12neuwagen de12gebrauchtwagen de

Unsere Partnerseiten:

Testbericht

14. Mai 2007

Es klingt wie eine Ode an längst vergangene Tage, wenn sich der Suzuki Swift Sport freizügig ansaugend und auspuffend seinem Drehzahl-Zenit entgegenfräst. Zwischen 4.000 und 7.000 scheint der Sechzehnhunderter die Flamme der achtziger Jahre weiterzutragen und lässt seinen Piloten jede der 125 PS spüren.

Im Gegensatz zum 1,8-Liter-Motor des Toyota. Dessen imaginäres Gasseil erscheint schlaffer als der direkte Draht des Suzuki. Der 133 PS starke TS-Motor wirkt so brav, als ob er eben noch einen Familienvan in Schwung gebracht hätte. Er röhrt vierzylinderüblich kernig und angemessen stämmig, jedoch im Vergleich zum Swift unmotiviert durch das Drehzahlband, speziell jenseits der 5.500/min-Marke.

Beim Sprint auf Tempo 100 bleibt der 1.142 Kilo schwere Toyota damit exakt auf Augenhöhe zu seinem 63 Kilogramm leichteren Rivalen und kann ihm erst danach sukzessive die LED-Rücklichter zeigen. Ebenso beim Durchzug im vierten Gang. Im fünften – und damit letzten – feiert der Suzuki trotz seines Leistungs- und Drehmoment-Nachteils einen Achtungserfolg. Bitter erkauft allerdings durch die kurze Getriebeauslegung, die selbst Sympathisanten puristisch ausgelegter Vierzylinder-Sauger an die Grenze der akustischen Leidensfähigkeit treibt.

Verschmitzte Aufreißer

Trotzdem animiert der etwas nervöse Geradeauslauf bei beiden zum Verlassen der Magistralen. Rapide folgt der straff abgestimmte Swift Kommandos, bremst punktgenau und standfest, verharrt selbst bei zügigem Tempo auf der gewünschten Linie, dreht beim Gaswegnehmen spontan das Heck ein. Für Könner spaßig, für Ungeübte fordernd. Deshalb serienmäßig unter Aufsicht des spät, aber zielorientiert eingreifenden elektronischen Stabilitätsprogramms. Mit seinem leidenschaftlichen Temperament entschädigt der Suzuki sogar für die nicht hundertprozentige Rückmeldung seiner elektrischen Lenkung.

Zumal sich die des Toyota nochmals synthetischer anfühlt. Insgesamt gefällt sich der relativ komfortabel federnde Yaris mehr in der Rolle des kalkulierbaren Partners als in der des verschmitzten Aufreißers. Dazu passt auch die Variabilität des Fünfsitzers, vor der sich selbst mancher Minivan in den Staub werfen müsste.

Toyota bietet beim 17.180 Euro teuren Yaris gegen Aufpreis zwar vier Türen, Parkhilfe, CD-Wechsler oder Bluetooth-Schnittstelle, kassiert für Klimaautomatik, Keyless-Go und Navigation jedoch noch extra. Was zu verschmerzen ist, denn wenn die Vierzylinder zum Angriff blasen, gibt die Straße den Rhythmus vor. Und auch wenn dort der flinke Swift den Grill vorn hat, hintenrum mopst ihm der Yaris mit seinen günstigeren Kosten still und leise den Testsieg.

Weiterlesen

Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-05-14

Getestete Modelle
Ähnliche Testberichte
spot-press

spot-press, 2017-08-02

IAA 2017 - Die Neuheiten von A bis ZIAA 2017 - Die Neuheiten von A bis Z
Die Neuheiten von A bis Z IAA 2017 Ganzen Testbericht lesen
spot-press
4.0 von 5

spot-press, 2017-07-24

Suzuki Swift Sport - Dynamischer LeichtfußSuzuki Swift Sport - Dynamischer Leichtfuß
Dynamischer Leichtfuß Suzuki Swift Sport Ganzen Testbericht lesen
press-inform
4.0 von 5

press-inform, 2017-07-17

Toyota Yaris GRMN - Aus dem Matsch in die StadtToyota Yaris GRMN - Aus dem Matsch in die Stadt
Toyota bringt mit dem Yaris GRMN eine über 200 PS starke Antwort auf VW Polo GTI und Co. auf die Straße.Ganzen Testbericht lesen
auto-motor-und-sport
4.0 von 5

auto-motor-und-sport, 2017-07-14

Kleinwagen im Vergleichstest: Wer ist Klassenbester?Kleinwagen im Vergleichstest: Wer ist Klassenbester?
Kleinwagen im Vergleichstest: Wer ist Klassenbester?Ganzen Testbericht lesen
spot-press

spot-press, 2017-07-12

Das Wettrüsten bei den Kleinwagen - Der KlassenkampfDas Wettrüsten bei den Kleinwagen - Der Klassenkampf
Der Klassenkampf Das Wettrüsten bei den Kleinwagen Ganzen Testbericht lesen