich Alfa Romeo nun nicht einfach einen "148" als Nachfolger des Alfa 147 geschenkt, sondern eine Giulietta. Schon der Name schmeichelt sich an den Stimmbändern vorbei ins Ohr. Und er ist bei Alfa ein Versprechen. Denn das kleine Julchen hätte bei den italienischen Autobauern durchaus einen Ruf zu verspielen. Die erste Giulietta-Generation, die Alfa von 1954 bis 1964 baute, war der Einstieg des Unternehmens in die Großserienproduktion - der erste Alfa, der auch für breitere Bevölkerungskreise erschwinglich war und prompt ein großer Erfolg wurde. Den konnte die doch sehr viel eckiger und auf Mittelklasseformat gewachsene zweite Generation (1977 bis 1985) so dann nicht mehr wiederholen. Im kollektiven Gedächtnis der Alfisti ist es denn auch die erste Giulietta, die sich tief ins Sympathiezentrum eingebrannt hat.

Die kleine Julia der aktuellen Baureihe ist nun wieder in der Kompaktklasse zu finden. Mit 4,35 Metern Länge liegt sie mitten zwischen VW Golf und Opel Astra. Das Design ist von Retro erfreulich weit entfernt - und weit weg vom Kompaktklasse-Einerlei auf den Straßen. Wie gehabt stört nichts die Symmetrie des Alfa-Grills - auch die Giulietta darf dank einer Ausnahmegenehmigung wieder das Kennzeichen auf der linken Seite tragen. Die Karosserie wohlgerundet und für einen Viertürer erfreulich coupéhaft. Das knackige Heck wird dominiert von den beiden Rückleuchten, die jeweils in Pfeilen zur Fahrzeugmitte hin auslaufen. Giulietta hat Sexappeal. Innen bietet die Giulietta reichlich Platz - zumindest vorne und im Kofferraum, der mit 350 Litern Fassungsvermögen exakt auf Golf-Niveau liegt. Sitze und Lenkrad lassen sich verstellen und auch größere Zeitgenossen sollten keine großen Probleme haben. Hinten geht es dagegen etwas enger zu - was in der Kompaktklasse allerdings eher die Regel ist.

Die Türen hinten gehören zur Kategorie schön, aber nicht unbedingt praktisch. Die Plastikgriffe zum Öffnen sind an der C-Säule in den Türrahmen integriert und machen nicht gerade einen stabilen Eindruck. Um die coupéhafte Linie zu erhalten, sind die Türen zudem relativ klein ausgefallen - der Einstieg nach hinten erfordert denn auch ein wenig Akrobatik. Platz finden auf der geteilt umklappbaren Rückbank zwei Personen - der Mittelsitz ist nur theoretisch nutzbar. Auch die Kniefreiheit ist nicht gerade berauschend und dank der abfallenden Dachlinie gilt das ebenso für die Kopffreiheit. Etwas eng geht es auch bei den Pedalen zu - die Abstände passen besser zu feinem italienischem Lederschuhwerk als zum Drei-Streifen-Layout aus Herzogenaurach. Die Instrumente im Bereich des Fahrers lassen sich durchweg gut einsehen und erreichen. Allerdings kommt man ohne Studium des Handbuches nicht aus: Vor allem Navi und Radio sind von einer intuitiven Bedienung weit weg. Was soll´s: Über die Ästhetik zumindest lässt sich kaum streiten - bei diesem Auto passt alles zusammen. Auch die Qualität - Material und Verarbeitung wirken wertig und sind meilenweit von der Flickschusterei früherer Jahre entfernt.

Unter dem rassigen Blechkleid steckt aktuelle Konzerntechnik von Fiat. Die neue Plattform kombiniert hochfeste Stähle, Magnesium und thermoplastische Kunststoffe und sorgt so für eine hohe Steifigkeit bei relativ geringem Gewicht. Dazu kommen überarbeitete Achsen mit Alu-Lenkern vorne und hinten. Der Giulietta hat das gut getan: Temperamentvoll und quirlig kann man mit ihr genauso unterwegs sein wie ruhig und gelassen. Die Seitenneigung in Kurven hält sich sehr in Grenzen. Brav folgt der Fronttriebler der Spur und macht kaum je Anstalten, auszubrechen. Die Antriebskräfte machen sich in der Lenkung nur bei sehr forscher Gangart leicht bemerkbar - doch auch das lässt sich noch korrigieren, wenn man die serienmäßige Fahrdynamik-Regelung "DNA" auf "D" für dynamisch stellt. Dann werden Lenkung, Gaspedal, Motorkennlinie und ESP weiter auf sportlich getrimmt und der Druck im Bremssystem wird erhöht - die Schaltung reagiert auch ohne DNA schon knackig. Im "Normal-Modus", in dem die Giulietta startet, lässt sich völlig unangestrengt durch den Alltag fahren. Das Fahrwerk ist auch ohne Dynamik-Modus schon sportlich straff und manchmal etwas ruppig. Wenn die Straßen aber nicht gerade mit Schlaglöchern übersät sind, fährt die Giulietta durchaus komfortabel.

Der aufgeladene und drehfreudige 1,4-Liter-Benziner unter der Motorhaube sorgt mit seinen 125 kW/170 PS und einem Drehmoment von 230 Nm für jede Menge Fahrspaß - per Overboost lässt sich das Drehmoment auf 250 Nm pushen. Offiziell braucht die Giulietta weniger als acht Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h. Subjektiv kommt beides hin und gemessen ist die Giulietta auf ebener Straße nach etwas Anlauf auch noch ein paar km/h schneller. Der Motor selbst ist vibrationsarm und kultiviert, sorgt sogar für einen knackigen Sound, der zu dem Alfa passt. Sein Verbrauch liegt offiziell bei 5,8 Litern Super je 100 km/h. Dass im Test die Marke eher bei knappen acht Litern pendelte, lag nicht nur an der zugegeben forschen Fahrweise oder daran, dass viele nicht gerade langsame Autobahnkilometer dabei waren. Es lag sicher auch an einem nicht eingelösten Versprechen: Das Start & Stopp-System trat nicht ein einziges Mal in Aktion. Egal, ob kurz nach dem Kaltstart oder nach 200 km Autobahn - es gab nicht einen Ampelstopp, an dem sich der Motor einmal spritsparend Ruhe gönnte. Auch mehrmaliges Ein- und Ausschalten des entsprechenden Bedienknopfes half nicht weiter. Wenn Giulietta nicht will, dann will sie nicht.

Mit einem Basispreis von 22.400 Euro ist Alfas Giulietta sicher kein Schnäppchen mehr - aber auch nicht unmäßig teuer. Ein entsprechend motorisierter VW Golf oder Opel Astra liegt in einer ähnlichen Preisklasse. Das, was in dieser Fahrzeugklasse preiswerter zu haben ist, bietet allenfalls gute Hausmannskost. Und davon ist Giulietta ungefähr so weit entfernt wie Gabrielle Solis aus der Wisteria Lane von Mutter Baimer aus der Lindenstraße. È bello averti qui, Giulietta.
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Quelle: press-inform, 2011-03-12

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