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Testbericht

7. Juni 2009

"Die fünfte Generation des Polo kommt zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt", ist sich VW-Chef Martin Winterkorn sicher. "An der fünften Generation kommt keiner vorbei." Und nicht ohne Stolz betont er: "Sie hat das Zeug, eine neue Klasse zu definieren - die Polo-Klasse.

Die Ansprüche sind hoch. Dafür bekommt der kleine Volkswagen laut Winterkorn "Spitzentechnologie - und ein Design mit italienischer Note". Präzise, klare Linien, saubere Oberflächen und dazu ein einfaches, klar gezeichnetes Gesicht. Aus den technisch- funktionalen Scheinwerfern blitzt es dem Betrachter quasi entgegen: Ich bin ein echter Volkswagen. "Wir leben in einer überdekorierten Welt", sinniert VW-Designchef Walter de Silva. "Es gibt deshalb eine Bewegung zu einfachen, klaren und wertvollen Produkten." Der neue Polo ist flacher, breiter und länger Der neue Polo ist aber nicht nur klarer in seinen Linien und Kanten. Er ist auch flacher (minus 14 Millimeter), breiter (plus 32 Millimeter) und etwas länger ausgefallen (plus 54 Millimeter) als das Vorgängermodell. Die Heckleuchten sind beispielsweise weit außen platziert, während die Seitenansicht eine dynamische Schulterlinie zeigt, durch die seine Breite deutlich zum Ausdruck kommt. Die neue Wertigkeit zeigt sich außerdem in den Spaltmaßen, in der Präzision der Linienführungen, in der Akkuratesse der Kanten und in Teilen der Karosserie, wie beispielsweise der kompliziert geformten Heckklappe. Die Qualitäten des Exterieurs setzen sich im Innenraum fort. Das Raumgefühl signalisiert: Hier handelt es sich um ein erwachsenes Auto. Vorn reist man zu zweit ausgesprochen bequem auf gut konturierten und straff gepolsterten Sitzen. Hinten wird es etwas knapper. Kommt ein Fünfter dazu, entsteht eine gewisse Enge. Es gibt genügend praktische Ablagen, und der Kofferraum lässt sich von 280 auf 952 Liter erweitern. Dazu gibt es einen doppelten Boden sowie eine praktische Hilfe: Man kann die Bodenabdeckung zum Beladen des unteren Gepäckabteils in einer speziellen Arretierung fixieren. Im Innenraum wird der Abstand zum VW Golf gewahrt Die Gediegenheit des Interieurs wirkt zunächst überzeugend. Die Kunststoffe sind fein genarbt, optisch ist alles in Ordnung. Aber beim Druck auf das Armaturenbrett stellt man unschwer fest: Hier handelt es sich nicht um einen aufgespritzten Kunststoff, sondern um Hartplastik. Der Abstand zum VW Golf ist also gewahrt. Dies gilt auch für den Qualitätseindruck: Es gibt noch Schwachstellen, die bis zum Verkaufsstart im Juni abgearbeitet werden müssen, soll der Kleine seine Ziele erfüllen. Da sind noch ein paar Grate an den Türhaltegriffen, an der Mittelkonsole oder im Armaturenbrett rund um den Stecker für die Multimedia-Schnittstelle. Der Polo will mit modernster Technik in der Kleinwagenklasse bestechen. Mit dem optionalen Navi- und Entertainmentsystem aus dem Golf etwa - und ESP für alle Modelle, dem Berganfahrassistenten, dem Tagfahrlicht, dem seitlichen Kopfairbag, dem Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe oder der neu konstruierten McPherson-Vorderachse.

Motoren von 60 bis 105 PS Außerdem sind fünf der sechs Motoren neu, drei TDI-Diesel und zwei kleine Benziner. Das Leistungsspektrum reicht von 60 bis 105 PS. Die Benziner sollen bis zu 20 Prozent weniger konsumieren, bei den neuen TDI mit Common-Rail-Einspritzung von Continental soll es Verbrauchsverbesserungen von 15 Prozent geben. Was den Verbrauch betrifft, so sind die beiden Blue-Motion-Modelle sicher die Highlights: Der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 90 PS und Blue-Motion-Technology-Paket soll auf einen Verbrauch von 3,6 L/100 km kommen, was einem CO2 -Ausstoß von 96 Gramm pro Kilometer entspricht. Später folgt ein weiteres Sparmodell mit 1,2-Liter-Dreizylinder, dessen entsprechende Kennziffern 87 Gramm und 3,3 Liter lauten. Sparsamkeit und Fahrspaß garantiert Der neue Polo ist sparsamer. "Dies geht aber nicht auf Kosten des Fahrspaßes", verspricht Winterkorn. Mal sehen. Also Schlüssel umgedreht. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-TDI ist mit seinen 75 PS und 195 Newtonmeter Drehmoment kein Ausbund an Temperament. Bei Lastwechseln spürt man die weichen Motorlager. Und wer ihn bis zur Drehzahlgrenze bemüht, merkt schnell, dass er oben herum doch etwas zäh wird. Dafür hält er sich akustisch fein zurück. Für den Spurt aus dem Stand bis Tempo 100 lässt sich der Polo 14 lange Sekunden Zeit. Aber einmal in Fahrt, macht er seine Sache blendend. Man sollte immer mal wieder auf den Tacho schauen. Denn die akustische Untermalung ist so dezent, dass man schneller unterwegs ist als vermutet. Erstaunlich, was der kleine Motor mit dem über 1.100 Kilogramm schweren Polo veranstaltet. Für den Fahrer gelten dabei zwei klare Regeln: den Turbo nicht allzu tief in den Drehzahlkeller fallen lassen und den Schalthebel immer flink durch die präzise Kulisse führen.

Der Polo ist erwachsener geworden An der Hinterachse hat der Polo übrigens nur Trommelbremsen. Dennoch packen die Bremsen kräftig und standfest zu. Von Fading-Neigung ist bei diesen ersten Fahrten nichts zu spüren. Der Radstand ist beim Neuling nur um fünf Millimeter gegenüber dem Vorgänger gewachsen. Der Komfort ist trotzdem beachtlich. Vor allem lange Wellen bügelt der Kleinwagen im Stil eines Großen flach. Dabei ist der Polo ausgesprochen agil und ein flinker Kurvenstürmer. Er zeigt kaum Untersteuertendenzen, und wenn das serienmäßige ESP einmal helfend eingreifen muss, dann tut es das sehr zurückhaltend und kultiviert. Zurückhaltend gibt sich VW auch bei den Preisen. Der neue Polo ist "nicht teurer - nur attraktiver", so die VW-Parole. Die Preisliste startet bei 12.150 Euro für den 60-PS-Benziner mit Trendline-Ausstattung. Der 75-PS-TDI mit Fünfganggetriebe und vier Türen kostet 15.535 Euro. Den hochgesteckten Ansprüchen wird der Polo allemal gerecht, dies zeigt schon die erste Ausfahrt. 13.000 Bestellungen soll es bereits geben, mehr als beim Vorgängermodell zu diesem Zeitpunkt. Der Polo ist erwachsener geworden. Die Frage ist: Wird die Polo-Klasse die Golf-Klasse ablösen?

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-06-07

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